Hilfe bei Blechschäden

Selbsthilfe bei Blechschäden Selbsthilfe bei Blechschäden

Selbsthilfe bei Blechschäden

— 01.03.2002

Es ist zum Beulen!

Ist die Beule erst im Blech, hat der Autofahrer Pech: Die Reparatur ist meist sehr teuer. Wir zeigen preiswertere Möglichkeiten.

Herausziehen mittels Klebetechnik

Mit Beulen und Dellen am Auto ist es ein bisschen wie mit Schnupfen und Grippe: Manche stören überhaupt nicht, für andere ist ganz schnelle Hilfe erforderlich, und häufig heilt nur eine langfristige Behandlung. Wo die Selbsttherapie anfängt und wo die Heilung mit schweren chirurgischen Eingriffen endet, erklären wir hier.

Kleine Dellen Mit einem speziellen Drück-Verfahren können Profis die Beulen von der Innenseite her zurückstemmen. Lack bleibt unbeschädigt, Kosten halten sich somit in Grenzen. Nachteil: An Sicken oder hinter einer Seitenaufprallschutzleiste lässt sich nicht hebeln. Selbermacher sollten bedenken: Endet die Behandlung mit Lackschäden, wird es noch teurer. Eine neue Möglichkeit ist, kleine Dellen und Beulen mittels Klebetechnik herauszuziehen. Das Prinzip: Mit einer Schraubzwingen-Konstruktion zieht der Anwender an einem Stempel. Der ist mit Heißkleber am verbeulten Blech befestigt. So lässt sich die Vertiefung dosiert herausdrehen. Das Verfahren ist besonders günstig und schnell, da keine Teile demontiert werden müssen. Die Beseitigung der Delle an der Golf-III-Tür hat uns 70 Mark gekostet und nur eine halbe Stunde gedauert.

Beulen an Kanten oder mit Lackschaden Hier lässt sich nur reparieren, wenn die Schadenstelle zunächst abgeschliffen und nach dem konventionellen Ausbeulen verspachtelt wird. Nach dem Verspachteln mit Zwei-Komponenten-Polyester folgt der Lackaufbau: grundieren, schleifen, lackieren. Für Selbermacher gilt: Besser schlecht lackiert als gut gerostet. Denn ganz ohne Lacküberzug und akkurate Grundierung werden aus kleinen Knitterfältchen schnell böse Rost-Geschwüre. Do-it-yourself-Spengler müssen mit rund 100 Mark Kosten für Spachtel und Farbe rechnen, in der Profiwerkstatt kostet zum Beispiel die Reparatur einer Tür ab zirka 500 Mark. Allerdings bleibt die Gefahr, dass ein so reparierter Schaden zur chronischen Krankheit wird. Denn unsachgemäß vorbereitete Blechteile rosten sehr schnell unter dem frischen Lackkleid - und dann ist bald eine neue Kur fällig.

Frischzellenkur durch Anbauteile

Teile austauschen Möglich bei Kotflügeln, Hauben, Türen. Finden sich die eingedellten Partien an angeschraubten Karosserieteilen, fällt zumindest das Ausbeulen weg. Aber: Nicht immer ist der Austausch, beispielsweise einer Tür, die günstigere Alternative. Zum Teil kommen die Lackierkosten - auch innen - sowie der erhöhte Montageaufwand für Fenster, Dichtungen, Schließmechanik dazu. Die herkömmliche Reparatur bleibt deshalb oft günstiger. Vorteil Komplettaustausch: Rost ist so schnell kein Thema, die lackierte Oberfläche ist garantiert wellenfrei und glatt.

Austausch einzelner Karosserie-Partien Ist der Infarkt unter den Instandsetzungsmaßnahmen und nichts für Selbermacher. Denn völlig zerknitterte oder gestauchte Blechflächen sollten besser transplantiert werden, alles andere wäre Pfusch. Spezielle Reparatur-Passformbleche (wie die hintere Ecke des VW T3) werden anstelle des deformierten, herausgeschnittenen Teils eingeschweißt. Besonders aufwendig dabei: Das Ersatzblech muss haargenau eingepasst, die Anschlusskanten müssen penibel begradigt werden, damit hinterher nichts schief steht oder rostet. Danach versiegelt der Karosseriebauer die Nähte, lackiert wie gehabt. Der hohe Aufwand für das Schweißen treibt die Behandlungskosten zwar enorm hoch, doch oft ist diese Variante die einzig mögliche Heilungsmethode.

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