Nissan Cube als Versuchsträger für den EV.

Nissan-Elektroauto kommt 2012

— 15.07.2009

Bin voll. LG, Dein Auto

Der Elektro-Nissan EV kommt 2012 und soll nicht mehr kosten als ein normaler Kompakter. Reichweite: 160 Kilometer. Der Clou: Eine SMS informiert den Fahrer, wenn die Akkus wieder voll sind.

Der 2. August 2009 könnte einer der Wendepunkte in der automobilen Welt darstellen. An diesem Sonntag nämlich präsentiert Nissan in Japan den seriennahen Prototypen seines völlig neuen Elektroautos. "Wir werden damit die Ersten sein", kündigte Nissan-Marketingvorstand Simon Thomas ungeachtet eines Tesla Roadster oder Mitsubishi i-MiEV nun großspurig an. Denn der Elektro-Nissan, der 2012 weltweit auf den Markt kommt, fährt in der Golf-Klasse und ist damit nicht nur familientauglicher als der Tesla. Er soll auch geräumiger und günstiger als der rund 34.000 Euro teure Mitsubishi werden, der Ende 2009 in Japan debütiert. Jetzt gibt es neue Informationen über das Geheimprojekt Nissan EV. Bekannt war: fünf Türen, Schrägheck, Ladebuchse an der Wagenfront. Energie bekommt der Nissan über 250 Kilo schwere Lithium-Ionen-Akkus aus der Nissan-Kooperation mit NEC. Reichweite 160 Kilometer, Ladezeit an der Steckdose in sieben Stunden, an Schnellladestellen sollen in nur 25 Minuten die Akkus wieder zu 80 Prozent geladen sein. "Das reicht, um an der Autobahnraststätte einen Kaffee zu trinken und dann entspannt weiterzufahren", sagt Florian Wunsch, der für Nissan den Businessplan erstellt.

Das Auto meldet sich, wenn die Akkus geladen sind

Energie bekommt der Nissan über 250 Kilo schwere Lithium-Ionen-Akkus aus der Nissan-Kooperation mit NEC.

Der Clou: Per Handy kann der Fahrer mit dem E-Auto kommunizieren. Das Auto meldet sich, wenn ein gewünschter Ladezustand erreicht ist. Der Fahrer kann zudem per Mobiltelefon Klimaanlage oder Heizung anschalten, während das Auto noch am Netz ist. Und ein Navigationsgerät soll stets den kürzesten Weg zur nächsten freien Ladestation weisen. Trotz allem Hightech soll der EV von Nissan nicht mehr kosten als ein vergleichbares Auto mit Benzinmotor – ohne die teuren Batterien allerdings. Die könnten zunächst wahlweise auch geleast werden. Doch bei Nissan ist klar, dass es mit den E-Auto allein nicht getan ist. Deshalb hat man in Japan die Vision von Ladestationen an Park&Ride-Parkplätzen, in Parkhäusern oder an Raststätten. Für 60 bis 70 Euro soll es eine Art Jahreskarte für freies Strom tanken geben. Bei einer Laufleistung von 10.000 Kilometern im Jahr wären das Stromkosten von 0,7 Cent pro Kilometer.

EV ist nur der Anfang eines ehrgeizigen Programms

Nissan gibt für den deutschen Strom-Mix (42 Prozent Kohle) einen CO2-Ausstoß von 84 Gramm pro Kilometer an. Bei einer Photovoltaikanlage auf dem Carport wären es null Gramm. "Wir sind aber extrem auf die Unterstützung der Politik angewiesen", erklärt Wunsch. Finanzielle Anreize für potenzielle Käufer wie Steuererleichterungen seien notwendig. Länder wie Portugal, Irland oder Dänemark wären hierbei beispielhaft. Doch der am 2. August vorgestellten Elektro-Nissan, für dessen Technikerprobung gerade zwei Nissan Cube auf Elektroantrieb umgerüstet wurden, soll erst der Anfang sein. "Mittelfristig werden wir jedes Jahr ein E-Modell auf den Markt bringen", kündigt Marketingmann Simon Thomas an. Die Hybridtechnik halten er und seine Kollegen für eine Übergangslösung, die bald vom Markt verschwinden wird. "Wir sind mutiger, wir wollen die Autowelt revolutionieren."

Autor: Hauke Schrieber

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.