24h am Ring: Stuck-Interview

24h Nürburgring: Jubiläum

Stuck gewann vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren fand das 24h-Rennen am Nürburgring zum ersten Mal statt. Hans-Joachim Stuck, damals Rennsieger, erinnert sich an die erste Ausgabe.
Herr Stuck, gemeinsam mit Clemens Schickentanz haben Sie 1970 die erste Ausgabe der 24h am Nürburgring gewonnen. Das ist jetzt 50 Jahre her.
Hans-Joachim Stuck (69): Ja, seither hat sich viel geändert: Als ich 2011 mit meinen Söhnen Johannes und Ferdinand noch mal gefahren bin, war das alles anders. Heute haben die Fahrer ihren Physiotherapeuten dabei und werden ernährt und massiert, die Wäsche wird getrocknet. Das hat es damals alles nicht gegeben. Wir haben in der Pause Cola gesoffen, waren nur zu zweit und nicht zu viert. Den BMW 2002 ti haben wir per Achse zur Strecke gefahren, haben im Fahrerlager die Sitze aus-gebaut und die Stoßstange abmontiert, und dann ging es los. Aber das ging auch. Und wir hatten eine Riesengaudi.

Hans Joachim Stuck

War das Rennen trotzdem schon damals wichtig?

Ja, obwohl es die erste Ausgabe war. Die Strecke hatte eine wahnsinnige Geschichte. BMW hat unser Team Koepchen unterstützt. Wir mussten gewinnen, damit sie die restliche Saison finanzierten. Der Sieg war auch eine gute Visitenkarte. Ich bin vorher ja nur Berg- oder kleinere Rundstreckenrennen gefahren. Das hat mir einen Vertrag eingebracht. Natürlich haben da auch die Beziehungen meines Vaters geholfen (Bergkönig Hans Stuck hat etwa 1935 den Italien-GP für Auto Union gewonnen, die Red.).
Leider sind wegen Corona 2020 nur wenig Zuschauer vor Ort. Normalerweise veranstalten die Fans ein Volksfest. 1970 auch schon?
Es waren bestimmt schon 50000 Leute da. Als es dunkel wurde, haben sie angefangen zu grillen, und die Grillschwaden haben sich über die Strecke gelegt. Im Auto hab‘ ich mir gedacht: Mensch, ich würd jetzt auch gern eine Bratwurst essen.
Klingt nach viel Spaß.
Die lustigste Geschichte kam nach dem Rennen. Als ersten Preis gab es einen Wohnwagen von Eifelland, die ja später auch ein Formel-1-Team hatten. Der Clemens Schickentanz hat gemeint, er brauche ihn nicht und ich könne ihn haben. Also hab‘ ich mir von BMW ein Auto mit Anhängerkupplung geliehen, um ihn nach Hause nach Grainau zu bringen. Erst bin ich mit 80 dahingetuckert, dann mit 100 oder 110. Als ich den Main überfahren habe, kam ein solcher Windstoß, dass er zweimal hin und hergewackelt ist, und, zack, lag er in Einzelteilen auf der Straße (lacht). Aber ich hab‘ einen neuen bekommen …
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