Leistungsfetischisten vermissen ihn, den pausbackigen RS 6. Sein V10-Biturbo mit 580 PS setzte längsdynamisch neue Maßstäbe. Der Nachfolger des 2010 eingestellten Dampfhammers soll allerdings erst ab Sommer 2013 ausgeliefert werden. Wer sich bis dahin nicht gedulden kann, wird bei Abt fündig. Karosserie und Qualität Abt sieht keinen Anlass, groß ins Blechkleid einzugreifen. Firmeneigene DR-Räder füllen die Radhäuser formschön aus – und sind das Einzige, was den S7 optisch vom Serienauto unterscheidet. Fahrfreude und Antrieb Per Zusatzsteuergerät legt der Audi-Tuner zusätzlich 120 PS und 130 Newtonmeter frei. Homogen und linear flitzt der Drehzahlmesser über die Skala, der V8-Klang bleibt dabei jedoch verhalten.
Abt S7 Sportback
Der Doppelkuppler schaltet schnell hoch, könnte aber flotter auf wechselnde Lastzustände reagieren.
Bild: Lena Barthelmeß
Der serienmäßige Doppelkuppler schaltet flink hoch, könnte aber flotter auf wechselnde Lastzustände reagieren und souverän vom satten Drehmoment abschöpfen, anstatt verspätet zurückzuschalten. Fahrleistungen Die Launch-Control schickt den getunten S7 mit etwa 5200 Touren dampfkatapultartig ins Rennen. Nach 4,1 Sekunden liegen bereits 100 km/h an. Das gemessene Serienauto lässt sich vier Zehntel mehr Zeit – und gerät bis 200 km/h immer mehr ins Hintertreffen. Hier lautet der Stand zugunsten von Abt dann 14,1 zu 16,1 Sekunden. Damit bleiben die Allgäuer auch in Schlagdistanz zum alten RS 6 mit V10-Biturbo; der benötigte gemessene 13,2 Sekunden. Bei 300 km/h wird abgeregelt.
Abt S7 Sportback
Der V8 Biturbo treibt den S7 von 0-100 km/h in 4,1 Sekunden.
Bild: Lena Barthelmeß
Fahrwerk und Komfort
Abt belässt die adaptive Luftfederung im Serienzustand. Deren gutes Schluckvermögen trüben die 21-Zoll-Räder kaum. Vergnüglich: das leichte Mitschwingen des Hecks bei Lastwechseln, begünstigt durchs optionale Sportdifferenzial. Gewohnt standfest: extra zu bestellende Keramikbremsen. Bekannt direkt, aber synthetisch: die aufpreispflichtige Dynamiklenkung. Preis und Kosten Die Kraftspritze ist teuer, aber ihr Geld wert. Mehrleistung und angehobene Vmax lassen den Schnittverbrauch im Test von 12,9 auf 14,7 Liter ansteigen.

Fazit

von

Frank Wiesmann
Abt landet mit dem S7 einen Volltreffer. Er sprintet munter in der 500-PS-Liga mit, federt trotz großem Radsatz komfortabel und hechtet in Anbetracht seiner vielen Pfunde und ausladenden Ausmaße durchaus behände durch die Kurven. Große Klasse, für die man jedoch auch eine ebenso große Kasse braucht.