Heiße Hüften, grimmiger Blick, rassiger Hintern – man möchte dem Alfa 159 wirklich ein "Bella macchina" hinterhersingen. Doch der Schein trügt. Das Sportler-Herz, das die Alfisti ihren Autos seit jeher als "cuore sportivo" implantieren, pocht am Rande des Infarkts. Diagnose: Der Südländer leidet an Übergewicht. 1680 Kilo wuchtet er auf die Waage, 1040 buckelt allein die Vorderachse. Last, an der die 150 Serien-PS des 1,9-Liter-Diesels schwer zu schleppen haben. MS Design schafft Abhilfe, dopt den Selbstzünder mit 30 Extra-Rössern und entlockt der Fuhre so mehr Sportlichkeit.

Karosserie/Qualität

Die Österreicher würzen gehörig nach: An Front und Flanke versprühen farblich abgesetzte Luftleitlippen Tourenwagencharme. Das Heck zieren eine neckische Abrisskante und zwei großkalibrige Endrohre, die das rasselnde Gediesel des JTD aber auch nicht verschleiern können.

Fahrfreude/Antrieb

Der MS Alfa kann seinen Werksspeck kaum kaschieren. Die 380 Newtonmeter ziehen zwar prompt und stramm an den Vorderwalzen, verflachen jedoch Rapide mit kletterndem Tourenzeiger. Schade, denn dank üppigem Radsatz und Knackfahrwerk lenkt der 159 zackig und nascht Biegungen wankstabil, schnell und neutral – nerviges Untersteuern müssen nur Mini-Schumis fürchten. Das zappelige Bremsverhalten und der Ungehorsam der 245er-Pneus auf Bodenwellen mindern aber den Kurvenappetit.

Fahrleistungen

Mit 9,2 Sekunden auf 100 zwackt der gechippte Alfa der Serie nur zwei Zehntel ab. Deutlicher die Vmax-Messung: 217 km/h kachelt der MS, sieben mehr als die Serie.

Fahrwerk/Komfort

Die satte Tieferlegung bis auf Grasnarbenniveau spricht nicht gerade für besten Komfort. Das merkt man beim Fahren: Heftigen Kreuzstößen der resoluten Dämpfung kann man mit Gullydeckel-Slalom noch entkommen, materialmordendem Reifenscheuern im Radhaus bei Vollbesetzung leider nicht.

Preis/Kosten

Gut 7200 Euro für den Race-Umbau sind trotz mancher Schwäche ein gängiger Kurs. Gegen das werksseitige Völlegefühl hilft bereits das Leistungskit für 855 Euro.