MS Design 159 1.9 JTDM 16V

Test Alfa MS Design 159 1.9 JTDM 16V Test Alfa MS Design 159 1.9 JTDM 16V

Test Alfa MS Design 159 1.9 JTDM 16V

— 25.08.2007

Zunehmend heiter

Gute Aussichten für eine pfundige Italo-Schönheit: Der MS Design 159 1.9 JTDM 16V lindert das Gewicht mit 30 Mehr-PS und straffem Fahrwerksschnitt.

Heiße Hüften, grimmiger Blick, rassiger Hintern – man möchte dem Alfa 159 wirklich ein "Bella macchina" hinterhersingen. Doch der Schein trügt. Das Sportler-Herz, das die Alfisti ihren Autos seit jeher als "cuore sportivo" implantieren, pocht am Rande des Infarkts. Diagnose: Der Südländer leidet an Übergewicht. 1680 Kilo wuchtet er auf die Waage, 1040 buckelt allein die Vorderachse. Last, an der die 150 Serien-PS des 1,9-Liter-Diesels schwer zu schleppen haben. MS Design schafft Abhilfe, dopt den Selbstzünder mit 30 Extra-Rössern und entlockt der Fuhre so mehr Sportlichkeit.

Karosserie/Qualität

Die Österreicher würzen gehörig nach: An Front und Flanke versprühen farblich abgesetzte Luftleitlippen Tourenwagencharme. Das Heck zieren eine neckische Abrisskante und zwei großkalibrige Endrohre, die das rasselnde Gediesel des JTD aber auch nicht verschleiern können.

Fahrfreude/Antrieb

Der MS Alfa kann seinen Werksspeck kaum kaschieren. Die 380 Newtonmeter ziehen zwar prompt und stramm an den Vorderwalzen, verflachen jedoch Rapide mit kletterndem Tourenzeiger. Schade, denn dank üppigem Radsatz und Knackfahrwerk lenkt der 159 zackig und nascht Biegungen wankstabil, schnell und neutral – nerviges Untersteuern müssen nur Mini-Schumis fürchten. Das zappelige Bremsverhalten und der Ungehorsam der 245er-Pneus auf Bodenwellen mindern aber den Kurvenappetit.

Fahrleistungen

Mit 9,2 Sekunden auf 100 zwackt der gechippte Alfa der Serie nur zwei Zehntel ab. Deutlicher die Vmax-Messung: 217 km/h kachelt der MS, sieben mehr als die Serie.

Fahrwerk/Komfort

Die satte Tieferlegung bis auf Grasnarbenniveau spricht nicht gerade für besten Komfort. Das merkt man beim Fahren: Heftigen Kreuzstößen der resoluten Dämpfung kann man mit Gullydeckel-Slalom noch entkommen, materialmordendem Reifenscheuern im Radhaus bei Vollbesetzung leider nicht.

Preis/Kosten

Gut 7200 Euro für den Race-Umbau sind trotz mancher Schwäche ein gängiger Kurs. Gegen das werksseitige Völlegefühl hilft bereits das Leistungskit für 855 Euro.
Technische Daten
Motor R4, Turbodiesel, vorne quer
Hubraum 1910 cm³
Leistung 132 kW (180 PS) bei 4000/min
Literleistung 94 PS/l
Drehmoment 380 Nm bei 2000/min
Antriebsart Vorderrad
Getriebe 6-Gang, manuell
Bremsen vorn Scheiben, innenbelüftet
Bremsen hinten Scheiben
Räder vorn/hinten 8x20 Zoll
Reifen vorn/hinten 245/30 R 20
Leergewicht/Zuladung 1680/375 kg
Leistungsgewicht 9,3 kg/PS
MESSWERTE
0-100 km/h 9,2 s
60-100 km/h 6,9 s
80-120 km/h 10,0/14,5 s
Bremsweg aus 100 km/h (k./w.) 38,4/39,3 m
Testverbrauch auf 100 km 8,5 l Diesel
Höchstgeschwindigkeit 217 km/h
TUNING
Leistungssteigerung 855 Euro
Radsatz 3522 Euro
Tieferlegungsfedern 263 Euro
Anbauteile 1988 Euro
Auspuff 230 Euro
Bremse Serie
Preis 35.508 Euro
PLUS: auf das Design abgestimmtes Bodykit, straffes Fahrwerk für hohes Kurventempo, gestiegene Höchstgeschwindigkeit, harmonisch angepasste Leistungsspritze
MINUS: träges Fahrverhalten aufgrund des hohen Seriengewichts, scheuernde Räder bei Vollbesetzung, nur unwesentlich verbesserte Sprintwerte
Note: 2-

Autor: Stefan Helmreich

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