Rinspeed Bedouin

Rinspeed Bedouin Rinspeed Bedouin

Rinspeed Bedouin

— 27.02.2003

Der Porsche-Pick-up

Was für ein wüster Turbo! Der Schweizer Tuner Rinspeed hat den Beduinen-Beschleuniger erfunden.

Sportwagen und Lastesel in einem

Au Backe! Kommt jetzt der Wüstenkombi für schräge Scheichs? Der Schweizer Autobauer Frank Rinderknecht zeigt uns in Genf ein Auto aus Tausendundeiner Nacht: den Rinspeed Bedouin.

Der Wüstenrenner basiert auf dem Porsche Turbo, soll Sportwagen und Lastesel in einem sein. Ein kurzer Knopfdruck auf die Funkfernbedienung reicht, schon verwandeln – klick, surr, rassel – zwei Elektromotoren das viersitzige Kombicoupé in einen zweisitzigen Pick-up.

Das Verdeck verschwindet dabei nicht im Kofferraum, sondern in der Fahrgastzelle. Polierte Leichtmetallstreben schützen das Glasdach vor Kratzern – nur für den Fall, dass der Beduine mit wilden Jungschafen auf der 185 Zentimeter langen Ladefläche durch die Wüste ballert. Von außen wirkt das Heck ein bisschen wie Stallung. Von innen hingegen fällt das Sonnenlicht so genial durch die Aluroste, als säße man im Palmenschatten einer Oase.

Leder und halbe Sachen im Cockpit

Überhaupt wirkt der Innenraum wie ein arabisches Wohnzimmer. Die Türen und Schalter sind mit funkelndem Swarovski-Glas besetzt. Rotes und sattelbraunes Leder verbreitet den Duft ehrwürdiger Kolonialsessel. Das Lenkrad in Hufeisenform hat eine Besonderheit: Die intelligente Lenkung benötigt weniger als eine halbe Umdrehung, um die Vorderräder voll einzuschlagen. Je enger die Kurve, desto weniger musst du kurbeln. Klasse.

Ein kurzer Wink mit dem Zündschlüssel (natürlich links), und im Heck beginnt der Boxer lauthals zu schreien. Die 420 PS des aufgeladenen Sechsers sind in der Wüste so übermächtig wie Aladins Wunderlampe.

Während andere Hirten froh sind, dass ihr Pick-up überhaupt tuckert, durchfliegt der Bedouin die 100-km/h-Schallmauer schon nach 5,9 Sekunden. Maximal kann der Rinspeed-Laster mit 250 km/h durch die Steppe brennen. Mehr Tempo will Rinderknecht dem Bedouin nicht zumuten: "Unser Porsche-Laster ist 15 Zentimeter höher als ein normaler Turbo. Bei diesem hohen Aufbau muss man elektronisch abregeln. 300 km/h wären eindeutig zu heftig."

Technische Daten im Überblick

Je nach Emirat Super plus oder Erdgas tanken, Großviehbesitzer aktivieren ihren Komposthaufen und fahren billig mit Biogas. Schöne Vorstellung. Doch leider nur ein Märchen: Der über 400.000 Euro teure Prototyp wird nach dem Genfer Salon in Rinderknechts Garage verschwinden – wie alle seine Prototypen seit 1995.

Technische Daten Sechszylinder-Boxer, zwei Turbos • Hubraum 3600 cm3 • 309 kW (420 PS) bei 6000/min • maximales Drehmoment 560 Nm bei 2970/min • Antrieb mit Erdgas/Benzin • Sechsgang • Allrad • höhenverstellbares Fahrwerk • Reifen vorn 255/40 R 18, hinten 285/50 R 18 • L/B/H 4458/1975/1458 mm • Radstand 2350 mm • Leergewicht 1640 kg • 0–100 km/h in 5,9 s • Höchstgeschwindigkeit 250 km/h

Das ist Rinspeed Die Firma Rinspeed wurde 1977 gegründet. Inzwischen ist Frank M. Rinderknecht (47) zu einer echten Szenegröße avanciert: Die Rinspeed-Studien dienen als Kompetenznachweis gegenüber der Automobilindustrie: Jedes Jahr entwirft und begleitet Rinspeed weltweit etwa 1100 Sondermodelle für Saab, Kia und andere.

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