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Windows-XP-Virus legt Blitzer lahm

— 22.01.2014

Moskauer Radarfallen gehackt

In Moskau legten Hacker Radarfallen lahm, die noch mit dem veralteten Betriebssystem Windows XP laufen. Die Reparatur wird einen Monat dauern.

Weltweit können sich Millionen Nutzer nicht von Windows XP trennen. Das Betriebssystem ist zwar in die Jahre gekommen – aber wenn es läuft, dann läuft es. Das dachten wohl auch die Verantwortlichen bei der Moskauer Polizei, die ein Netzwerk von 144 Radarfallen im Umland der russischen Hauptstadt mit Hilfe von Windows XP steuern. Bislang zumindest, denn nun könnte ein Umdenken einsetzen.

In Moskau muss die Polizei auf mobile Blitzer setzen – Hacker legten über 100 stationäre Radarfallen lahm.

Grund dafür ist eine peinliche Panne: Hacker haben eine Vielzahl der fest installierten Radarfallen mit Hilfe von Malware lahm gelegt. Sie infizierten mehr als 100 Blitzanlagen im Moskauer Umland mit einem geheimnisvollen Virus  – und setzten sie so außer Gefecht. Das berichtet die russische Zeitung "Gazeta.ru". Das Problem liegt in der Anfälligkeit von Windows XP für Computerviren. Wenn nicht alle Sicherheitslücken regelmäßig gestopft werden, können Hacker böswillige Eindringlinge einschleusen. Genau das geschah Mitte Januar 2014. Und so können Autofahrer rund um Moskau seitdem straffrei Gas geben, ohne die Polizei fürchten zu müssen.
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Was war passiert? Am 9. Januar fiel der Verkehrspolizei auf, dass 90 von 144 stationären Radarfallen nicht mehr funktionierten. Kurz darauf stieg die Anzahl der betroffenen Blitzanlagen auf 110. Niemand konnte sich das Problem erklären, bis Techniker dem Zusammenhang zwischen den Radarfallen und dem eingesetzten Betriebssystem nachgingen. Da wurde die peinliche Panne klar. Die Reparatur des Systems wird nach offiziellen Angaben mindestens einen Monat dauern, da die Malware ganz nebenbei auch das Zugangspasswort für jede einzelne Blitzanlage zurückgesetzt hatte. Das macht die Fernwartung unmöglich – und die Techniker müssen zu jeder einzelnen der befallenen Anlagen fahren, um den Virus zu entfernen.

Smartphone-Radarwarner im Test

Laut "Gazeta" drückt der Blitzer-Ausfall auf die Stimmung bei der Moskauer Verkehrspolizei. Vor allem aber zieht die Hacker-Attacke Einbußen im kommunalen Geldbeutel nach sich, da die rasenden Autofahrer im betroffenen Gebiet nicht mehr zur Kasse gebeten werden können. Die Verantwortlichen bei der Moskauer Polizei dürften sich nun die Köpfe zerbrechen, ob es nicht Zeit für einen Umstieg auf ein aktuelleres und deutlich hackerresistenteres Betriebssystem ist. Die Zeit dafür läuft ab: Am 8. April 2014 stellt Microsoft den Support von Windows XP ein. Ein kleiner Trost bleibt: Mobile Blitzer sind von der Hacker-Attacke in Russland wohl nicht betroffen.

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