Versicherung für getunte Autos

Versicherung für getunte Autos

Versicherung für getunte Autos

— 16.04.2002

Ganz schön teuer

Tuning und Tarife: Wer schöner und schneller fahren will, muss zahlen. Mehr Power bedeutet höhere Prämien. Und ganz viele Tücken.

Dicke Reifen, mehr PS: Wer sein Auto tunt, riskiert Ärger. Zumindest wenn er es still und heimlich tut. Jede Pferdestärke zusätzlich sollte der Versicherung gemeldet werden. Sonst kann die Haftpflicht bei einem Unfall Regress vom Versicherten fordern. Ganz schön bitter: Richtig sportlich ist oft auch richtig teuer. Leider. Beispiel: Die Vollkaskoversicherung für einen Mercedes 32K von MH-Dezent mit Frontspoiler, Schwellerverkleidung, Heckschürze und Edelstahl-Sportschalldämpfer kostet bei der Huk 24 Online-Versicherung 986,93 Euro (300 Euro Selbstbeteiligung). 542,24 Euro mehr als das Serienmodell. Klar: mehr Leistung, mehr Geld. Sonderwünsche kosten extra. Auch bei den Versicherungsprämien.

Im Überblick: Alles zum Thema Kfz-Versicherung

Transparenz? Fehlanzeige!

Auch eine teure Felge kann den Versicherungsumfang ändern – deshalb immer vorher melden, bevor nachher was passiert.

Nachträgliche Leistungssteigerungen an bereits versicherten Autos muss der Halter der Versicherung schriftlich melden. Grund: Der Wagen entspricht bei einer PS-Anhebung nicht mehr seiner Typklasse. Hat der Kunde das Tuning verschwiegen und es kommt zum Crash, muss die Haftpflicht zahlen, kann aber vom Kunden bis zu 5000 Euro Regress fordern. "Das Tuning muss dann aber Ursache des Unfalls gewesen sein", sagt Karin Benning, Pressesprecherin der Huk. Wenn Autofahrer die Leistungssteigerung melden, wird die Versicherung den Wagen in eine höhere Typklasse einordnen oder einen individuellen Risikozuschlag berechnen. Transparenz? Fehlanzeige!

Nicht alles kostet Aufschlag

"Das ist eine riesige Grauzone", sagt Michael Lauer, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Automobiltuner. Ihn stört das Tarif-Kniffel aber nicht weiter: "Bevor eine unglückliche Generalregelung eingeführt wird, sollten die Versicherungen lieber bei ihren Einzelbewertungen bleiben." Allianz und Co dürfen getunte Autos auch ablehnen. "Etwa die Hälfte der Versicherungen nimmt leistungsgesteigerte Autos gar nicht an", schätzt Peter Hemschik vom ADAC.

Bei einer Beitragsanfrage für einen VW Golf 1.8 T von ABT mit 280 PS antwortete die Versicherung, dass aufgrund der hohen Typklasse in der Kaskoversicherung das Risiko individuell überprüft werden müsse. Spoiler ran, Sportauspuff drunter, der Wert des Autos steigt und somit auch die Prämie. Auch wer sein Auto optisch aufpeppt, sollte das der Kasko auf jeden Fall melden. Der Halter zahlt einen Zuschlag, damit das Risiko für die Anbauteile gedeckt wird. Oder die Versicherung stuft das Auto in eine höhere Typklasse ein. Kleine Verschönerungen wie teure Räder können je nach Versicherung zuschlagfrei mitversichert werden. Was im Preis enthalten ist, steht in der so genannten Kasko-Teileliste.

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