Verdacht auf illegal finanzierte Fahrzeuge

Verdacht: illegal finanzierte Poser-Fahrzeuge

CDU will Autoposer-Einkünfte prüfen

Einige Autoposer könnten ihre Luxusschlitten illegal finanziert haben. Das vermutet der Stadtparlamentarier Dennis Gladiator (CDU) aus Hamburg. Er fordert, ihre Einkunftsquellen zu prüfen.
Der Hamburger Stadtparlamentarier Dennis Gladiator (CDU) will den Kampf gegen illegal getunte Fahrzeuge von Autoposern verschärfen. Gegenüber AUTO BILD äußerte der Politiker den Verdacht, einige der von der Soko Autoposer in der Hansestadt aus dem Verkehr gezogenen Fahrzeuge könnten illegal finanziert worden sein. Diesem Verdacht will Gladiator nachgehen und fordert die Behörden auf, solche Fälle zu überprüfen und gegebenenfalls strafrechtlich zu verfolgen. "Es ist kein Geheimnis, dass einzelne, gerade sehr junge Nutzer von Luxusfahrzeugen ihren Lebensunterhalt mit Straftaten finanzieren", sagte Gladiator. "Man sollte die neu geschaffenen Möglichkeiten zur strafrechtlichen Vermögensabschöpfung konsequent nutzen."

Neues Gesetz ermöglicht Beschlagnahme

Dennis Gladiator sitzt seit März 2011 für die CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Hintergrund ist ein im Juli 2017 erlassener Gesetzeszusatz, der es dem Staat ermöglicht, Vermögen unklarer Herkunft einzuziehen, wenn kein Zweifel daran besteht, dass es durch kriminelle Handlungen erzeugt wurde. Zudem wünscht sich der CDU-Mann eine bessere Vernetzung der verschiedenen Organe. "Bei bestimmten Verdachtsfällen sollten die speziellen Dienststellen eingeschaltet werden, um mögliche Verbindungen aufzudecken." Weiterhin solle die Stelle für Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt (LKA) sowie das Jobcenter unterrichtet werden. So könnten sich laut Gladiator auch Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche oder Sozialleistungsbetrug ergeben.

Soko Autoposer Hamburg: Beeindruckende Bilanz

Bei der Kontrolle verdächtiger Fahrzeuge geht die Soko Autoposer sehr genau vor. 

Mit seinen Aussagen bezieht sich Gladiator auf die Arbeit der Soko Autoposer. Die Sonderkommission der Polizei überprüft seit September 2017 auffällige Fahrzeuge auf illegales Tuning. Ihre Statistik ist beeindruckend: Bis Ende Mai kontrollierte die Kontrollgruppe 1761 Fahrzeuge, in 458 Fällen waren die Mängel so gravierend, dass die Betriebserlaubnis erlosch. Das heißt: Fast jedes dritte kontrollierte Auto war auf illegale Weise verändert und damit nicht mehr zulassungsfähig. Bisher stellten die Soko-Beamten in diesem Zusammenhang jedoch nur Verkehrsstrafanzeigen. Das will Gladiator nun ändern.

Autor: Julian Rabe

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