Integrierte sind nur für Senioren? Stimmt hier nicht. Das Wohnmobil von Rapido mit modernem Interieur und Rundum-glücklich-Ausstattung zeigt das Gegenteil.
Kai Schwarten
Die Front des Franzosen wirkt durchaus gefällig und modern.
Bild: Horst Piezug
Französische Wohnmobile galten unter deutschen Kunden lange nicht als Geschmacksvolltreffer: zu dunkel, zu plüschig, oft auch zu eng. Rapido beweist mit seiner 9er-Serie, dass es auch anders geht. Speziell der brandneue 9094dF kommt luftig und hell daher – und vor allem mit einem pfiffigen Grundriss. Sein Mobiliar entstammt der hauseigenen Design-Edition und wirkt durch die Élégance-Ausstattung mit massivem Ahornholz extrem hochwertig. Damit zielt Rapido auf den Konkurrenten Hymer mit seiner neuen B-Klasse ab. Der kommen die Franzosen auch beim Preis sehr nah: Unter 82.600 Euro ist der Rapido 9094dF nicht zu haben. Dafür wirkt er qualitativ oberklassig und kein bisschen hausbacken – ein charmanter Typ auf der alternativen Liste der Integrierten.
Der Rapido ist ein wuchtiger 4,4-Tonner
Typisch Integrierter – die Fahrerkabine fällt sehr großzügig aus.
Bild: Horst Piezug
Das ist er: Ein Integrierter als 4,4-Tonner, stolze 7,39 Meter lang – ein wuchtiges Mobil, das durch die silbernen Lackakzente an Leichtigkeit gewinnt. In das man über integrierte Stufen und nicht über elektrisch ausfahrbare Hilfen kommt. Der Bug wird von der L-Sitzgruppe und einem Einzelsitz rechts dominiert, komplettiert durch die drehbaren Fahrerhaussitze – alles mit edlem Leder bezogen. Und über allem schwebt das Hubbett, das mit knapp 1,90 Metern etwas zu kurz ausfällt. Größer ist die zum Bett umgebaute L-Sitzbank im Heck-Wohnzimmer: 2,13 Meter in der Länge. Aber jeden Abend umbauen? Winkelküche (Dreiflammenherd, 154-Liter-Kühlschrank mit Gefrierfach und Backofen), Waschraum, Duschkabine mit Milchglas-Klapptüren und Kleiderschrank liegen mittig im Fahrzeug.
Rangieren und einparken kein Problem
Über allem schwebt das Hubbett, das mit knapp 1,90 Metern etwas zu kurz ausfällt.
Bild: Horst Piezug
So fährt er: Tiefenentspannt dank des 148-PS-Motors und der Automatik, sofern man sich an deren sedierende Gangart gewöhnt. Der Geradeauslauf des Rapido ist tadellos, auch in Kurven wankt er kaum. Im Stadtverkehr muss man sich der Breite von 2,35 und der Länge von 7,39 Metern bewusst sein, beim Abbiegen also etwas weiter ausholen und an parkenden Autos nicht zu dicht vorbeifahren. Aber keine Angst, man gewöhnt sich schnell an die Ausmaße. Zumal sich der Rapido gut rangieren und einparken lässt – dank leichtgängiger Lenkung, großer Außenspiegel sowie der optionalen Rückfahrkamera. Auch in puncto Fahrsicherheit gibt es nichts zu mäkeln: Die Bremswerte sind klassenüblich, ein Fading konnten wir nicht feststellen. Und auch bei 100 km/h blieb es noch ruhig im Fahrerhaus. Selbst auf von Schlaglöchern übersäten Straßen gab's kein Scheppern, kein Klappern, kein Knarzen. Hier zahlt sich die Qualität des hochwertigen Möbelbaus aus.
Die Ausstattung des Rapido ist üppig
Der Sanitärbereich ist hell und freundlich mit einem großen Spiegel.
Bild: Horst Piezug
Das hat er: Bei einem Grundpreis von 82.600 Euro ist schon einiges zu erwarten. Und so sind dann auch elektrisch verstell- und beheizbare Busspiegel, LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer, 16-Zoll-Aluräder und Klimaautomatik aufpreisfrei an Bord. Auch die Mückenschutztür sowie der Mülleimer an der Tür, Hekis und der Tempomat gehören zum Lieferumfang. Der zweitstärkste Ducato-Motor, die Automatik, das Radio mit Rückfahrkamera, die Dunstabzugshaube und der Backofen in der Küche kosten extra. Auch da sind die Franzosen ziemlich deutsch.
