Piaggio baut Kleinstauto

Piaggio Concept NT3 Piaggio Concept NT3

Piaggio baut Kleinstauto

— 04.11.2010

Piaggio gegen Nano

Motorradhersteller Piaggio baut künftig auch ein Auto. Premiere feiert der NT3 auf der EICMA in Mailand. Der Kleinstwagen wird aber nicht die Städter in Europa mobil machen, sondern die in Indien und Asien.

Der klassische Pkw lag bisher weniger im Fokus des italienischen Zweiradspezialisten Piaggio. Es gibt das dreirädrige Kultmobil Ape und einige Kleintransporter mit vier Rädern. Doch jetzt strebt das Unternehmen in einen neuen Markt: Mit einem Kleinstauto, das werksintern derzeit noch unter dem Kürzel NT3 firmiert, will Piaggio ab 2010 Indien, Vietnam und andere Teile Südostasiens erobern. Die Premiere des 2,40 Meter kurzen Minis findet allerdings in Europa statt: Auf der EICMA in Mailand (noch bis 7. November 2010) haben die Italiener ein Heimspiel, kein Wunder also, dass der NT3 ausgerechnet hier um Aufmerksamkeit buhlt. Gebaut werden soll der 1,50 Meter breite Winzling in Vietnam, das senkt die Kosten.

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Piaggio stellt dem knubbeligen NT3 langbeinige Schönheiten zur Seite.

In Indien würde der kleine Italiener gegen das billigste Auto der Welt antreten – den Tata Nano, derzeit für umgrechnet etwa 1400 Euro zu haben. So billig wird der Piaggio garantiert nicht, selbst wenn der Käufer zur Version ohne Türen greift, wie sie auch in Mailand steht. Dafür wirkt er gegen den Inder fast schon futuristisch, und auch bei der Technik ist der Piaggio dem Tata meilenweit voraus. Wo der Inder mit einem Zweizylinder-Motor und 33 PS noch nicht mal sonderlich sparsam zu Werke geht (um die fünf Liter Verbrauch), soll der Italiener nur drei Liter konsumieren. Zwei Otto-Motoren mit 200 und 300 ccm sind geplant, alternativ ist auch eine Hybridvariante vorgesehen. Die hatte Tata auch für den Nano angekündigt, allerdings ohne einen konkreten Einführungstermin. Piaggio hat einen Hybridantrieb bereits fertig und verkauft das Dreirad MP3 auch als Hybridmodell.

Hybrid-Dreiräder aus Italien

Innen sieht der Italo-Mini ziemlich spartanisch aus, Platz ist für drei Personen.

Zurück zum NT3. Der hat Platz für drei Personen, wobei der Fahrer vorn in der Mitte sitzt und die Passagiere auf zwei Sitzen dahinter. Dank der Höhe von 1,60 Metern soll ordentlich Platz überm Scheitel sein, für Transportaufgaben lassen sich die hinteren Sitze ausbauen. Für ausreichende Sicherheit sorgt eine Fahrgastzelle mit einem speziellen Stahlrohrrahmen, die auch europäischen Crashtests widerstehen soll. Beim Design behauptet Piaggio, der NT3 kombiniere die Optik der klassischen Vespa mit dem der Ape – eine gewagte Behauptung. Die Italiener stellen auch eine Cabrio-Version in Aussicht – spätestens dann und erst recht mit Hybridtechnik wäre das Piaggio-Mobil doch auch etwas für Europa. Bis dahin werden aber wohl noch einige Jahre vergehen.

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