Abarth 595, Abarth 500e: Test
Klassisch oder doch lieber vollelektrisch? Ein Vergleich!
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Die Rennsemmeln von Abarth gibt's jetzt auch elektrisch – passt das? Auf Sound muss auch der E-Pilot nicht verzichten, aber auf vieles anderes.
Bild: AUTO BILD
Erstaunlich, wie verschieden diese auf den ersten Blick fast baugleich wirkenden Rennsemmeln tat-sächlich sind. Beginnen wir mit dem Benziner, einem alten Bekannten: eine Knallerbse der ganz alten Schule, mit 21 Jahre alter Panda-Technikbasis. Dreh-Zündschlüssel, Türöffner wie im Oldtimer, Alu-Schaltknauf im Stile von Viper und Co, der heiß werden kann. Die Sitzflächen fallen kleiner aus als im neuen Elektro-Pendant, auch mit weniger Rückenunterstützung. Für Sportzwecke ist die Sitzposition zu hoch.
Wer die Skorpion-Taste in der Mittelkonsole drückt, bekommt Druck auf die Ohren wie in Wacken. Der an die Abarth-Giftzwerge der 1960er gemahnende Bratzelsound aus vier Rohren lässt sich durch erneuten Druck auf das Spinnentier mildern, bleibt aber ein Risiko für den Nachbarschaftsfrieden. Die von uns gefahrene Rolldachversion fühlt sich bei Dauerregen innen immer leicht feucht an, ist innen schlecht beleuchtet, und der Wind macht sich ab 120 km/h akustisch bemerkbar.

Da schenken sich Stromer und Benziner nichts: Bordsteinkratzer-Gefahr!
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Klassisch oder doch vollelektrisch?
Leider fällt die Fahrwerkshärte so übertrieben aus wie der Druck auf den Ohren: Sie lässt den 595 durch die Lande springen wie eine Flipperkugel und in jeden Frostaufbruch fallen. Erstaunlich gut: der Geradeauslauf bei höherem Tempo. Die Nickbewegungen wegen des kurzen Radstands nerven aber. Beim Umstieg auf den Stromer mit seiner neuen Plattform spürt der Fahrer sofort, dass er ein völlig anderes Auto bewegt. Das Fahrwerk ist kompromissbereiter und weniger nervös, allein schon durch den 22 mm längeren Radstand. Trotz 370 kg Mehrgewicht schiebt der Stromer in schnellen Kurven weit weniger über die Vorderräder. Ergonomisch ist der 500e gelungener: alles viel symmetrischer, das Lenkrad steht weniger flach. Wo sonst ein Endtopf sitzt, findet sich beim 500e ein wasserdichter Lautsprecher – Rallyesound aus der Tube.

Sportliche Details werten das bekannte 500er-Cockpit gekonnt auf.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Trotz seines Preises bietet der E-Abarth kein Thermo-Management. Warmgefahren haben wir den 42-kWh-Akku am Schnelllader von 5 auf 80 Prozent in 26 Minuten geladen. Wegen der treppenförmigen Ladekurve wird die Stromaufnahme darüber hinaus zäh. An der 11-kW-Wallbox dauert’s viereinhalb Stunden bis 100 Prozent.

Kein Zweifel: Beim Benziner gibt's mehr Sport zu erträglicheren Kosten.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Bei sportlicher Fahrweise auf der Autobahn (was hier maximal 155 km/h heißt) haben wir den Akku nach 120 km geleert. Im "Track"-Modus entfallen Rekuperation und Ein-Pedal-Fahren. Nach fünf Runden Nordschleife wäre wieder Laden angesagt.
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