Bildergalerie
Wohnmobil von Rapido im Test
Fazit
von
AUTO BILD
Très chic, der Rapido 9094dF: feiner Möbelbau, viel Platz und ein ungewöhnlicher, aber reizvoller Grundriss mit Heckwohnzimmer, L-Sitzbank und Cocktailtisch. Dazu die aufwendige Beleuchtung – und kaum etwas, das im täglichen Umgang mit diesem edlen Teil wirklich stört.
Wohnmobil von Rapido im Test
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Sie gelten ein wenig als die Senioren-Wohnmobile – die Integrierten. Doch der Rapido 9094dF kommt im modernen Kleid mit ebensolcher Ausstattung, die erstaunlich komplett ist.
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Ein Integrierter als 4,4-Tonner, stolze 7,39 Meter lang – ein wuchtiges Mobil, das durch die silbernen Lackakzente an Leichtigkeit gewinnt.
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Hotel Bellevue: Das große Panoramafenster sorgt für viel Tageslicht im Wohnzimmer.
Bild: Horst Piezug
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Die ungewöhnliche Grafik der Heckleuchten ist gelungen, verleiht dem Rapido Dynamik.
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Gipfelsturm: Mit dem 148-PS-Diesel geht's auch am Berg zügig voran. Tiefenentspannt bleibt der Fahrer des Rapido 9094dF auch dank der Automatik, sofern man sich an deren sedierende Gangart gewöhnt.
Bild: Horst Piezug
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Der Geradeauslauf des Rapido ist tadellos, auch in Kurven wankt er kaum. Im Stadtverkehr muss man sich der Breite von 2,35 und der Länge von 7,39 Metern bewusst sein, beim Abbiegen also etwas weiter ausholen und an parkenden Autos nicht zu dicht vorbeifahren.
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Weniger Widerstand: Die gerundete Bugpartie senkt den Verbrauch des Schwergewichts.
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Die Front des Franzosen wirkt durchaus gefällig und modern.
Bild: Horst Piezug
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Auch in puncto Fahrsicherheit gibt es nichts zu mäkeln: Die Bremswerte sind klassenüblich, ein Fading konnten wir nicht feststellen. Und auch bei 100 km/h blieb es noch ruhig im Fahrerhaus. Selbst auf von Schlaglöchern übersäten Straßen gab's kein Scheppern, kein Klappern, kein Knarzen.
Bild: Horst Piezug
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Der brandneue 9094dF kommt luftig und hell daher – und vor allem mit einem pfiffigen Grundriss. Sein Mobiliar entstammt der hauseigenen Design-Edition und wirkt durch die Élégance-Ausstattung mit massivem Ahornholz extrem hochwertig.
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Große Tafel: Bei so viel Platz kann man gern mal ein paar Gäste auf einen Kaffee einladen.
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Alles für die 26 Lampen an Bord: Selbst die Lichtschalter sind edel designt.
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L-Sitzgruppe: Wohnlandschaft mit straffen Polstern – abends lässt sie sich zum Bett umbauen. Variabel stellbarer Tisch. Während der Fahrt wird er in der Öffnung rechts befestigt.
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Klein und fein: Winkelküche mit Backofen (kostet allerdings extra) und Herd mit frei Flammen.
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Schicker Sanitärbereich: Viel Holz, viel Licht, großer Spiegel, das ist gut gemacht.
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Über allem schwebt das Hubbett, das mit knapp 1,90 Metern etwas zu kurz ausfällt. Größer ist die zum Bett umgebaute L-Sitzbank im Heck-Wohnzimmer: 2,13 Meter in der Länge. Aber jeden Abend umbauen?
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Typisch Integrierter – die Fahrerkabine fällt sehr großzügig aus. Radio und Klimaanlage sind Serie, das Navi kostet extra.
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Schaltzentrale: Von hier aus lassen sich wichtige Funktionen wie die Temperatur steuern. Rechts das Logo von Rapido.
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Einstieg: Eigene Tür für den Fahrer – hat nicht jeder.
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Reichlich Stauraum im Heck, der sich über zwei Klappen relativ einfach beladen lässt.
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Zwei 17-Liter-Gasflaschen versorgen den Dreiflammen-Herd mit Energie. Sie sind in einem separaten Fach untergebracht.
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Durchreiche: Zwei Klappen zum Beladen vorn, das schafft noch mehr Stauraum.
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Bei einem Grundpreis von 82.600 Euro ist schon einiges zu erwarten. Und so sind dann auch elektrisch verstell- und beheizbare Busspiegel, LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer, 16-Zoll-Aluräder und Klimaautomatik aufpreisfrei an Bord.
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Auch die Mückenschutztür sowie der Mülleimer an der Tür, Hekis und der Tempomat gehören zum Lieferumfang. Der zweitstärkste Ducato-Motor, die Automatik, das Radio mit Rückfahrkamera, die Dunstabzugshaube und der Backofen in der Küche kosten extra. Auch da sind die Franzosen ziemlich deutsch.