Die Erfindung des Verbrennungsmotors liegt bereits über 160 Jahre zurück – und schon immer waren die Kolben und Zylinder rund gestaltet. Die russischen YouTuber von "Garage 54" haben jetzt das seit jeher bewährte Konzept über den Haufen geworfen.

"Garage 54" ist für wilde Umbauten bekannt

Während sich Tuner auf der ganzen Welt einen wahren Wettstreit um noch leistungsfähigere Motoren liefern, haben sich die Russen darauf spezialisiert, Autos mit Kettensägen und Akkuschraubern anzutreiben.
Die neueste Kreation bedient sich am Verbrennungsmotor eines Lada. Anstelle der zylindrischen Kolben finden sich hier eckige Exemplare.
In einem fast zwanzigminütigen Video bei YouTube zeigen die Tuner den Bau des ungewöhnlichen Motors. Die Idee dazu entstand aus reiner Neugier – grundsätzlich hat es sehr gute Gründe, warum Kolben und Zylinder eines Motors rund sind.

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Neben dem offensichtlichen Vorteil der Symmetrie lassen sich runde Kolben einfacher fertigen, zudem bieten sie eine gleichmäßige Abdichtung der Kolbenringe. Gleichzeitig verhindert eine runde Form, dass sich die Kolben innerhalb der Zylinder verkeilen können.

Zylindische Kolben sind haltbarer

Darüber hinaus wird der Verbrennungsdruck besser verteilt, da Explosionen sich in der Regel gleichmäßig ausbreiten und somit eine runde Form für eine Brennkammer deutlich besser geeignet ist.
Langfristig werden so hohe mechanische und thermische Belastungen homogener verteilt, und es entstehen keine punktuellen Spannungsspitzen. Das sorgt für gleichmäßigeren Verschleiß und eine deutlich verbesserte Langlebigkeit der Motoren – weshalb man sich vor 160 Jahren für die Verwendung runder Kolben entschied.
Die Tuner von Garage 54 haben sich trotz aller Gründe, die gegen eckige Kolben sprechen, für den Bau eines Vierzylinders mit quaderförmigen Kolben entschieden. Verwendet wurde dafür ein Funkenerosionsverfahren, bei dem eine elektrische Entladung über einen Draht für die Abtragung des Materials genutzt wird – und so die Passgenauigkeit erhöht.