Olaf Manthey, mit welchen Zielen gehen Sie in das Jubiläumsrennen an diesem Wochenende?
Olaf Manthey (67): Wie bei jedem Start gibt es nur ein Ziel, nämlich um die oberste Stufe des Podiums zu kämpfen. Alles andere wäre doch nur Geld verbrennen.
Offiziell sind Sie im Ruhestand. Welche Rolle spielen Sie aktuell im Team?
Als Anteilseigner achte ich darauf, dass die Kohle stimmt und betreue nach wie vor einige unserer langjährigen Kunden. Selbstverständlich bin ich aber über alle Vorgänge im Team informiert und stehe gern beratend zur Seite. Tatsächlich werde ich auch immer mal wieder um Rat gefragt (lacht).
Und wie verfolgen Sie das Rennen?
Ganz entspannt aus unserer Lounge. In der Box lasse ich mich nicht mehr blicken.
30 VLN-Siege als Rennfahrer, sieben Gesamtsiege beim 24h-Klassiker mit seinem Team: Ring-Legende Olaf Manthey.

Wer sind Ihre Favoriten auf den Gesamtieg?
Es gibt mindestens zwei Handvoll siegfähiger Teams. Und dann sind da noch die, die man nicht unbedingt sofort auf der Rechnung hat, die aber immer für eine Überraschung gut sind. Einen klaren Favoriten zu benennen, ist unmöglich.
Was sind die Schlüssel zum Erfolg auf dem Ring?
Vier Dinge: ein perfekt vorbereitetes Auto; die bestmöglichen technischen Partner an der Seite zu haben; ein Top-Fahrerteam, das ohne persönliches Ego den Erfolg des Teams in den Mittelpunkt stellt; und eine Portion Glück. Der größte Fehler wäre es, zu glauben, man habe alles im Griff.
Warum ist der Eifelmarathon so besonders?
Vor allem wegen der unvergleichlichen Rennstrecke. Ich bin hier 30 Jahre lang Rennen gefahren, und jedes einzelne war eine Herausforderung. Man darf nie den Respekt vor dem Kurs verlieren. Dann die einzigartige Atmosphäre mit den tausenden Fans an der Strecke und die eifeltypischen Wetterkapriolen, die jederzeit auftreten können.
2006 gewann das Manthey-Team das erste mal die 24h am Nürburgring.

Ewiger Diskussionspunkt ist der Speedunterschied der Autos. Ihre Meinung?
Geschwindigkeit ist nicht das Problem. Es gibt auch in den Klassen der seriennahen Fahrzeuge Autos, die wir mit einem durch BOP eingebremsten GT3-Rennwagen nur mit Mühe überholen können. Die Qualität der Fahrer ist eher entscheidend. Viele fahren in der Mitte der Strecke, weil sie glauben, damit nichts falsch zu machen. Der Pilot eines schnelleren Fahrzeugs weiß dann nicht, ob er links oder rechts überholen soll. Das führt zu Missverständnissen und Unfällen.
Wie hat sich das 24-Stunden-Rennen von1970 bis heute verändert?
Früher mussten die Fahrer viel mehr Rücksicht auf das Material nehmen, also auch mal einige ruhige Runden einlegen, um ohne technische Probleme über die Distanz zu kommen. Dennoch war es für die Fahrer ohne elektronische Fahrhilfen körperlich sehr viel anstrengender. Heute sitzen die Piloten doch in rasenden Flipperautomaten.
Dafür ist das Rennen mental sehr viel anstrengender, weil es 24 Stunden lang eine Aneinanderreihung von Quali-Runden ist. Und das bei einem enormen Erfolgsdruck. Jeder Fahrer muss damit klarkommen, dass bei der hohen Leistungsdichte auch ein kleiner Fehler dazu führen kann, entscheidend zurückzufallen und das Rennen zu verlieren.

Zur Person: Olaf Manthey

Nach erfolgreicher Fahrerkarriere gründete er 1996 sein Team. Mit sieben Siegen (2006-2009, 2011, 2018, 2021) ist die Mannschaft Rekordgewinner des Ring-Klassikers und Titelverteidiger

TV-Tipp

Nitro plant einen neuen Weltrekord in Sachen Livesendung mit Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde!
Sendezeiten:
Freitag, 27.05., 18:00 – 20:15 Uhr: Top-Qualifying
Samstag, 28.05., 13:15 Uhr bis Sonntag, 29.05., 16:40 Uhr: Rennen live
Stream, Ticker & Timing:
24h-rennen.de/live
Livestream: youtube.com/24hNBR
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Von

Thomas Arndt