Duftzaun

Wildunfälle: Duftzäune zur Prävention

Stinkesocken als Stoppsignal

Das ist ja zum Naserümpfen: Zäune mit der Duftnote "alte Socken" sollen in Schleswig-Holstein die Zahl der Wildunfälle senken helfen. Die miefigen Barrieren haben sich anderswo bereits bewährt.
(dpa/cj) Mit dem Gestank alter Socken wollen ADAC und Jäger künftig Wildunfälle bei Schleswig verhindern. Wie der ADAC Schleswig-Holstein mitteilte, sollen Schaumdepots mit synthetischen Duftstoffen (Foto) an Straßenrändern das Wild irritieren, sodass die Tiere erst mal stehenbleiben. Das soll Auto- und Motorradfahrern Zeit geben, ihr Tempo zu drosseln. Die "Duftzäune", die menschliche Nasen an den Geruch wochenlang ungewaschener Strümpfe erinnern, wurden an einem Unfallschwerpunkt auf der B 201 im Stadtgebiet von Schleswig errichtet. Weitere Projekte im nördlichsten Bundesland sind geplant. In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hätten sich die Zäune bereits bewährt, so ein ADAC-Sprecher.

Achtung, Wildwechsel!

Warum überqueren Wildtiere die Straßen?

Wild durchstreift sein Revier auf bestimmten, eigenen Pfaden. Kreuzt eine Straße diese Wildwechsel, wird sie ohne Vorsicht überquert. Jetzt im Herbst, ...

Warum überqueren Wildtiere die Straßen?

... von September bis November, sind Wildtiere während der Morgen- und Abenddämmerung besonders aktiv.

Wann und wo droht die größte Wildwechsel-Gefahr?

Besonders viele Unfälle gibt es in der Dämmerung. Also zwischen vier und sieben Uhr morgens und von 17 bis 23 Uhr. Mit 40 Prozent ereignen sich ...

Wann und wo droht die größte Wildwechsel-Gefahr?

... die meisten Wildunfälle auf Waldstrecken, mit 33 Prozent gefolgt von Straßen durch Felder.

Wie kann das Risiko eines Wildunfalls gesenkt werden?

Warnschild "Wildwechsel" unbedingt ernst nehmen! Dazu vom Gas gehen und beide Straßenränder im Auge behalten. Bei auftauchendem Wild abbremsen, aufblenden, hupen. Vorsicht: Die Tiere kommen oft im Rudel.

Warum sind Wildunfälle so gefährlich?

Dabei spielt das Tempo die entscheidende Rolle. Je schneller das Fahrzeug, desto höher das Aufprallgewicht der Tiere. Zudem verlängert sich der Bremsweg, es bleibt weniger Reaktionszeit.

Was ist besser: draufhalten, bremsen oder ausweichen?

Blitzentscheidung: Kleinwild (Hase, Fuchs) auszuweichen, ist oft riskanter als der Zusammenprall. Schwieriger ist die Entscheidung bei größeren Tieren. Brandgefährlich: Beim Ausweichmanöver ...

Was ist besser, draufhalten, bremsen oder ausweichen?

... drohen Zusammenstöße mit dem Gegenverkehr oder Bäumen am Straßenrand – im Zweifel also besser eine Vollbremsung hinlegen.

Was muss getan werden, wenn es gekracht hat?

Unfallstelle absichern, um Verletzte kümmern. Auch bei reinen Blechschäden unbedingt die Polizei informieren, Bescheinigung ausstellen lassen.

Wer zahlt Schäden am Auto?

Die Teilkasko. Das gilt auch für Schäden durch Ausweichmanöver, im Versicherungsdeutsch "Rettungskosten". Sofern glaubhaft ist, dass durch das Ausweichen schlimmere Schäden vermieden wurden. Wenn es also ...

Wer zahlt Schäden am Auto?

... zu Schäden durch Ausweichmanöver kommt, bei denen das Wild unversehrt blieb, sind gegebenenfalls Augenzeugen nötig.

Mehr Infos: Wildunfallstatistik 2010

Rehe, Hirsche und Wildschweine setzen vor allem in den Herbstmonaten Oktober und November zu einem Sprung über die Straße an.

Wie groß die Gefahr für Mensch und Tier ist, beweisen Zahlen vom ADAC und dem Deutschen Jagdschutzverband (DJV). Demnach sind vergangenen Jahr sind bei Wildunfällen 2669 Menschen verunglückt, 20 von ihnen starben. Laut DJV-Statistik verloren bundesweit 238.823 Wildtiere ihr Leben auf der Straße. Besonders groß ist die Gefahr eines Zusammenstoßes mit Reh, Hirsch oder Wildschwein nach Angaben des ADAC im Oktober und November. Der Grund: Wenn der Mais als letzte Getreideart abgeerntet ist, verlieren viele Tiere ihre Deckung auf den Feldern und wechseln über die Straßen in den Wald. Zudem geht das Wild meist in der Dämmerung, also zu Zeiten des Berufsverkehrs auf Futtersuche.

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