Test Nissan Patrol 3.0 Di

Nissan Patrol 3.0 Di Nissan Patrol 3.0 Di

Test Nissan Patrol 3.0 Di

— 20.09.2005

Held der Arbeit

Mit den modernen SUV hat der Nissan Patrol wenig gemein. Er ist ein echter Malocher – und nimmt es mit den Manieren nicht so genau.

Wie das Pin-up-Poster in der Baugrube

Eine Baustelle ist kein Vier-Sterne-Hotel. Die Kommandos sind ruppig, der Kleidungsstil eher rustikal, und garantiert hilft hier keiner einem höflich die Leiter hinauf. In dieses Umfeld paßt der Nissan Patrol wie das Pin-up-Poster in die Baubude. Den entsprechend hemdsärmeligen Auftritt legt der kantige Patrol höchst authentisch hin. Feine Manieren sind ihm ebenfalls fremd.

Egal ob im Stand, entspannt bei niedrigen Drehzahlen bewegt oder unter Vollast gefordert – der 3.0-Di-Motor rumpelt, rumort, rattert und rackert mit ungeniert hartem Schürfgeräusch. Zwar steht der herbe Vierzylinder mit 354 Newtonmeter Drehmoment ordentlich im Futter. Zackigem Antritt haben die Nissan-Poliere aber eine träge Automatik und das Gewicht von soliden Betonfundamenten entgegengesetzt.

Leer wiegt der Patrol über 2,5 Tonnen. Nicht unbedingt vorteilhaft für den Verbrauch. Ein Feierabenddurst von gut zwölf Liter Diesel ist in diesen Kreisen zwar üblich, aber nicht gerade eine Freundschaftswerbung. Beinahe trotzig reagiert der Patrol auf Anweisungen vom Gasfuß. Erst nach einer Lagebesprechung mit Automatikwandler, Schaltprogramm und Turbolader geht es zügig voran.

Technische Daten, Preis und Wertung

Auch die Abteilung Fahrwerk und die Truppe Fahrvergnügen haben sich nur unzureichend abgestimmt. Steif stakst der Nissan über Schwellen, in flotten Kurven neigt er sich stark, den elektronischen Schleuderschutz ESP haben die Architekten überhaupt nicht eingeplant. Dafür ist er in der Baugrube König. Differentialsperren, Reduktionsgetriebe und ein schaltbarer Stabilisator helfen wirkungsvoll beim Baggern. Die Lenkung reagiert dagegen nur verhalten, und die erforderliche Bremspedalkraft gehört eher in die Abteilung Schwarzbrot zum Frühstück.

Die Bremsleistung selbst ist mit über 47 Metern mies, sie läßt zudem fatal schnell nach. Immerhin: Dicke Ledersessel mit elektrischer Verstellung, Birdview-Navigation oder Klimaautomatik sorgen für gepflegte Stimmung auf dem Weg zur Baustelle. Bei den Kosten wirkt der Patrol wie von der Gewerkschaft angeheizt. Preis, häufige Wartung und hohe Fixkosten sind mit eigener Hände Arbeit kaum zu bezahlen.

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