Vergleich: Toyota GT 86 trifft auf Porsche 944

Toyota GT 86/Porsche 944: Vergleich

— 26.06.2012

Die wilden 80er sind zurück

Was braucht ein echter Sportwagen? Vor allem Augenmaß – wie Porsche 944 und Toyota GT 86 zeigen. Ein Vergleich zweier Puristen.

Nein, das passt nicht. Selten haben Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander gelegen wie in den vergangenen Jahren bei Toyota. Da haben die Affen in der Werbung "Nichts ist unmöglich" versprochen – und natürlich war trotzdem vieles unmöglich. Bei ihrem Sturm an die Weltspitze haben die Japaner vor lauter grauen Limousinen und grünen Hybriden das Gefühl für das Besondere verloren. Einen Sportwagen etwa, der uns alle bewegt. Wie es die Celica über viele Jahrzehnte getan hat. Aber die Flaute ist vorbei. GT 86 heißt der Heilsbringer, der gemeinsam mit Subaru entstand und im Herbst nach Deutschland kommt.

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Vielversprechend: Der GT 86 bewegt seine 1240 Kilo mittels hochdrehendem 200-PS-Boxer.

Schon die Papierform lässt aufhorchen: Das Auto ist 1240 Kilogramm leicht, 4,24 Meter kurz – und treibt mit seinem hochdrehenden 200-PS-Boxer im Bug die Hinterräder an. Daten, die uns bekannt vorkommen. Kein Wunder, dass da der Blick irritiert nach Zuffenhausen wandert. Auch Porsche hatte mal ein solches Auto, den 944. Aber schon seit Jahren ignorieren die Schwaben die Klasse der bezahlbaren Sportcoupés. Ein Porsche für die Masse? Klar, gibt es, aber nur noch für die Massen reicher Chinesen und russischer Oligarchen. Und so stellt sich die Frage: Baut ausgerechnet Toyota jetzt den besseren Porsche? Der Aufstieg in den Sportwagen-Olymp beginnt hier wie dort mit einem Abstieg. GT 86 und 944 zeigen mit nur knapp 1,30 Meter Höhe schnell, wo ausgewachsene Mitteleuropäer ihre Grenzen haben – Kopf einziehen beim Einsteigen! Es lohnt sich. Der aus den 1980er-Jahren stammende 944 belegt, dass ein Sportwagen ganz uneitel auftreten darf, ja muss. Heute erscheint es fast dekadent, dass die Zuffenhausener ein Auto auf die Räder gestellt haben, dessen einziger Zweck darin besteht, Spaß zu machen.

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Ganz anders als viele Pseudo-Sportler heute: Der Porsche fährt sich direkt, drahtig, draufgängerisch.

Und so fährt sich der Porsche auch: direkt, drahtig, draufgängerisch – kein Vergleich zu allen aus dem Leim gegangenen Pseudo-Sportlern der Jetztzeit. Und so sitzen die Passagiere auf knappen, mit braunem Streifenvelours bezogenen Sportsitzen, der Fahrer dreht am kleinen, steil im Raum stehenden Lenkrad, legt auf langen, knochigen Wegen den nächsten Gang ein und freut sich darüber, dass die Porsche-Ingenieure mit dem Zweieinhalb-Liter-Motor ein wahres Drehmomentwunder (230 Nm) geschaffen haben. Wegen des Getriebes an der Hinterachse fährt der 944 herrlich ausbalanciert durch enge Kurven. Mehr Sportwagen braucht kein Mensch. Beim Umstieg in den GT 86 überrascht, wie ähnlich der Toyota dem Porsche ist – obwohl rund 30 Jahre zwischen beiden Konzepten liegen. Der Japaner wirkt pur, unverfälscht. Schon der Innenraum zeigt: Die wilden 80er sind zurück. Die schlichte Digitaluhr tut in jedem Nissan, Mazda, Honda der vergangenen Jahre Dienst, ganz unprätentiös darf Hartplastik aussehen wie Hartplastik – und sich auch so anfühlen. Während wir das jedem VW vorwerfen würden, passt es im Toyota ganz ausgezeichnet zum ehrlichen Charakter. Neuzeitliche Vernunft-Beigaben wie eine Start-Stopp-Automatik oder Schaltpunktanzeige hatten hier nie eine Chance. Gut so, es macht den GT 86 einzigartig.

Die Lenkung des Toyota ist noch ein wenig präziser als die des 944, die Gänge des Sechsgang-Getriebes müssen mit Kraft auf kurzen Wegen eingelegt werden. Der kleine Boxermotor will drehen, drehen, drehen – hier zeigt sich der einzig echte Unterschied zum Porsche: Schmale 205 Newtonmeter bei 6400 Umdrehungen. In diesen Drehzahlregionen fühlt sich der Toyota wohl, klingt plötzlich wie ein Elfer. Beim Ritt über enge Landstraßen gefallen die knappen Abmessungen des GT 86, die leicht erhöhten Kotflügel dienen als Peilhilfe. Fein ausbalanciert nimmt er selbst enge Kurven, am Limit übersteuert er leicht, ohne zu übertreiben. Herrlich. Am Ende steht die Erkenntnis, dass Toyota mit klassischen Porsche-Tugenden perfekt Maß gehalten und mit dem GT 86 einen der faszinierendsten Sportwagen unserer Zeit geschaffen hat. Doch, das passt. Ausgezeichnet sogar! Den kompletten Artikel gibt's im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Die wilden 80er sind zurück

Porsche 944, Toyota GT86:
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Veröffentlicht:

20.06.2012

Preis:

1,00 €

Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Porsche 944 und Toyota GT 86 zeigen, dass sich ein Sportwagen nicht zwingend über Luxus und Leistung definieren muss. Beides faszinierende Autos – die sich überraschend ähnlich sind.

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