24-Stunden-Rennen Nürburgring

Nürburgring: ADAC-Angebot zu niedrig

— 21.11.2013

Ring-Verkauf vorerst ohne ADAC

Das ADAC-Gebot zum Kauf des insolventen Nürburgrings ist den Sanierern zu niedrig. Deshalb wird der Autoklub als Bieter vorerst "geparkt".

(dpa) Der ADAC ist vorerst aus dem Bieterrennen beim Verkauf des insolventen Nürburgrings. "Wir sind für den nächsten Schritt, den Einblick in die Geschäftszahlen, nicht zugelassen", sagte ADAC-Sprecher Kay Langendorff am 21. November 2013 und bestätigte damit Medienberichte. "Die Sanierer sehen unser Angebot als zu niedrig an. Wir haben eine mittlere zweistellige Millionensumme geboten." Der zweitgrößte Automobilclub der Welt sei irritiert. "Offensichtlich setzen die Sanierer auf eine kurzfristige Gewinnmaximierung, ohne an die Folgen für die Menschen in der Eifel zu denken. Wir wollen dort mit Motorsport gar keinen Gewinn erwirtschaften, sondern uns reicht eine schwarze Null."

Das Eifel-Drama: Die Hintergründe der Insolvenz 

Die Ring-Sanierer betonten dagegen, sie hätten das Angebot des Automobilclubs nur "geparkt", da es zu niedrig sei. "Deshalb kann dem ADAC zum jetzigen Zeitpunkt kein Zutritt zum virtuellen Datenraum mit allen internen betriebswirtschaftlichen Daten gewährt werden", sagte Sanierungsgeschäftsführer Thomas Schmidt. "Es handelt sich aber nicht um eine Absage, sondern das Angebot des ADAC kann durchaus zu einem späteren Zeitpunkt wieder eine Rolle spielen." Es habe sogar andere Bieter gegeben, die trotz höherer Angebote ebenfalls keinen Zugriff auf die Geschäftszahlen bekommen hätten. Der ADAC sei aufgefordert, "ein konkurrenzfähiges Angebot vorzulegen". Langendorff hingegen sagte: "Wir werden unser Angebot sicherlich nicht nachjustieren. Das Bieterverfahren ist kein Wunschkonzert der Sanierer."

Ein Gutachten hatte den Wert des Nürburgrings samt seinem zu groß geratenen Freizeitpark mit 77 Millionen Euro beziffert. Der ADAC will allerdings nur die Rennstrecke in der rheinland-pfälzischen Eifel. "Wir richten dort mehr als die Hälfte aller Veranstaltungen aus", erklärte Langendorff. "Falls ein eiskalter Investor ohne unsere Motorsport-Philosophie zum Zuge kommt, werden wir nicht zögern, Veranstaltungen einzustellen."

ADAC-Präsident Peter Meyer sagte der BILD am 21. November 2013: "Der Nürburgring ist legendär, ein automobiles Kulturgut. Wir fühlen uns verpflichtet, dieses zu erhalten. Motorsport am Ring muss auch zu finanziell vernünftigen Konditionen möglich sein." Sanierungsgeschäftsführer Schmidt betonte, der jetzige Ausschluss des ADAC sei wegen der Gleichbehandlung mit anderen Bietern nötig, die ebenfalls keinen Zugriff auf die Geschäftszahlen bekommen hätten. Da der Verkauf "diskriminierungsfrei erfolgen muss, ist das Parken des ADAC europarechtlich zwingend", erklärte er. Mit einem konkurrenzfähigen Angebot hätte der ADAC "durchaus höhere Chancen, in die nächste Runde zu kommen". Derzeit sei eine "übersichtliche Zahl" von Bietern im Rennen. Die Sanierer wollen ihre Verträge mit Investoren im ersten Quartal 2014 unter Dach und Fach bringen.

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