VW Sharan (ab 1995)

Gebrauchtwagen VW Sharan Gebrauchtwagen VW Sharan

VW Sharan (ab 1995)

— 17.01.2005

Eine traurige Geschichte ...

... erzählt das Leben des VW Sharan. Doch trotz Pleiten, Pech und Pannen will ihn jeder haben.

Qualität und Verarbeitung

Es ist schon erstaunlich, aber selbst der VW mit den meisten Fehlern hat noch das Zeug zum Marktführer. Wir sprechen vom Sharan. Einem Phänomen. Seit seiner Einführung 1995 Nummer 1 im Van-Segment – und seitdem auch in der Kritik. Woran liegt es, daß der Sharan zum Qualitäts-Desaster wurde?

Liegt es daran, daß der Wolfsburger Raumgleiter gemeinsam mit seinen Geschwistern Ford Galaxy und Seat Alhambra im VW-Werk Palmela in Portugal gebaut wird? Oder doch eher an den von Golf und dem alten Quermotor-Passat geborgten Komponenten, die im Sharan mit mindestens 1,7 Tonnen überlastet sind? Vermutlich ist es ein fataler Mix aus beidem.

Gepaart mit Zeitnot in der Entwicklung, um im unerwartet boomenden Van-Markt noch mitmischen zu können. Nun ja. Tatsache jedenfalls ist, daß der Sharan von einer Peinlichkeit in die nächste schlitterte. Da wackelten in den ersten Modellen die Sitze, platzten Polsternähte auf, fielen Verkleidungen ab. Und wenn der Zweiliter-Benziner plötzlich einen Klang wie ein Porsche bekam, war wieder einmal das Hosenrohr vorn am Motor gebrochen. Wer damit einfach weiterfuhr, mußte unter Umständen feststellen, daß ein Sharan auch feuergefährlich sein kann.

Motor und Technik

Wenn wir den Zweiliter-Motor trotzdem empfehlen, dann aus wirtschaftlichen Gründen. Denn der Auspuff-Ärger gilt als ausgestanden, und solche Modelle sind viel preiswerter zu bekommen als der zu lahme 90-PS-TDI, geschweige denn die stärkeren Diesel. Für den Differenzbetrag läßt sich eine Menge Superbenzin kaufen, Wartung und Versicherung sind obendrein billiger. Außerdem ist der Zahnriemen für den Nockenwellenantrieb bei den Benzinern kaum anfällig, bei den TDI dagegen schon.

Problematisch sind vor allem festfressende Spannrollen, die anschließend den Riemen aufreiben – bis er reißt. Das kommt bei den älteren Modellen mit Verteilereinspritzpumpe vor (90 und 110 PS), aber auch bei den Pumpe-Düse-Motoren ab April 2000 (115 und 130 PS). Die sind auch anfällig für platzende Turbolader, die ebenfalls den ganzen Motor in Mitleidenschaft ziehen. Allerdings gehen nicht alle Lader aufs Konto von VW, es gibt auch eine Dunkelziffer von nicht autorisiertem Chiptuning.

Doch wesentlich häufiger kommt es zu Problemen am Fahrwerk: Schon nach drei Jahren, bei der ersten Hauptuntersuchung, beanstandet der TÜV an 14,4 Prozent der Sharan Spiel in der Lenkung. Ursache sind ausgeschlagene Spurstangenköpfe. Und knapp fünf Prozent haben Spiel in den Traggelenken – dreimal soviel wie durchschnittlich üblich.

Bitter nur, daß eine Reparatur wenig Erfolg verspricht – die Ersatzteile sind genauso schwach. Wenigstens gibt es im freien Teilehandel verstärkte Gelenke (z. B. von Meyle), die länger halten. Auf einen Rückruf in Sachen Traggelenke verzichtet VW – die Probleme des Sharan haben schon viel Geld gekostet.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 6/95 Präsentation des VW-Vans. Motoren: 2.0 (115 PS), 2.8 VR6 (174 PS), 1.9 TDI (90 PS) 10/96 Vorstellung des 2.8 syncro mit Allradantrieb und 174 PS 11/96 1.9 TDI mit 110 PS erhältlich, Sondermodell Family, drei Einzelsitze hinten mit zwei integrierten Kindersitzen links/rechts 12/97 1.8 5V Turbo mit 150 PS 4/00 Große Modellpflege: Der Sharan bekommt eine neue Front mit Klarglas-Scheinwerfern und ein attraktiveres Cockpit

Schwachstellen • ein häufiges Problem beim Sharan sind Motorschäden und durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen, hervorgerufen durch Wassermangel. Der resultiert aus undichten Ausgleichsbehältern, Wasserpumpen und Schläuchen sowie von robotermontierbaren Schlauchschellen, die mit zunehmendem Alter und wegen Korrosion erlahmen und so dem Überdruck im Kühlsystem nicht mehr standhalten • ein VW-Klassiker, besonders bei TDI-Motoren: gerissene Zahnriemen – meist wegen versagender Spannrollen. Betroffen sind auch die modernen Pumpe-Düse-Motoren, hier können bei zu starker Zahnriemenspannung die Nockenwellenräder brechen • eher ein Schönheitsfehler: stinkende und qualmende Zuheizer

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel VW Sharan 2.0, 85kW/115 PS, Baujahr 2001. Vans sind ein teures Vergnügen, auch bei den Teilen. Ein weiteres Beispiel: Der Satz Wischer für die Frontscheibe kostet 55 Euro – ohne Montage.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Schon die erste Hauptuntersuchung nach drei Jahren stellt für viele Sharan ein Problem dar, an 38,6 Prozent registrieren wir leichte bis erhebliche Mängel. Dabei fallen vor allem ausgeschlagene Traggelenke der Vorderachse sowie verschlissene Spurstangenköpfe auf, an älteren Fahrzeugen gibt es auch Probleme mit den Schräglenkern der Hinterachse. Positiv bewerten wir hingegen die zuverlässige Bremse." Klaus Lesczensky, Gutachter TÜV Rheinland Group

Modellempfehlung VW Sharan 2.0 Comfortline (85 kW/115 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 135 Euro im Jahr/Euro 4 Testverbrauch: 10,3 Liter. Werksangabe: 9,6 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (16/500 Euro SB): 455 Euro. Teilkasko (18/150 Euro SB): 107 Euro. Haftpflicht (16): 611 Euro Basis: R+V-Jahrestarife für Regionalklasse Hamburg, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 300 bis 550 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 42 Prozent vom Neupreis Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1400 Euro Verlust

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