24h-Rennen Nürburgring bei Nacht
So schlafen die Fahrer

24 lange Stunden dauert das Rennen auf dem Nürburgring. Ganz ohne Schlaf geht das nicht. ABMS verrät, wann und wo die Fahrer die Augen zumachen.
Bild: BMW / ABMS
- Frederik Hackbarth
Anders als das Boxenpersonal und die Mechaniker, die oft nur für ein paar Minuten in einem Stuhl in der Garage die Augen schließen dürfen, haben die Piloten beim 24h-Rennen ein wenig mehr Komfort. Bei den hohen Geschwindigkeiten auf der Nordschleife muss die Konzentration voll da sein. Raum für Verschnaufpausen bleibt nur außerhalb des Autos... und auch da ist die Zeit knapp bemessen. AUTO BILD MOTORSPORT hat sich im Fahrerlager am Nürburgring nach den 'Bettgeschichten' erkundigt und die unterschiedlichen Herangehensweisen der Fahrer im Kampf gegen die Müdigkeit erfahren.
Morgens steigt das Risiko

Die Mechaniker in den Boxen haben es nicht so bequem, müssen sich mit Campingstühlen zufriedengeben
Geregelter Ablauf
Warum trotzdem maximal zwei Stunden Schlaf rausspringen, erklärt BMWs Dirk Werner. „Bis man aus dem Auto raus ist, was gegessen und geduscht hat, vielleicht sogar noch eine Massage bekommt, sind schnell anderthalb Stunden rum. In der Zeit ist der nächste schon wieder aus dem Auto raus, dann kommen also nur noch zwei Kollegen. Und wenn der Fahrer vor dir fährt, musst du eigentlich schon wieder da sein.“ Werners Trick, um ein paar Minuten mehr zu schlafen. „Die Dusche weglassen geht auch. Man ist allein im Zimmer, es stört sich also keiner dran“, lacht der Deutsche.
Matratzenlager über der Box

Ikea-Bettwäsche und Wellblech am Kopfende: Dirk Werner posiert auf BMWs Bettenlager über der Box
Abschalten ist wichtig
Nissan-Pilot Nick Heidfeld, für den nach den 24 Stunden von Le Mans letztes Wochenende binnen sieben Tagen nun schon das zweite Mammutprogramm ansteht, hat derweil gelernt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Vor zwei Jahren war ich die ganze Zeit über recht fit. Deswegen habe ich gedacht, ich kann mal mehr vom Rennen gucken und muss mich nicht so ausruhen.“ Anschließend sei das Wachbleiben zur Tortur geworden. „Seitdem probiere ich, wenn ich aus dem Auto raus bin, komplett abzuschalten.“ Leicht falle ihm das aber nicht. „Man ist ja auch Fan, will sehen, was das Team macht... und so verpasst man natürlich viel, das ist manchmal schon schade. Es hilft aber nichts.“ Heidfeld: „Bei anderen Rennen ist es anders, aber hier muss man sich einfach Zeit für sich nehmen.“
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