Verbrauchsanzeigen im Test
Bestechliche Bordcomputer

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Das WDR-Magazin "Markt" hat 38 Bordcomputer verschiedener Automodelle unter die Lupe genommen. 15 Rechner schwindelten in Sachen Spritverbrauch verdächtig, elf davon haben maßlos untertrieben.
Viele Autos verbrauchen mehr Sprit als ihr Bordcomputer anzeigt – so lautet das Ergebnis einer Stichprobe des WDR-Fernsehmagazins "Markt". Die entsprechende Sendung wird am 26. Mai 2008 um 20.15 ausgestrahlt. Bei einem Dauertest über mehr als vier Wochen sei der exakte Spritverbrauch von 38 Autotypen nach herkömmlicher Methode ermittelt worden. Selbst bei einer eingeräumten Abweichung von fünf Prozent nach oben und unten errechneten laut "Markt" nur 23 der 38 Bordcomputer den Spritverbrauch korrekt – elf schönten den Verbrauch um mehr als fünf Prozent, vier Computer gaben einen zu hohen Verbrauch an. Dabei seien die Ausreißer nach unten deutlich signifikanter gewesen. Der Bordcomputer eines Skoda Octavia soll sich um 17,8 Prozent (acht Liter je 100 km statt angegebener 6,6 Liter), der eines BMW 320d sogar um 20,8 Prozent (7,7 Liter statt angegebener 6,1) verrechnet haben. Die höchste Abweichung nach oben registrierte "Markt" bei einer Mercedes B-Klasse (6,7 Prozent zu viel).
Dass die Messergebnisse einiger Bordcomputer mit Vorsicht zu genießen sind, hat AUTO BILD in Heft 5/2008 herausgefunden. Hier stand der Kurzstreckenverbrauch von 33 Autos auf dem Prüfstand – als Messinstrument diente die fahrzeugeigene Verbrauchsanzeige. Bei Mercedes tickten die Uhren im Kurzstreckenbetrieb auffällig anders, weil die Stuttgarter im Bordcomputer zunächst die optimale Werksangabe zeigen und den tatsächlichen Verbrauch erst langsam hinzurechnen. Das hatte mit der Realität wenig zu tun – weshalb fünf Mercedes-Modelle außer Wertung fuhren.
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