Park-Roboter in Düsseldorf: Einparkhilfe

Park-Roboter in Düsseldorf: Einparkhilfe

— 23.06.2014

Schichtbeginn für Park-Roboter "Ray"

Durch enge, dunkle Parkhäusern auf der Such nach einem Parkplatz zu kurven, ist für viele eine Herausforderung. In Düsseldorf parkt Park-Roboter "Ray" Autos ein – vollautomatisch.

(dpa/brü) In engen Parkhäusern, eingeschränkt durch bedrohliche, harte Betonwände einen Parkplatz suchen, das ist nicht jedermanns Sache. Dank des elektronischen Parkroboters Ray soll am Düsseldorfer Flughafen Schluss sein mit Gekurbel und Gekurve in engen Betongeschossen – und auch mit der Suche auf endlosen Parkdecks nach einer freien Lücke. Am Montagmittag (23. Juni 2014) tritt Parkroboter "Ray" seinen Dienst an.
Künftig können Autofahrer ihren Wagen auf einem Stellplatz am Eingang abstellen. Nachdem Ray das Auto vermessen hat, hebt er das Auto behutsam um einige Zentimeter an, karrt es zum nächsten freien Platz und parkt es ein. Damit der Wagen beim Anheben nicht beschädigt wird, lupft Ray das Auto wie ein Gabelstapler an den Rädern an. Im Gegensatz zu automatisierten Parkhäusern etwa in New York und München, die wie ein Hochregallager mit Aufzug konstruiert sind, können auch herkömmliche Parkhäuser mit "Ray" nachgerüstet werden, sagt Airport-Sprecher Thomas Kötter.

Roboter lupft das Auto an

Park-Roboter "Ray" hebt Autos behutsam an und bugsiert sie vollautomatisch in die nächste Parklücke.

Entwickelt wurde "Ray" vom oberbayerischen Unternehmen Serva Transport Systems aus Grabenstätt. Viel wurde dabei von Industrierobotern abgeguckt, die fahrerlos durch Autofabriken kurven und dort weitgehend die Logistik übernommen haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich im April auf der Hannover Messe einen Prototypen angesehen und skeptisch gefragt: "Und der Roboter findet mein Auto dann auch später wieder?" Die Antwort gibt "Ray" nun in Düsseldorf: Am Dienstag soll das System freigeschaltet werden, zunächst soll es 260 Parkplätze bestücken.

Roboter für platzsparendes Parken

"Ray" verspricht nicht nur Hilfe für Autofahrer mit Parkhaus-Phobie, sondern auch Mehreinnahmen für die Betreiber: Bis zu 40 Prozent mehr Autos könne der Roboter unterbringen - bei eigens für ihn konstruierten Gebäuden sogar bis zu 60 Prozent, verspricht Serva. "Ray" kann sich auf der Stelle drehen, sein Radius ist daher viel kleiner als der von Autos, die Wege zwischen den Autoreihen können entsprechend schmaler sein. Für den Flughafen hätten die Ingenieure noch einen besonderen Kniff entwickelt, sagt Airport-Sprecher Kötter: eine Anbindung an die Flugdatenbank. Sobald der Flieger des Autobesitzers gelandet ist, erfährt dies "Ray" und kann den Wagen schon mal bereitstellen. Für Bedienerfreundlichkeit soll zudem eine Smartphone-App sorgen. Ray arbeitet auch nachts: Dann verbessert er die Platzvergabe und sortiert die Ausgabe der Wagen vor.

Ray bekommt Brüder

Der Düsseldorfer Flughafen hatte in der Vergangenheit mit seinem Faible für verkehrstechnische Innovationen nicht immer Glück: Die fahrerlose Schwebebahn "Skytrain" geriet in ihrer Anfangsphase immer wieder durch Ausfälle und in mehreren Metern Höhe festsitzende Passagiere in die Schlagzeilen. Das soll mit "Ray" nicht passieren: Das System sei sehr flexibel, heißt es. Es seien mehrere Roboter im Einsatz. Wenn einer mal ausfalle, werde nicht das gesamte System blockiert.

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