Tracktest: Dallara-VW vs. PVP-DEA
David gegen Goliath

Keine Federung, keine Gurte, keine Karosserie - Superkarts sind extreme Fahrmaschinen. Aber sind sie auch schnell genug, um einem flinken Volkswagen Formel 3 Paroli zu bieten?
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Der breite Hosenträger-Gurt fesselt meinen Oberkörper an den dünnen Hartschaum-Sitz. Der blanke, silberne Schalthebel drückt auf den rechten Oberschenkel. Mit gebogenem Rücken liege ich in der Carbon-Röhre des Chassis. Der Fahrtwind pfeift bei 240 km/h am Helm. So laut, dass er das sonore Dröhnen des Zweiliter-Volkswagen-Motors im Heck überlagert. Welch ein Komfort, mit dem Formel 3 des Teams Kolles & Heinz Union über den Hockenheimring zu jagen! Ironie? Nein, im Gegenteil. Denn das Dallara-Chassis ist, wenn auch hart, aber immerhin gefedert. Und nur der Kopf des Fahrers ragt hinaus. Im Superkart von Willi Pfeiffer sieht das ganz anders aus. Der aus extrafestem Chrom-Molybdän-Stahlrohr mit drei Zentimeter Durchmesser gefertigte Rahmen ist hier das einzige Element, das die Stöße der Bodenwellen aufnimmt. Und sie fast ungefiltert auf den Piloten leitet.
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Superkarts besitzen viel Leistung bei niedrigem Gewicht

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Die Strecke erscheint ewig breit
Willi Pfeiffer und sein Mechaniker Jochen Depping schieben mich an. Ich ziehe links am Kupplungshebel hinterm Lenkrad. Dann am blanken Alu-Schaltknauf rechts. Kupplung los. Die Kette rasselt, die Hinterachse stuckert. Rääääännnngg! Unüberhörbar springt der Motor an, schreit auf wie eine Kettensäge. Am Ende der Boxengasse steige ich aufs Gas. Disco! Die Schaltlampen leuchten alle auf einmal. Der Motor kreischt, das Heck schwänzelt. Runter vom Gas. Und mit ganz viel Gefühl wieder drauf. Der Hockenheimring kommt mir ewig breit vor. Ein Gefühl, als hättest du dich mit dem Fahrrad auf die Autobahn verirrt. Es vibriert überall. Erst in den Händen, dann im ganzen Körper. Der Fahrtwind bläst durch die Ärmel meines Overalls. Ziehen, ziehen, ziehen! Ohne Kupplung reiße ich die Gänge durch. Bremsen, beschleunigen – ein Vor- und Zurück. Nur zwei harte Stützen halten meinen Körper fest im Sitz.
Der Formel 3 wirkt souveräner

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Fazit
Ein Superkart kann einen Formel 3 auf der Strecke nicht schlagen. Aber: Kaum ein Sportgerät bietet derart viel Fahrleistung für vergleichsweise wenig Geld. Der AvD unterstützt deshalb junge Piloten, die in der AvD-Kartmeisterschaft erfolgreich waren, für eine Einstiegssaison in die europäische Superkart-Serie.
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