Porsche ist zurück in der Top-Kategorie der Sportwagen. Mit dabei bei den 24 Stunden von Daytona: sechs Werksfahrer. Darunter finden sich auch ehemalige GT-Asse. Einer von Ihnen ist der 32-jährige Däne Michael Christensen.
Der Sprung vom Serien-basierten 911 RSR zum Prototypen erforderte einiges an Umstellung – aber auch nicht zu viel. „Ich bin jetzt zu 100 Prozent Prototyp-Fahrer“, frohlockte Christensen vor dem Start zur 61. Ausgabe des Langstrecken-Klassikers. Der GT-Sieger der 24 Stunden von Le Mans 2018 teilt sich den Porsche 963 mit der Startnummer 7 mit dem jungen Australier Matt Campbell und dem Formel-1-erfahrenen Brasilianer Felipe Nasr.
Das Trio geht am Samstag um 13.40 Uhr Ortszeit von Startplatz zwei ins Rennen. „Als GT-Fahrer habe ich gelernt, mit dem GT-Porsche schnell zu sein. Das kommt mir natürlich in dem neuen LMDh-Prototyp zu Gute.“ Christensens größte Herausforderung: „Zu verstehen, was der Prototyp braucht, um schnell zu sein“.
Der Däne Michael Christensen steigt vom GT- in den Prototypen-Porsche um.
Bild: Porsche

Augusto Farfus, versierter Alleskönner aus dem Stall von Prestige-Rivale BMW, behauptet: „Der LMDh-Prototyp erfordert sehr viel Gefühl beim Bremsen, weil damit ja auch Energie ins Antriebssystem rekuperiert wird. Das ist alles sehr kritisch, vor allem, wenn man die Bremsbalance verstellt.“ Sein Urteil: „Der LMDh ist das schwierigste zu fahrende Rennauto, mit dem ich je gefahren bin.“
Weniger dramatisch schätzt Porsche-Kollege Christensen die fahrerischen Ansprüche ein: „Für mich ist etwas mehr Smoothness gefordert.“ Aber eben kein Hexenwerk am Volant. Christensen absolvierte einige Tage im Simulator, betont: „Schon 2014 durfte ich den Porsche 919 Hybrid testen. Ich wusste also, dass ich das Thema Prototyp hinkriege.“
Viele Beobachter betrachten es als eine Schwächung der fahrerischen Performance, dass Christensen von seinem langjährigen Teamkollegen Kevin Estre getrennt wurde – der Franzose gilt als schnellster GT-Fahrer im Porsche-Kader, einer, der Christensen stets besonders gefordert hatte. „Das hatten wir uns beide gewünscht, dass wir wieder zusammen ein Team bilden würden. Aber manchmal ergibt es sich eben nicht. Man darf nicht vergessen – das hier ist nicht Kevins und meine Show. Das ist die Show von Porsche und Penske.“
24h Daytona Startaufstellung GTP
1. T. Blomqvist / C. Braun / H. Castroneves / S. Pagenaud, Meyer Shank Racing, Acura ARX-06
2. M. Campbell / F. Nasr / M. Christensen, Porsche Penske, Porsche 963
3. R. Taylor / F. Albuquerque / L. Deletraz / B. Hartley, Konica Minolta, Acura ARX-06
4. S. Bourdais / R. van der Zande / S. Dixon, Cadillac Racing, Cadillac V-LMDh
5. E. Bamber / A. Lynn / R. Westbrook, Cadillac Racing Cadillac V-LMDh
6. P. Derani / A. Sims / J. Aitken, Whelen Engineering, Cadillac V-LMDh
7. P. Eng / A. Farfus / M. Wittmann / C. Herta, BMW M Team RLL, BMW M Hybrid V8
8. C. De Phillippi / N. Yelloly / S. van der Linde / C. Herta, BMW M Team RLL, BMW M Hybrid V8
9. M. Jaminet / N. Tandy / D. Cameron, Porsche Penske, Porsche 963
Autor: Guglielmo Coltello