Porträt Opel-Bieter RHJI

Porträt Opel-Bieter RHJI

— 21.08.2009

Experte für Krisenkinder

Neben Magna ist auch RHJ International scharf auf die Marke Opel. Das belgische Investmentunternehmen ist nicht branchenfremd und hat bereits 60 Prozent seines Vermögens in Autozulieferer investiert.

(dpa) Das belgische Investmentunternehmen RHJ International (RHJI) konzentriert sich auf Unternehmen im Umbruch. Nach eigenen Angaben investiert RHJI vor allem in Firmen mit Managementproblemen, aber großem Wachstumspotenzial. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Japan. Derzeit hat RHJI 60 Prozent seines Vermögens in drei Autozulieferer investiert. Zum Ablauf des Geschäftsjahres Ende März 2009 war das Portfolio 912 Millionen Euro schwer, ein Jahr zuvor waren es noch 1,6 Milliarden Euro. Der Verlust betrug eine Milliarde Euro.

RHJ International hat seinen Sitz in Brüssel und ist an der Börse Euronext notiert. Das Unternehmen wurde 2004 als Kapitalgesellschaft nach belgischem Recht gegründet. Der US-Finanzinvestor Ripplewood brachte damals seine europäischen und asiatischen Beteiligungen in die eigenständige Gesellschaft RHJI ein. RHJI wird von Ripplewood-Gründer Timothy Collins und dem früheren Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer geführt.
Die Opel-Pläne von RHJI
Konzept Der Finanzinvestor RHJI will Opel sanieren. Er hält sich die Option offen, den Autobauer später gewinnbringend zu verkaufen. Möglicher Käufer wäre GM. Das stößt bei Opel auf Widerstand, weil der Betriebsrat fürchtet, die ungeliebte ehemalige Mutter könnte weiterhin das Sagen haben. Für GM ist das aber eine interessante Option, weswegen Teile des GM-Managements RHJI bevorzugen. Der Investor möchte 50,1 Prozent der Anteile, 39,9 Prozent soll GM behalten. Zehn Prozent soll die Belegschaft übernehmen.
Arbeitsplätze und Werke RHJI will 9900 Stellen in Europa streichen, davon allerdings 3900 in Deutschland. Alle deutschen Werke sollen erhalten bleiben, aber der Finanzinvestor will das in die Jahre gekommene Werk in Eisenach bis Anfang 2012 für zwei Jahre stilllegen. Dies lehnt unter anderem die Landesregierung von Thüringen ab.
Staatsgeld und Eigenkapital RHJI will mit deutlich weniger Staatsgarantien als Magna auskommen. Der Investor kalkuliert zwischen 3 und 3,8 Milliarden Euro ein. Den Verdacht, RHJI wolle zum Kostensparen weniger in Opel investieren, hat das Unternehmen zurückgewiesen. Der belgische Finanzinvestor bietet dabei 275 Millionen Euro Eigenkapital an. Auch RHJI strebt 2011 wieder schwarze Zahlen an.
Quelle: dpa



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