Range Rover Evoque: Abstimmungsfahrt

Range Rover Evoque Range Rover Evoque

Range Rover Evoque: Abstimmungsfahrt

— 29.03.2011

Evoque auf Eis

Letzte Abstimmungsfahrten am Polarkreis für den kleinen Luxus-Range Evoque. Der will mehr sein als nur ein Designerstück, aber was hat er wirklich drauf? AUTO BILD hat es getestet.

Es ist kalt, saukalt. Minus 27 Grad, um genau zu sein. Ich stehe auf einem zugefrorenen See, knapp 50 Kilometer vor dem Polarkreis, und warte auf den ersten Range, den es auch mit Frontantrieb geben wird – ein Range wohlgemerkt. Die Fan-Gemeinde ist geschockt – und ich tiefgefroren. Endlich stoppt der neue Evoque direkt vor mir, keine Sekunde zu spät und gut geheizt wie kein Brite zuvor. Geht doch. Erster Eindruck nach dem Auftauen: Range-Rover-Stil im Mix mit der Konzernschwester Jaguar. Nicht unbedingt das Willkommen-zu-Hause-Gefühl, aber auch kein Suchspiel. Sämtliche Materialien fassen sich gut an, die belederten Schalensitze verdienen diesen Namen.

Überblick: Alle News und Tests zum Range Rover Evoque

Kauftipp: Wer Im Evoque in Reihe zwei Platz braucht, sollte den Fünftürer nehmen.

Die hohe, nach hinten ansteigende Schulterlinie wirkt wie eine kleine Burgmauer, hinter der die Passagiere Schutz finden. Dramatisch wie bei Shakespeare: die Keilform der Seitenscheiben. Und wie geht's den Passagieren hinten? Leidlich, wenn es sich um die fünftürige Version des 4,35 Meter langen Baby-Range handelt. Sie bietet dank vier Zentimeter höheren Dachs gerade so ausreichend Kopffreiheit für Hinterbänkler bis etwa 1,80 Meter. Wer größer ist, muss vorn sitzen. Oder aussteigen und die extravagante Form bestaunen. Doch das Designerstück unter den Kompakt-SUVs will auch beim Fahren überzeugen. "Unser neues Kompakt-SUV ist ein richtiger Range Rover", verspricht Land-Rover-Ingenieur Karl Richards. Logisch. Wir scheuchen das Topmodell der Baureihe mit 240-PS-Benziner, Sechsstufenautomatik und natürlich Allradantrieb erbarmungslos übers Glatteis. Der Evoque rollt durchaus komfortabel ab und belegt zumindest in dieser Vorführversion, dass Klappern nicht unbedingt zum Handwerk eines Vorserienmodells gehört.

Effektiv und unauffällig wie ein englischer Butler arbeitet das "Terrain-Response-System". Dahinter steckt nichts anderes als eine flexible Allradtechnik, die über einen Drehschalter vier Fahrmodi bereithält: Wüste, Matsch, Straße oder eben Winter. Neben dem gefahrenen Turbo Si4 gibt es den Evoque noch mit 2,2-Liter-Diesel und 150 PS – als eD4 mit Frontantrieb und als TD4 mit Allrad (1800 Euro Aufpreis). Darüber rangiert der gleiche Common-Rail-Diesel mit 190 PS, Allradantrieb und dem Namenszug SD4 am Heck. Die Preise starten für den Fünftürer bei 33.100 Euro – dafür gibt es den 150-PS-Diesel und, wie erwähnt, erstmals Vorderradantrieb in einem Range. Zwei Türen weniger kosten beim Evoque 1000 Euro mehr – der Preis fürs Stylingprodukt. Verkaufsstart ist September 2011.
Fahrzeugdaten* eD4 2WD SD4 4WD Si4 4WD
Leistung 110 kW (150 PS) 140 kW (190 PS) 177 kW (240 PS)
max. Drehmoment 340 Nm 420 Nm 340 Nm
0–100 km/h 10,8 s 8,5 s 7,6 s
Vmax 184 km/h 195 km/h 217 km/h
CO2-Ausstoß 129 g/km 174 g/km 199 g/km
Verbrauch (EU-Mix) 4,9 l Diesel/100 km 6,4 l Diesel/100 km 8,4 l Super/100 km
Preis 33.100 Euro 40.030 Euro** 39.900 Euro**
* vorläufige Werte, ** inklusive 2330 € für Sechsstufenautomatik, Aufpreis für Coupé Version 1000 €, Aufpreis für Dynamic-Ausführung 8200 €, Aufpreis für Prestige-Ausführung 9000 €
Autor:

Sven Schulte-Rummel

Fazit

Der Allrad-Evoque hinterlässt bei diesen Testfahrten unter extremen Bedingungen einen souveränen Eindruck. Was zu erwarten war. Wir sind gespannt auf die frontgetriebene Variante. 

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