Welcher Papa träumt nicht davon, einmal mit seinem Kombi einen 911er zu verfolgen oder ihn sogar zu überholen. Doch meist sitzen Väter und ihre Familien in Diesel-Kombis, deren pragmatische Machart das Überbrücken von Distanzen statt deren Genuss favorisiert. Doch es gibt Kombis, die es – zumindest längsdynamisch – mit einem Lamborghini oder Ferrari aufnehmen können. Solcherlei Ambitionen sollte man jedoch – zum Wohle des Familienfriedens – im Solobetrieb frönen.Bei Familienvätern mit dickem Portemonnaie stehen Audi RS 6 oder Mercedes E 63 AMG T-Modell hoch im Kurs. Diese beiden Kombis verbinden auf überzeugende Art Familientauglichkeit mit Sportwagendynamik. Und doch gibt es immer noch einige, denen die gebotene Performance nicht genügt. Hier kommen die beiden Premiumveredler Abt und Brabus ins Spiel. Abt spendiert dem schon gut im Futter stehenden RS 6 weitere 170 PS, Brabus offeriert gar 265 Extra-Pferdestärken. Wie viel besser gehen diese Obendrüber-Kombis? Welcher von beiden macht mehr Spaß? Und grinsen die Papis auch noch, wenn es ans Bezahlen geht?

Nur 25 RS 6-R sind geplant

Abt RS 6-R schwarz Frontansicht
Trotz der 22-Zöller ist der Abt RS 6-R deutlich kurvenwilliger als der Brabus.
Abt RS 6-R Breit, tief, schnell, das Ganze in businesstauglicher Hülle mit praktischem Kern, das ist der Audi RS 6. Ab Werk 560 PS und 700 Newtonmeter stark, hat Abt ein auf 25 Stück limitiertes Power-Paket namens RS 6-R geschnürt. Ordert man ein Komplettauto, ist die vom Tuner vorkonfi gurierte Ausstattung bereits recht propper. So sind unter anderem das Dynamikpaket Plus (Keramikbremse, Sportfahrwerk mit Dynamic Ride Control, LED-Scheinwerfer), das Optik-Paket Carbon und Leder Valcona an Bord. Die Äbte steuern die Leistungssteigerung auf 730 PS inklusive Abgasanlage, 22-Zöller im Design DR22, Gewindefahrwerksfedern und eine effektvolle Diamond-Black-Lackierung bei.

Nachgeschärfte Rennstall-Optik

Das Leistungsplus generieren die Ällgäuer mittels geän derter Motorelektronik sowie einer Sportauspuffanlage ab Vorschalldämpfer. Auch in puncto Optik schärfen die Kemptener mit mächtigem Frontspoiler samt Flics, Kotflügeleinsätzen, Seitenschwellern mit Sideblades im Formel-1-Look, einem Heckschürzenaufsatz sowie einem Dachspoiler in Sichtcarbon nach. Das Tuning kostet komplett als R-Paket 59.900 Euro.

Brabus-Tuning bedeutet: neuer Motor

Brabus E 850 T schwarz Frontansicht
Die 850er-Kennzeichnung steht nicht für den Hubraum, sondern für die PS.
Brabus E 850 T Für die gleichen 59.900 Euro bekommt man bei Brabus noch nicht einmal den Motorumbau zum E 850 T. Die Bottroper berechnen für das überarbeitete Aggregat heftige 83.181 Euro. Das hat natürlich seinen Grund. Mit neuen Daten für das Brabus-Steuergerät und einer Auspuffanlage ist es hier nicht getan. Wer Brabus kennt, der weiß, dass man dort für Motorumbauten gern beim Hubraum ansetzt. So steht die Zahl 850 hier nicht für das Kofferraumvolumen, sondern für die PS. Um von serienmäßigen 585 PS dorthin zu gelangen, vergrößert Brabus den Hubraum um fast einen halben auf gut 5,9 Liter.Dieser Zuwachs geht aufs Konto einer aus dem Vollen gefrästen und feingewuchteten Spezialkurbelwelle, welche die acht Schmiedekolben über Spezialpleuel in einer 99-Millimeter-Bohrung bewegt. Stählerne Zylinderkopfdichtungen lösen die Serienpendants ab. Auch neu entwickelte Turbolader sind beim 850er-Umbau inklusive. Damit die Turbinen stets genügend Frischluft bekommen, setzt Brabus ein entsprechend modifiziertes Luftfiltergehäuse mit großzügig dimensionierten Querschnitten sowie eine Reinluftleitung aus Kohlefaser ein. Lohn der Mühe sind mächtige 1150 Newtonmeter.

Fazit

von

AUTO BILD
Begüterte Papis und Familienväter: Wenn Sie Ihre Kids von Spielekonsole oder Computer wegholen wollen, dann leisten Sie sich einen dieser Kombis.Entweder den Testsieger Brabus E 850 T, der selbst gestandene Sportwagen stehen lässt, oder den Abt RS 6-R, der vor allem mit seinem Kurvenspeed und dem günstigeren Preis punkten kann. Ihre Frau sollte nichts dagegen einzuwenden haben, denn die Familie passt rein, das Gepäck für einen ganzen Urlaub auch. Am Ende entscheiden wie immer der Geschmack und das Portemonnaie.