Mobius One: Prototyp

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Mobius One: Prototyp

— 27.07.2011

Das Auto für Afrika

Geländegängig und bezahlbar muss ein Auto sein, das Afrika mobiler machen soll. Mobius Motors aus Mombasa will genau das bieten. Der Prototyp One ist nicht hübsch, aber zukunftsweisend.

Keine Frage, Afrika hat viele Probleme. Eines davon ist die eingeschränkte Mobilität. Menschen und Waren von A nach B zu bekommen, ist hier noch immer ein täglicher Kampf. Der Traum von einem eigenen Auto und damit einem Stück persönlicher Freiheit ist für die meisten Menschen schlicht unerschwinglich. Ein weiteres Problem sind die Straßen, die außerhalb der großen Städte – je nach Wetterlage – schnell zu staubigen, schlammigen oder überschwemmten Buckel- und Geröllpisten werden können. Die meisten der importierten Autos sind dem nicht gewachsen. Ein Auto, das in die Lebenswirklichkeit Afrikas passen soll, muss also ganz besonderen Ansprüchen genügen. Und die Nachfrage ist da. Sie zu befriedigen war 2010 die Idee vom Briten Joel Jackson. Bei seiner Arbeit für ein internationales soziales Unternehmen in den Küstengebieten Kenias sah er, wie sehr die Familien unter ihrer Immobilität leiden.

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Jackson entwickelte die Vision vom Auto für Afrika und gründete in Mombasa das Unternehmen Mobius Motors. Er sammelte Startkapital von Familie und Freunden, rekrutierte ein Team von lokalen Mechanikern und Schweißern und machte sich an die Arbeit. Nach einem Jahr Tüftelei in einer kleinen Werkstatt war der Prototyp One geboren. Der Mobius One richtet sich streng nach den Bedürfnissen der künftigen Kundschaft: Sein Schwerpunkt liegt auf den Themen Sicherheit, Funktionalität und Erschwinglichkeit. Die Konstruktion ist stark vereinfacht. Kostspielige Technologien wie etwa eine Klimaanlage, eine komfortable Innenausstattung und sogar Glasfenster wurden gestrichen. Gleichzeitig aber wurde die Funktionalität maximiert.

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Der Mobius One soll nicht teurer werden, als die in den Städten allgegenwärtigen Motor-Rikschas – höchstens 3500 Euro.

Ein robuster Monocoque-Rahmen ist das Herzstück des Wagens. Verbaut wurden 1,5 bis zwei Zoll starke Stahlrohre, die eine hohe Festigkeit bei geringem Gewicht bringen sollen. Ein integrierter Überrollkäfig soll die Passagiere bei Unfällen in unwegsamem Gelände schützen. Motor und Fahrwerk sind direkt ans Chassis montiert. Um die Kosten wie auch den Wartungsaufwand gering zu halten, verzichteten die Entwickler darauf, Motor, Getriebe, Lenkung und Bremsen für den Mobius One extra neu zu entwickeln. Für Vortrieb sorgt ein Einliter-Motörchen von Toyota. Für die Außenhaut wurden flexible Aluminiumbleche verwendet. Für Wasserdichtigkeit sorgen Glas, Planen und Metallplatten. Ein großer Kofferraum sowie ein Dachgepäckträger sollen den One zum perfekten Transporteur machen. Der Mobius One soll die Schlüsselqualitäten eines Offroaders besitzen, dabei aber nicht teurer sein, als die in den Städten allgegenwärtigen dreirädrigen Motor-Rikschas – höchstens 3500 Euro.

Dass die Optik in diesem Fall eine untergeordnete Rolle spielt, ist verständlich. Aber auch den Mobius-Entwicklern ist klar, dass das Auge mitfährt. Deswegen suchen sie aktuell auch einen Fahrzeugdesigner, der Prototyp drei (Nummer zwei ist aktuell in der Mache) hoffentlich vom Schuhkarton-Look befreit. Bereits 2012 könnte der Wagen Seriereife haben – hofft man in Mombasa.
Eine Verbesserung der Mobilität würde lokale Unternehmen ebenso stärken, wie Privatpersonen. Lebensnotwendige Lieferungen wie sauberes Trinkwasser, aber auch Schulen, Krankenhäuser und Arbeitsplätze wären viel leichter erreichbar. Jackson ist überzeugt: "Mit der richtigen Unterstützung ist ein echter und dauerhafter sozioökonomischen Wandel in Afrika möglich."

Autor: Stephanie Kriebel

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