24h Daytona: Triumph für Cadillac
Mit Last-Minute-Crash zum Sieg

Das 24-Stunden-Rennen von Daytona endet mit einer kontroversen Kollision. Cadillac feiert unter anderem mit NASCAR-Star Jeff Gordon am Steuer den Sieg.
Bild: Facebook (Wayne Taylor Racing)
- Michael Zeitler
Ex-DTM-Pilot Filipe Albuquerque war nach dem Rennen fuchsteufelswild. „Dieses ganze Rennen ist doch nur eine Show“, schimpfte er. Kurz vor Ende des 24-Stunden-Rennens liegt der Portugiese noch vorn, doch von hinten drängt Ricky Taylor. Beide fahren mit identischen, über 600 PS starken Dallara-Cadillac-Prototypen. In Kurve eins setzt Taylor zum Überholen an, Albuquerque macht dicht, beide berühren sich. Albuquerque dreht sich daraufhin, Taylor übernimmt die Führung und siegt. Die Rennleitung findet: ein normaler Rennzwischenfall. Eine Strafe gibt es nicht.
Faszination Daytona: René Rast erklärt sie
Albuquerque ist aber anderer Meinung: „Er berührte mich einfach und drehte mich um. Das war kein sauberes Manöver, das weiß jeder. Ich glaube nicht, dass ich das Rennen verloren habe, denn so will ich nicht Rennen fahren.“ Taylor kann die Aufregung nicht verstehen. „Ich hatte eine ganze Weile auf das Manöver hingearbeitet. Er war in Kurve eins nicht sehr stark. Ich wollte unbedingt gewinnen.“

Das siegreiche Quartett von Wayne Taylor Racing
Und der vierte Siegpilot war Max Angelelli, der für Wayne Taylor schon 2005 in Daytona gewann. Der 50-Jährige hat angekündigt, dass Daytona 2017 sein letztes Rennen sein würde. Er hat eine bewegte Karriere hinter sich: Der Italiener fuhr 1994 im Imola-GP den Opel Vectra, der als Safety-Car eingesetzt wurde. Mehrmals fuhr Ayrton Senna neben Angelelli um zu signalisieren, dass er zu langsam sei. Nur: Schneller ging es im Opel Vectra nicht. Kurz nach der Safety-Car-Phase verunglückte Senna tödlich.
Pech hatten die deutschen Fahrer im vor allem nachts verregneten Daytona-Langstreckenrennen. René Rast wurde noch Dritter. Nick Heidfeld schied allerdings schon früh mit einem Elektronikschaden aus. Mit Dirk Müller siegte dafür in der GT-LM-Klasse ein Deutscher: Gemeinsam mit Sébastien Bourdais und Joey Hand verwies Müller im Ford GT einen der neuen Porsche 911 RSR auf Rang zwei.
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