Toyota Avensis (ab 1998)

Toyota Avensis Toyota Avensis

Toyota Avensis (ab 1998)

— 06.11.2002

Auf den können Sie bauen

Solide wie ein Rohbau: Auch nach mehreren Jahren fanden wir unter dem Dach des Avensis kaum Baustellen.

Qualität allein reicht nicht – Toyota bestätigt das seit Jahren. Etwa mit dem Avensis, der auf unseren Straßen deutschen Mittelklassen ein Schattendasein fristet. Was sind die Gründe? Image? Optik? Händlerdichte? Natürlich hat Toyota bei uns weniger Vertragspartner (rund 700) als VW (2700), Opel (2200) oder Ford (2170). Aber dafür braucht der Avensis die Werkstatt auch äußerst selten. Mehr als die regelmäßige Inspektion fällt kaum an. Fehlt im Service-Heft kein Stempel, zeigt sich der Japaner mit seiner legendären Zuverlässigkeit dafür sehr dankbar, nachzulesen in allen Pannenstatistiken.

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Das Cockpit gefällt vielleicht nicht jedem. Dafür ist es aber auch nach Jahren noch völlig klapperfrei.

Und bleibt er tatsächlich mal am Straßenrand liegen, hat der Fahrer vermutlich schon lange nicht mehr auf die Tankuhr gesehen. Dafür kann der Toyota aber nichts, die Sprit-Anzeige funktioniert ebenso zuverlässig wie alle anderen elektrischen Heinzelmännchen, also Fensterheber, Klimaanlage und Spiegel-Verstellung.

Scheppernde Kabelbäume in Hohlräumen, hinter dem Cockpit oder an anderen versteckten Stellen gibt es nicht, wie unsere Testfahrt mit einem 99er Avensis (Laufleistung 40.000 Kilometer) zeigte. Kräftige Klammern und penible Kabelverlegung ergeben eine Verarbeitungsqualität, die heute nur sehr selten bei Fahrzeugen in dieser Klasse zu finden ist.

Karosserie und Motor

Kein Aufreger, aber sehr solide gemacht: Der Avensis folgte vor vier Jahren auf die bewährte Carina-Serie.

Das gilt auch für die Karosserie: Die Spaltmaße zwischen Kotflügel, Motorhaube, Heckklappe und rund um die Türen sind bei unserem Test-Toyota parallel und gleichmäßig wie die Linien eines Schulheftes. Zeigt ein Avensis hier Verarbeitungsfehler, ist Vorsicht angesagt und ein Sachverständiger die richtige Adresse. Er kann aufgrund der Lackstärke prüfen, ob es sich um ein Unfallauto handelt. Wenn ja, sollten Sie sich den Kauf gut überlegen, denn selbst ein ordentlich zusammengeflickter Toyota macht wenig Freude, neigt zum Klappern und ist auch nicht mehr so perfekt gegen Rost geschützt wie ein unfallfreier Avensis.

Im Werk wurde bereits gut gegen Gammel vorgesorgt, wer sein Fahrzeug aber nicht nur für ein paar Jahre geleast hat, sondern damit über sehr lange Zeit fahren möchte, ist mit einer zusätzlich aufgebrachten Schicht Unterboden- beziehungsweise Hohlraumschutz auf der sicheren Seite. Der Gedanke, einen Avensis als fixen Lebensabschnittspartner für längere Zeit anzuschaffen, liegt auf der Hand, wie die ersten TÜV-Zahlen nach der Hauptuntersuchung von dreijährigen Modellen eindrucksvoll beweisen.

Einen roten Balken gibt es im ganzen Diagramm nicht, in allen Prüf-Punkten liegt der Avensis über dem Durchschnitt, zeigt sich also von seiner besten Seite. Fast 90 Prozent aller Avensis sind beim ersten TÜV-Termin mängelfrei, besser kann es in dieser Altersklasse nur der Ford Focus. So ist vor der Kaufentscheidung nur noch die richtige Motor-Wahl zu treffen.

Seit 2000 nagelt unter der Haube ein Common-Rail-Diesel mit 110 PS, der für Vielfahrer die erste Wahl ist. Der Selbstzünder erfüllt die Schadstoffklasse D3 und schiebt mit 250 Newtonmeter Drehmoment kräftig an. Die Tankreichweite erlaubt bis zu 1000 Kilometer ohne Zapfsäulenbesuch. Wer weniger als 15.000 Kilometer durch die Lande reist, ist mit dem 110-PS-Benziner gut beraten, der selbst auf längeren Autobahnsteigungen nicht überlastet wirkt. Nicht begeistern können wir uns für das Automatikgetriebe, doch vielleicht liegt das daran, dass sich das manuelle Getriebe so auffallend präzise schalten lässt.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1/98 Neueinführung: Der Avensis wurde in Europa entworfen und gebaut. Motor-Auswahl: Benziner mit 110 bis 128 PS, Diesel mit 90 PS 3/99 Sondermodell "Limited": Liftback, Frontgrill mit Chrom, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel sowie in Wagenfarbe lackierte Türgriffe 11/99 Common-Rail-Diesel mit 2,0-Liter-Motor (81 kW/110 PS) 9/00 Facelift, mit stärkerem 1,8-Liter-Motor (95 kW/129 PS) und 2,0-Liter-Motor (110 kW/150 PS)

Schwachstellen Aus unserer Leserpost und den Nachrichten an den Kummerkasten sind keine typischen Schwachstellen zu erkennen. Klagen gab es in Einzelfällen über verschlissene Bremsen, doch der TÜV-Report spricht hier eine andere Sprache. Wie gut ein gebrauchter Avensis wirklich ist, liegt am Vorbesitzer und an dessen Pflege. Voll beladene Firmen-Kombis zeigen trotz Toyota-Qualität nach einigen Jahren Verschleiß an den Stoßdämpfern und den Achsen. Ölverlust (Foto) ist sehr selten, auch der TÜV bestätigt diese Beobachtung. Wenn die Batterie Probleme bereitet, ist sie entweder älter als fünf Jahre, oder der Avensis wurde in der kalten Jahreszeit häufig über Kurzstrecken gefahren. Dem Toyota kann man aber deshalb keinen Vorwurf machen

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Toyota Avensis 1.6, 85 kW/110 PS, Baujahr 1998. Der Toyota Avensis bestätigt ein altes Vorurteil: Japanische Ersatzteile kommen teuer. Doch dafür stimmt auch die zu erwartende Qualität.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Selbst für einen Toyota ist der Avensis bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren auffallend gut. 88,2 Prozent aller Prüflinge verlassen die TÜV-Bühne mit dem Vermerk, ohne Mängel‘ im Protokoll, in unserem Diagramm verzeichnen wir keinen einzigen roten Balken. Auffallend und damit überdurchschnittlich gut sind die Noten für die stabilen Achsen, die makellosen Bremsschläuche und die standfeste Auspuffanlage." Werner Lyrmann, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Toyota Avensis 1.6 (81 kW/110 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 82 Euro im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 8,1 Liter, gemessen 8,9 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (17/500 Euro SB): 945 Euro. Teilkasko (21/150 Euro SB): 131 Euro. Haftpflicht (15): 856 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 180 bis 300 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 46 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1300 Euro Verlust

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