Regenchaos, schwere Unfälle, starker Nebel – und schließlich der Rennabbruch. Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring hat seinem Ruf, das "härteste Autorennen der Welt" zu sein, wieder einmal alle Ehre gemacht. Nur sechs Stunden wurden am Samstag gefahren, bevor die rote Flagge zum Einsatz kam.
Dichter Nebel machte eine Unterbrechung des Rennens gegen 21:30 Uhr unvermeidlich. Viele Bereiche der Nordschleife waren aus Sicherheitsgründen nur mit 60 km/h befahrbar. "Da gibt es, besonders bei den großen Autos, Probleme mit den Reifen", erklärte Rennleiter Walter Hornung. "Das ist natürlich ein Sicherheitsfaktor." Die Rennleitung gab bereits frühzeitig bekannt, dass ein Neustart nicht vor 7 Uhr am Sonntagmorgen erfolgt.

BMW vor Mercedes

Die Spitzenposition hatte zu diesem Zeitpunkt der BMW M6 GT3 #1 von Rowe Racing inne. Der Vorjahressieger, der auch von der Pole-Position ins Rennen gestartet war, wurde vom #4 HRT Mercedes AMG GT3 sowie dem BMW M6 GT3 von Schubert Motorsport verfolgt. Auf der vierten Position lag der schnellste Audi R8 LMS. Der Manthey Porsche 911 GT3 R, dem ebenfalls gute Chancen auf einen Gesamtsieg zugeteilt werden, wurde zum Abbruch auf dem sechsten Platz gewertet.
Dichter Nebel sorgte für eine 13-stündige Unterbrechung
Bis zur Rennunterbrechung erlebten die Fans ein spannendes Rennen. Obwohl der Start bei trockenen Bedingungen erfolgte, setzten viele Teams auf profilierte Reifen. Denn das Regenradar ließ nichts Gutes vermuten: Nach rund 40 Minuten setzte tatsächlich der erwartete Starkregen ein. Im Streckenabschnitt Flugplatz rutschten gleich mehrere Fahrzeuge von der Strecke. Erinnerungen an das Chaos von 2016 wurden wach.
Für einen Schreckmoment sorgte der heftige Abflug von Stefan Branner, der mit seinem Porsche Cayman in der „Hohenrain Schikane“ in die Leitplanken krachte und sich mehrfach überschlug. Branner wurde aus seinem zerstörten Fahrzeug geborgen und zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht. Der Porsche-Pilot überstand den schweren Crash nahezu unverletzt.
Als der Regen langsam aufhörte, zog dichter Nebel über die Strecke, der schlussendlich zur Unterbrechung führte. Nach einer Pause von mehr als 13 Stunden soll das 24h-Rennen am Sonntagvormittag fortgesetzt werden.

Von

Sönke Brederlow