Toyota Land Cruiser HJ61(1986): Fahrbericht
Eine Erfolgsgeschichte

Als erster Kombi mit Direkteinspritzer-Turbodiesel nimmt der HJ61 eine Sonderstellung unter den alten Toyota-Kraxlern ein. Thomas Rönnberg trat mit ihm zum 60. Land-Cruiser-Geburtstag eine Reise in die Vergangenheit an.
- Thomas Rönnberg
Die Tür schließt vertrauenerweckend satt; die Pumpe der Servolenkung knarrt ein wenig, als ich zum Ausparken ganz einschlage. Und mit der Kupplung muss ich vorsichtig umgehen. Ich kann doch hier nicht hoppelnd und ruckend vom Platz fahren, mit den ganzen Leuten, die zusehen! Die Kombination des extrem bissig aufs Gas ansprechenden Motors mit der weichen Triebwerksaufhängung bedarf der Gewöhnung. Lieber zeitig weiterschalten, als zu ruckeln. Die Gänge rasten exakt, ein bisschen knochig vielleicht: Man merkt, man schiebt hier große Schaltmuffen in große Zahnräder. Der Geländeparcours mit seinen kurzen Hügelchen stellt dem Land Cruiser HJ61 kein wirkliches Hindernis in den Weg. Ich muss vorsichtig Gas geben, sonst springe ich drüber weg. Trotzdem habe ich das Verteilergetriebe auf L4 gestellt. Ich will ja langsam fahren, sonst ist es so schnell vorbei.
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Der HJ61 turnt verblüffend behände durch den kleinen Parcours. Hilfs-Elektronik wie sein Enkel braucht er dafür nicht.
Bild: Werk
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Tief im Dreck schlägt die große Stunde des großen Land Cruiser.
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Und den nach heutigen Maßstäben für ein so großes und schnelles Auto – der HJ61 erreichte echte 160 km/h – etwas abenteuerlichen Bremsen treibt auch kein Multi-Terrain-ABS das Blockieren aus. Heute würden sich nicht nur die Sicherheitspäpste der großen Autoklubs schier die Haare ausraufen angesichts dieser "schweren Sicherheitsmängel". Damals war das eben so – für die Sicherheit war der Fahrer zuständig. Es war eben eine andere Zeit damals; irgendwie selbstbestimmter und ehrlicher als heute. Keiner prangerte die Abwesenheit von heckaufprallgerechten Rücksitzbankkopfstützen an; keiner bemängelte, dass der Wagen im Gelände durchaus in Sumpf oder Sand stecken bleiben konnte, wenn der Fahrer grobe Fehler machte: Dann war er eben selbst schuld.
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Harter Brocken: Der HJ61 bringt einen überall hin. Ob es dort Straßen gibt – oder auch nicht.
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