Smart fortwo (ab 1998)

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Smart fortwo (ab 1998)

— 25.02.2002

Viele, viele teure Smarties

Stabil im Crash, stabil im Alltag, stabil im Preis: Der geringe Wertverlust lässt gebrauchte Smart auch im dritten Jahr noch nicht alt aussehen.

Marktlage und Karosserie

Liebe oder Hass - das sind die zwei Meinungen zum Smart. Denn einer stetig gewachsenen Fangemeinde steht eine wachsende Schar Enttäuschter gegenüber: die ihren Einkauf im 150-Liter-Kofferraum einfach nicht unterbringen können, denen der Rücken vom harten Fahrwerk schmerzt und die mit einem realen Verbrauch von sechs bis sieben Liter Benzin nicht gerechnet hatten. All jene waren das smarte Spaßmobil leid und verkauften es. Dazu rückten Tausende Leasing- und Mietwagenrückläufer in den Gebrauchtwagenmarkt.

Nach knapp drei Zulassungsjahren findet sich daher ein reiches Sortiment. Das betrifft in jedem Fall die Farbauswahl mit neckischen Namen wie hello yellow (hallo gelb) oder mad red (verrückt rot). Preislich sieht es nicht so fröhlich für gebrauchte Smart aus: Wer um 10.000 Mark ausgeben will, kann nur auf ein 98er Exemplar mit 30.000 Kilometern hoffen. Doch die Nacktversion ist selten. Häufig musste es die Variante Passion sein, rund 20.000 Mark teuer. Die kostet als 99er Modell heute noch locker 15.000 Mark - viel Geld für ein kleines Auto.

Das aber außerordentlich robust ist. Unser Ex-Mietwagen-Kandidat vom Herbst 1999 legte auf der Hebebühne jedenfalls eine bühnenreife Vorstellung ab: kein Rostfleck von oben bis unten, Motor und Getriebe so trocken wie Martini dry. Auch an den Falzen und Kanten war kein Makel. Lediglich der linke hintere Plastikkotflügel hatte einen Riss, vermutlich von einem gewagten Einparkmanöver.

Technik und Verarbeitung

Leicht riefig zeigten sich zudem die Bremsscheiben, ohne allerdings Leistungsverlust erkennen zu lassen. Verschleiß im Innenraum fand sich am Plastik. Es ist kratzempfindlich, exponierte Stellen wie im Minikofferraum sehen schnell hässlich aus. Die Plastikkappe des Blinkerhebels war zersplittert. Rost fand sich dann doch noch - die Klammern der Türdichtgummis. Kein Drama, solange der darunter liegende Karosseriefalz nicht mitleidet.

War's das? Nicht ganz. Obwohl der Smart beim AUTO BILD-Dauertest über 50.000 Kilometer (2000) lief und lief, bleiben doch kleinere Schwächen. Dazu zählen klappernde Beifahrersitze, Seitenscheiben und Heckklappen. Oder das Rätsel geplatzter Glasdächer. Leistungsverlust beim Schnapsglas-Motor ist zurückzuführen auf defekte Auspuffkrümmer, lockere Abgasrückführventile (CDI) und defekte Turbolader. Gelegentlich werden auch undichte Simmerringe und Ölverlust gesichtet. Kleinigkeiten, sagen Smart-Enthusiasten, die auf die bretthart gefederte Ur-Version schwören. Vieles wurde von Smart-Centern auf Garantie und Kulanz behoben. Vieles wurde mit der Modellpflege verbessert. Das schafft Freunde. Und wenn in Zukunft die Preise endlich fallen, wird es davon wohl noch mehr geben.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 10/98 Neueinführung: 2,50-Meter-Coupé, Dreizylinder-Turbomotor (599 cm3), Ausstattung "Pure" (45 PS) oder "Pulse" (55 PS). Heckantrieb, Sandwich-Bauweise. Preis: ab 16.480 Mark 1/99 Ausstattung "Passion" (55 PS) u. a. mit Klima ab 19.480 Mark 6/99 TrustPlus in Serie (Nachrüstaktion), 2. Fahrwerksgeneration 11/99 komfortablere Fahrwerksabstimmung, Detailverbesserungen 12/99 Dieselmotor CDI: 799 cm3/41 PS. Preis: ab 18.980 Mark 3/00 Cabrioversion als "Pulse" ab 22190 Mark ("Pure" ab 11/00) 9/00 Alle Motoren erfüllen Abgasnorm Euro 3

Schwachstellen • Plastik ist sehr kratzempfindlich, besonders im schnell voll gepackten Mini-Kofferraum • Bremsscheiben sind schnell ruiniert, wenn die Spurtqualitäten des Turbo im Stadtverkehr ausgefahren werden • Turbolader-Motoren sollen prinzipiell vorm Abstellen im Leerlauf abkühlen, um Lagerschäden vorzubeugen • Bodypanels der ersten Generation sind auf Dauer nicht lichtbeständig: Weiß wird gelblich, Schwarz vergraut • Detailschwächen wie klappernde Seitenscheiben und Motorpfeifen beim Gaswegnehmen

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Smart & Pulse, 40 kW/55 PS, Baujahr 1999. Kleines Auto, aber keine kleinlichen Preise. Unschlagbar günstig sind aber die lackierten Kotflügel - wo nicht viel ist, kann auch nichts viel kosten.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Große Mängel hat der Smart nicht, doch es gibt Detailschwächen. Dazu gehören klappernde Heckscheiben und Beifahrersitze sowie die leicht verschmutzende orange Innenausstattung. Nicht zu ändern ist die brettharte Federung der ersten Serie 98/99. Frühe Modelle litten unter undichten Simmerringen am Differenzial. Empfehlenswert ist der 55-PS-Benziner, der sich ohne große Spritsparkunst mit fünf Litern fahren lässt. Vom Tuning des Diesel-CDI ist abzuraten - dabei gibt es oft thermische Probleme." Werner Vogel, www.smart-club.de

Modellempfehlung Smart & Pulse (40 kW/55 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 60 Mark/D3 Testverbrauch: Werksangabe 4,8 Liter, gemessen 6,5 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (11/1000 Mark SB): 700 Mark; Teilkasko (16/300 Mark SB): 168 Mark; Haftpflicht (12): 1319 Mark (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 250 bis 450 Mark Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 30 Prozent vom Neupreis. Die oft teure Ausstattung hält Gebrauchtpreise noch auf hohem Niveau.

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