Sounddesign von Eberspächer
Nie wieder Lärm?

Der Autozulieferer Eberspächer kann Motorenlärm auf Knopfdruck verschwinden lassen. Mit dem Active-Sound-System lässt sich der Klang auch variieren und tunen. Der technische Trick heißt Antischall.
Stell Dir vor, Du gibst Gas – und niemand hört es... Der Automobilzulieferer Eberspächer hat es geschafft: Seine neue Technolgie "Active-Sound-System" lässt Motoren verstummen. Doch nicht nur Lärmschutz ist mit der Innovation möglich; die Eberspächer-Entwicklung lässt einen Elektromotor plötzlich sonor brummen und verwandelt eine müde, alte Dieselmaschine in einen leistungsgierigen V8-Benziner. Die Akustik kann auch auf Knopfdruck hin- und hergewechselt werden. Hintergrund ist eine Technik, die sich ohne Übertreibung als revolutionär bezeichnen lässt: Motorlärm kann damit um bis zu 20 Dezibel reduziert werden. Das könnte Frieden und Entspannung stiften – nicht nur im Fahrzeuginnern für die Insassen, sondern auch für Millionen von Menschen am Rand der Straße, die heute unter Verkehrlärm leiden, ja sogar krank werden. Die Technolgie steht laut Hersteller unmittelbar vor der Serienfertigung. Da die Hardware für ganze Hersteller-Plattformen genutzt werden kann, muss lediglich die Software an die jeweilige Motorisierung angepasst werden.
Eberspächer musste stabile Lautsprecher erst entwickeln

Bild: Werk
In Zukunft wird Sound modelliert werden wie Knetmasse
Die Auslöschung der Lärm-Schallwellen ist nur der erste Schritt. Man kann auch nur Teile des Motorsounds auslöschen (gegenphasig übereinanderlagern), andere Segmente verstärken (gleichphasig) und mit erwünschten Untertönen ausstaffieren. Bald werden sich Geräusche wie Knetgummi modellieren lassen. Ein weiterer Pluspunkt ist die kompakte Bauweise: Der neue Schalldämpfertyp hat ein bis zu 60 Prozent geringeres Volumen, benötigt entsprechend weniger Platz im Unterboden des Fahrzeugs und zumeist auch weniger Material. Zudem ist er ein Leichtgewicht, der Schalldämpfer wiegt bis zu 40 Prozent weniger als bisher marktübliche Systeme. Aber auch beim Abgasgegendruck ist das Gerät ganz vorn: Möglich ist Reduzierung um bis zu 150 Millibar. Das bedeutet vor allem bei Spitzenleistungen einen reduzierten Kraftstoffverbrauch und einen geringeren CO2-Ausstoß.
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