Peugeot 308 SW 130 e-THP: Fahrbericht

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Peugeot 308 SW 130 e-THP: Fahrbericht

— 01.04.2014

Unterwegs im Dreizylinder-Peugeot

Peugeot baut jetzt einen Kombi vom 308, dazu gibt es einen nagelneuen Dreizylinder-Benziner. Erster Fahrbericht vom langen Franzosen.

Segler wissen es. Ein Schiff mit längerer Kiellinie läuft bei gleicher Betakelung schneller als ein Kürzeres. Peugeot ist als Bootsbauer bisher zwar nicht aufgefallen, aber irgendwie müssen die Franzosen davon gehört haben. Denn den neuen 308 SW haben sie im Vergleich zum Fünftürer gleich um 33 Zentimeter verlängert – vielleicht ja in der Hoffnung, dass er besonders gut laufen wird. Der Neue sieht ziemlich gut aus, gestreckt, zurückhaltend, nicht ohne Eleganz und damit um Welten besser aus als sein leicht verunglückter, sperriger Vorgänger mit dem gleichen Namen. Aber das gilt ja für den Fünftürer auch schon.

Der Dreizylinder klingt kernig

Der neue 308 SW sieht ziemlich gut aus: gestreckt, zurückhaltend, nicht ohne Eleganz.

Brandneu ist auch ein 1,2-Liter-Dreizylinder mit Turbo, Direkteinspritzung und 130 PS. Ford hat ja mit dem wunderbaren EcoBoost vorgemacht, wie viel Spaß ein moderner, kleiner Dreizylinder in der Kompaktlasse machen kann. Und Peugeot fährt jetzt mit dem THP in der gleichen Spur. Der Quirl schiebt schon im Drehzahlkeller erstaunlich kräftig an (230 Nm bei 1750 Touren), dreht freudig und beschleunigt den 308 lebhaft. Peugeot verspricht 12,1 Sekunden für den Sprint von null auf hundert. Dabei klingt der THP Dreizylinder-typisch heiser-kernig. Sehr angenehm. Für Leute, die mehr Sound wollen, hat Peugeot noch eine Sport-Taste eingebaut. Damit werden das Gas direkter und die Lenkung strammer abgestimmt, die Instrumente färben sich rot, und der Motor knurrt etwas wilder und entschlossener. Auch das passt gut zum Peugeot, der sich leichtfüßig und handlich fährt. Auf glattem Belag bleibt die Federung souverän, sie reagiert jedoch unsensibel auf Querfugen und kleinere Stöße, dann kommt Unruhe ins Auto.

Der Kofferraum ist groß und praktisch

Der Kofferraum fasst 610 Liter – das 54 Liter große Staufach unter dem Ladeboden ist da schon mal mit einberechnet.

Elf von den 33 zusätzlichen Zentimetern entfallen auf den größeren Radstand und kommen dem Platz im Fond zugute, 22 Zentimeter betreffen den hinteren Überhang und damit den Laderaum. Der ist schon im Fünftürer mit 420 bis 1228 Litern wohl geraten, in den Kombi passt aber noch mal deutlich mehr: 610 Liter – das 54 Liter große Staufach unter dem Ladeboden ist da schon mal mit einberechnet. Zur Vergrößerung lassen sich Rückbank- und Lehne geteilt umlegen, dafür gibt es hinten im Kofferraum an der Seitenverkleidung eine Fernentriegelung. Zieht man dran, senkt sich die Bank leicht ab, die Lehne klappt nach vorn, es entsteht eine (fast) komplett ebene Ladefläche, dann schluckt der Peugeot 1660 Liter, auch hier sind die 54 Liter mit drin. Zum Vergleich: In den VW Golf Variant passen 605 bis 1620 Liter, in den Ford Focus Turnier zum 476 bis 1516 Liter.

Bedienung über Touch-Screen-Monitor

Knöpfe gibt es kaum noch, die Bedienung erfolgt über den Touch-Screen in der Mitte.

Beim Ladeabteil selbst hat Peugeot an nette Details gedacht: Im Boden sind zwei Schienen mit vier stabilen, verschiebbaren Verzurrösen eingelassen, das Rollo läuft sanft in einer Fassung und lässt sich, wenn man es nicht braucht, klapperfrei unter dem Ladeboden unterbringen. Fein. Eingerichtet ist der SW, genau wie der 308-Fünftürer, auf eine moderne, eigenständige Art. Die Instrumente liegen über dem – sehr kleinen – Lenkrad. Nicht jeder kann das mühelos ablesen, beim Tester passt es jedoch gut. Und wie beim Fünftürer werden viele Fahrzeug-Funktionen über einen 9,7 Zoll großen Touch-Screen-Monitor gesteuert (Serie ab Ausstattung Active). Das sorgt zwar für eine sehr aufgeräumte Mittelkonsole, dort finden sich kaum noch Schalter oder Tasten, und der Bildschirm hat auch eine feine Grafik. Doch die Tasten reagieren manchmal verzögert, man muss sich stets durchs Menu wählen – selbst, wenn man nur mal eben die Temperatur fürs Klima einstellen möchte. Geschmackssache.

Hinten ist es relativ eng

Peugeot 308 SW: Autosalon Genf 2014

Vorn gibt es klassenüblich viel Platz und eine luftige Atmosphäre, im Fond fragt man sich jedoch, wo die elf zusätzlichen Zentimeter alle geblieben sind. Klar, es gibt mehr Platz für die Beine als im ziemlich engen Fünftürer, doch die Rücklehne steht relativ steil, die Passagiere sitzen sehr aufrecht. Und der Scheitel des 1,93-Meter-Redakteurs kratzt durchaus am Dach, allerdings besaß der Testwagen auch das große Panorama-Glasdach. Die Preise für den 308 SW beginnen bei 19.250 Euro, dafür gibt es den 1,2-Liter-Benziner mit 110 PS, die hier gefahrene 130-PS-Version kostet ab 20.450 Euro, als Active mit dem großen Bildschirm, 16-Zoll-LM-Rädern und Klimaautomatik 22.450 Euro. Die Diesel starten mit 1,6-Liter und 100 PS, jetzt als Euro 6, bei 21.100 Euro. Am 24. Mai geht es bei uns los. Und, so, wie es aussieht, wird der 308 SW wohl ziemlich gut laufen.

Technische Daten Peugeot 308 SW 130 e-THP Turbo-Dreizylindermotor vorn quer • Hubraum 1199 cm3 • vier Ventile pro Zylinder Leistung 96 kW (130 PS) bei 5500/min • Drehmoment 230 Nm bei 1750/min • Frontantrieb, Reifen 225/45 R17 • 6-Gang-Schaltgetriebe • Länge/Breite/Höhe 4585/1804/1461 mm • Leergewicht 1420 kg • Tankinhalt 53 Liter, Kofferraum 610 bis 1660 Liter • 0- 100 km/h in 12,1 s • Spitze 199 km/h • EU-Verbrauch 4,7 Liter Super/100 km • CO2 109 g/km • Preis ab 20.450 Euro.

Autor: Dirk Branke

Stichworte:

Kombi

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