Test Toyota MR2 TTE

Toyota MR2 TTE Toyota MR2 TTE

Tuning-Test Toyota MR2 TTE

— 22.02.2006

Roadster mit Pfeffer

Ziemlich scharf gewürzt: Ein Turbo-Kit aus der Kölner F1-Schmiede bringt den japanischen Flitzer mächtig in Schwung.

Ehrenwerter Kracher

Ob vor Gericht, in der Politik oder beim Antrieb: Die Wahrheit liegt meistens in der Mitte. Sportwagen, die es ernst meinen, richten sich danach und beherbergen dort ihren Motor. Ein besseres Rezept für ausgewogene Gewichtsverteilung, neutrales Fahrverhalten und überragende Handlichkeit gibt es nicht. Schade nur, wenn das Potential zwar da ist, die Leistung aber kaum ausreicht, um es zu nutzen.

Wie etwa bei Toyotas Mittelmotorsportler MR2. Denn mit seinen serienmäßigen 140 PS ist der kleine Nippon-Roadster nicht wirklich ausgelastet. Das dachten sich auch die Techniker der Kölner Toyota Motorsport GmbH – und bliesen dem braven MR2 eine ordentliche Prise Pfeffer zwischen die Achsen. Ein Turbolader samt Ladeluftkühler entlockt dem 1,8-Liter-Vierzylinder zusätzliche 44 PS, die einen respektablen Zuwachs an Temperament garantieren.

Auch wenn unser Exemplar für den Sprint von null auf 100 eine halbe Sekunde länger brauchte als versprochen: 6,5 Sekunden sind immer noch aller Ehren wert, ebenso die Spitze von 232 km/h, was in einem so kleinen – und lauten – Kracher gefühlten 250 km/h entspricht.

Chrom als Krönung

Der Rest kann sich ebenfalls sehen lassen. Denn neben der knapp 7000 Euro teuren Kraftkur gönnten die Toyota-Sportler dem MR2 TTE auch noch ein Beauty-Programm, das ihn von seinen schlichter motorisierten Brüdern unterscheidet. 17-Zoll-Räder sichern den Kontakt zur Fahrbahn, Front- und Heckspoiler reduzieren den Auftrieb, ein verchromter Roadsterbügel krönt die Figur.

Den passenden Sound dazu liefern zwei dralle Endrohre, verkürzte Federn senken die Karosserie um 30 Millimeter ab. Alles zusammen macht den kleinen Hüpfer zum König gewundener Landstraßen. Dank des niedrigen Ladedrucks von 0,35 bar kommt der Turbo nahezu verzögerungsfrei zur Sache, einer der sechs Gänge paßt immer perfekt, über das Fahrverhalten müssen wir – siehe oben – gar nicht groß reden. Handlicher und einlenkfreudiger geht es eigentlich kaum noch.

Trotzdem kommt der Komfort nicht zu kurz, das Fahrwerk ist immer noch überraschend komfortabel. Anfreunden muß man sich allerdings mit der Bremse, die zwar einwandfrei verzögert, aber einen exakten Druckpunkt vermissen läßt. Gewöhnungsbedürftig ist auch das laute Gebläse im Genick der Passagiere, das dem Motor Kühlluft zufächelt und sich anhört, als wäre Mutti nebenan mit dem Staubsauger zugange. Kein Thema mehr ist der Staubsauger allerdings beim Gasgeben – und dafür ist dieses Auto prädestiniert.

Autor: Hermann J. Müller

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