Achtung, Abzocke! Wer für seinen Urlaub gewappnet sein möchte, sollte weiterlesen – denn aus Italien wird seit längerer Zeit vermehrt über den sogenannten "Spiegeltrick" berichtet. Der ist nicht neu, aber immer noch erfolgreich. Inzwischen wird er wieder oft eingesetzt und kommt Urlauber teuer zu stehen.
Christoph Thür berichtet in den sozialen Medien davon. Er liefert Italien-Urlaubern auf Facebook regelmäßig Infos über das Land – und auch über den "Spiegeltrick".
Die Täter wollen das Bargeld der Opfer. "Und sie suchen sich gezielt Fahrzeuge von Urlaubern aus, egal ob es sich um einen kleinen Pkw handelt oder ein Wohnwagen-Gespann", berichtet Thür.

Mit einem Schlag am Auto fängt alles an

Wie läuft diese Masche ab? Urlauber berichten von einem Schlag an ihrem Auto während der Fahrt auf der Autobahn. Sie werden dann von einem fremden Autofahrer überholt und zum Anhalten aufgefordert.
Kommt man dem nach, wird den Betrugsopfern ein zuvor bereits beschädigter Außenspiegel gezeigt und behauptet, eine seitliche Kollision während der Fahrt auf der Autobahn sei dafür verantwortlich gewesen. Dann wird Bargeld gefordert, um den Schaden zu begleichen und um Polizei und Versicherung außen vor zu lassen. Dashcam-Aufnahmen von Urlaubern haben gezeigt, dass der Außenspiegel bereits zuvor beschädigt war.
"Die Betrüger nutzen einen Schockmoment aus und setzen ihre Opfer unter zeitlichen Druck, um sie zu unüberlegten Handlungen zu drängen", sagte Reiserechtsexperte Jan Bartholl bei "Travelbook".

Nicht anhalten, stattdessen filmen

"Am besten ist es, erst gar nicht anzuhalten und Videos und Fotos zu machen", sagt Thür. Denn oft soll es bereits reichen, dass die Betrüger merken, dass sie gefilmt werden.
Und Berichten von Opfern zufolge ist die italienische Polizei im Fall der Fälle keine große Hilfe. "Wir wollten eine Anzeige bei der Polizei machen. Leider haben die uns gesagt, dass dies nicht geht. Wir sollen es nur der Versicherung melden, dann haben sie uns wieder weggeschickt", berichtet ein Opfer laut der österreichischen Tageszeitung "Kleine Zeitung".