Ratgeber Restalkohol

Ratgeber Restalkohol

— 06.12.2007

Morgens noch betrunken?

Wer bis in die Nacht kräftig zecht und sich morgens gleich wieder ans Steuer setzt, riskiert seinen Führerschein. Wer feucht feiern will, sollte sich danach besser gleich einen autofreien Tag nehmen.

Polizeikontrolle am Vormittag. Fragt der Beamte den Autofahrer: "Haben Sie noch Restalkohol?" Darauf dieser: "Ich verbitte mir diese Bettelei!" Scherz beiseite, denn Alkohol am Steuer ist auch am Morgen nach einer Feier nicht witzig. Auch dann nicht, wenn der Fahrer sich wieder fit fühlt. Führerschein und Kaskoschutz geraten in Gefahr, von schlimmeren Folgen ganz zu schweigen. Verantwortungsbewusste Autofahrer, die feuchtfröhlich feiern, lassen sich deshalb vom Taxi oder einem nüchternen Freund chauffieren. Doch dass am nächsten Morgen der Alkohol im Blut immer noch einen kritischen Stand aufweisen kann, wird oft verdrängt. Ausgiebig geduscht, kräftig gefrühstückt, drei Tassen Kaffee getrunken – und viele fühlen sich wieder fit fürs Steuer. Doch für den Alkoholabbau gibt es keine Patentbeschleuniger. Das Rechenbeispiel in der Tabelle zeigt die Gefahr: Ein Mann von 80 Kilo trinkt von acht Uhr abends bis ein Uhr morgens pro Stunde je einen halben Liter Bier und je einen Schnaps. Dann hat er am Ende durchschnittlich 1,55 Promille im Blut. Und die sind später abgebaut, als viele glauben.

Denn am nächsten Morgen um neun Uhr sind vom Ausgangspegel noch rund 0,75 Promille vorhanden. Wer damit losfährt, riskiert mindestens einen Monat Fahrverbot. Bei einem Unfall würde der Führerschein für sechs Monate entzogen. Zudem kann der Kaskoschutz verloren gehen (OLG Karlsruhe, Az. 19 U 167/01). Im grünen Bereich ist der Autofahrer bei unserem Beispiel erst wieder ab 14 Uhr, wenn der Pegel unter 0,3 Promille liegt. Denn auch der Bereich ab 0,3 ist kritisch: Werden ab diesem Wert zusätzlich "Anzeichen von Fahrunsicherheit" festgestellt, drohen ebenso herbe Strafen.

Fazit: Wer feucht feiern will, sollte sich danach besser gleich einen autofreien Tag nehmen.
Alkohol: So langsam baut er sich im Körper ab
Zeitpunkt Promille Folge
1.00 Uhr 1,55 1,1 Promille und mehr ("absolute Fahruntüchtigkeit") wird als Straftat geahndet. Folge: Geld- oder Freiheitsstrafe, sieben Punkte, mindestens sechs Monate Führerscheinentzug, zur Wiedererteilung der Fahrerlaubnis wird häufig eine MPU angeordnet. Versicherung: Kaskoschutz entfällt.
2.00 Uhr 1,45
3.00 Uhr 1,35
4.00 Uhr 1,25 0,5 bis 1,09 Promille, ohne Anzeichen von Fahrunsicherheit:
1. Verstoß: ein Monat Fahrverbot, vier Punkte, 250 Euro Bußgeld;
2. Verstoß: drei Monate Fahrverbot, vier Punkte, 500 Euro Bußgeld
3. Verstoß: drei Monate Fahrverbot, vier Punkte, 750 Euro Bußgeld.
Versicherung: Kaskoschutz kann entfallen.
5.00 Uhr 1,15
6.00 Uhr 1,05
7.00 Uhr 0,95
8.00 Uhr 0,85
9.00 Uhr 0,75
10.00 Uhr 0,65
11.00 Uhr 0,55
12.00 Uhr 0,45 0,3 bis 1,09 Promille, mit Anzeichen von Fahrunsicherheit: kann bestraft werden wie "absolute Fahruntüchtigkeit".
13.00 Uhr 0,35
14.00 Uhr 0,25 Bis 0,29 Promille: wird üblicherweise nicht geahndet. Versicherung: Kaskoschutz besteht.
15.00 Uhr 0,15
16.00 Uhr 0,05
Berechnungsgrundlage: Ein Mann (80 Kilogramm Körpergewicht) trinkt von 20.00 Uhr bis 1.00 Uhr gleichmäßig fünf Bier (0,5 Liter, 5 Prozent Alkoholgehalt) und hat fünf Schnäpse (2cl, 40 Prozent Alkoholgehalt). Die Abbaurate von 0,1 Promille pro Stunde ist eine Faustformel, sie kann nach individuellen Voraussetzungen höher oder auch niedriger liegen.

Autor: Roland Bunke

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