Test Fiat Scudo/Ducato/Strada

— 15.03.2007

Fiats neue Frachter

Innerhalb von 15 Monaten hat Fiat seine gesamte Nutzfahrzeug-Flotte renoviert. autobild.de war bei der Präsentation der Italo-Frachter – erste Eindrücke vom neuen Scudo, Ducato und Strada.



Große Pötte gibt's im Hamburger Hafen reichlich. Meist schwimmend, seltener kommen sie auf vier Rädern daher. Fiat Transporter, Nutzfahrzeug-Tochter des italienischen Autobauers, nutzte die frische Brise in der Hansestadt, um die ebenso frisch renovierte Transporter-Flotte vor geeigneter Kulisse zu präsentieren. autobild.de war dabei und hat die neuen Italo-Frachter mal genauer unter die Lupe genommen.

Der neue Scudo – ein echtes Multitalent

Der Klein-Lkw Scudo transportiert Waren oder bis zu neun Personen.

Jüngstes Kind der Modelloffensive von Fiat Transporter ist der neue Scudo. Der Kompakt-Lkw wird in Frankreich in Kooperation mit dem PSA-Konzern gebaut und kann entweder als Kastenwagen oder als Personentransporter (Kombi) geordert werden. Als Zielgruppe kommen Handwerksbetriebe und Dienstleister, aber auch Taxiunternehmen und Hotels infrage. Ich entscheide mich für das Topmodell mit dem stilvollen Namen "Panorama Executive". Der Neunsitzer gefällt mit bequemen Sitzen, Zweizonen-Klimaautomatik und optionaler Luftfederung an der Hinterachse.

Im Vergleich mit dem Flaggschiff Ducato (rechts) wirkt der Scudo fast zierlich.

Der Fahrkomfort überzeugt, der 120-PS-Diesel zieht kräftig an, hält sich im Innenraum aber angenehm zurück. Der Scudo fährt sich fast wie ein Pkw – nur die Sichtverhältnisse beim Rückwärtsrangieren lassen zu wünschen übrig. Schuld ist die kleine Heckscheibe, außerdem stehen die hinteren Sitze in der Optik. Ein Glück, dass unser Scudo in der "Executive"-Ausstattung mit allen Schikanen ausgestattet ist und serienmäßig über eine Parkhilfe verfügt. Der "Piepser" macht das Rangieren mit dem immerhin fünf Meter langen Kleintransporter erheblich leichter.

Der Innenraum des Scudo bietet viel Platz und bequeme Sitze.

Fiat bietet den Scudo mit zwei verschiedenen Radständen an. Der Kompakttransporter schleppt bis zu 1125 Kilo. Für Vortrieb sorgen drei Multijet-Turbodieselmotoren, wahlweise 90, 120 oder 136 PS stark. Die Topmotorisierung ist serienmäßig mit einem Partikelfilter ausgestattet, für die schwächeren Versionen ist der Rußkiller nicht lieferbar. Die Preise für den Scudo beginnen bei 22.253 Euro für den Kastenwagen und 24.038 Euro für den Kombi.

Truckerfeeling im Ducato? Fehlanzeige!

Pkw-Ambiente habe ich jeden Tag – jetzt will ich echtes Truckerfeeling und nehme Platz im Ducato. Das Flaggschiff unter den Fiat-Lasteseln läuft seit 2006 in dritter Generation vom Band und dürfte besonders Campingfreunden ein fester Begriff sein. Der Ducato ist laut KBA das beliebteste Basisfahrzeug für in Deutschland zugelassene Reisemobile (44 Prozent Marktanteil im Februar 2007).

Der Ducato schleppt bis zu 1125 Kilo und leistet maximal 160 PS.

Hier oben ist die Luft schon dünner, aber in der Panorama-Version sorgt die Klimaautomatik für angenehme Umgebungstemparaturen. Den Passagieren steht auf Wunsch eine separate Zusatzheizung für den Fahrgastraum zur Verfügung. Der geteste Dreiliter-Multijet-Diesel mit 160 PS geht dank 400 Nm Drehmoment kernig zur Sache und schiebt den 2,4 Tonnen schweren Ducato auf bis zu 160 km/h. Geschaltet wird über ein manuelles Sechsgang-Getriebe, der Schaltknauf ist Dank Joystick-System auf Lenkradhöhe. Vorbei die Zeiten, in denen mit ellenlangen Schalthebeln zwischen den Vordersitzen herumgerührt werden musste. Kein wirkliches Truckerfeeling also – Fiats Größter ist ganz schön komfortabel geworden.

Der Ducato ist als reine Fahrgestell-Basis, als Personen- und als Warentransporter zu haben. Auch eine Pritschenversion steht in der Preisliste. Der Transporter-Bestseller kommt in fünf verschiedenen Längen auf vier Radständen und kann bis zu 1,9 Tonnen schleppen. Für den Antrieb stehen drei Dieselmotoren mit 100, 120 und 160 PS zur Wahl.

Fiat Strada als Lifestyle-Laster

Der Strada kommt im Lifestyle-Look daher, kostet ab 14.367 Euro.

Da mich die Abenteuerlust gepackt hat, gönne ich mir zum Schluss noch einen kleinen Ausritt im neuen Strada. Der von Fiat als "günstigster Pick-up Deutschlands" beworbene Lastesel kostet ab 14.367 Euro. Ich wähle das Sondermodell "Adventure" mit auffälliger Freestyle-Optik. Dafür sorgen lackierte Stoßfänger und seitliche rutschfeste Trittstufen hinter den Türen.

Hinten geht mächtig was rein: Die Pritsche fasst 2,1 Quadratmeter, der Pickup kann mit bis zu 630 Kilogramm beladen werden. Leider steht nur ein einziger Motor in der Preisliste, seine 85 Diesel-PS reichen für 165 Stundenkilometer. Die Fahrleistungen sind zwar nicht überragend, für einen Pick-up dieser Größe aber vollkommen ausreichend. Außerdem kommt das 1,3-Liter-Aggregat mit 5,2 Litern Diesel auf 100 Kilometer aus – das schafft kein anderer Frachter im Hamburger Hafen.

Autor: Jan Kretzmann



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