Was droht bei 21 km/h zu viel innerorts? Und wie hart wird's, wenn die Rettungsgasse blockiert wird? Wer gegen Verkehrsregeln verstößt, muss teils tief in die Tasche greifen – doch viele wissen gar nicht genau, was im Ernstfall fällig wird.
Der ADAC hat nun ein neues Online-Tool gestartet, das genau das beantwortet: den Bußgeldrechner.

Bußgeldrechner: mehr als 380 Tatbestände

Mehr als 380 Tatbestände aus dem aktuellen Bußgeldkatalog sind hinterlegt. Per Klick erfährt man: Welche Strafe droht? Wie viele Punkte gibt's? Ist ein Fahrverbot drin?
Ein Beispiel: Innerorts 21 bis 25 km/h zu schnell kostet 115 Euro – plus einen Punkt. Wer mehr als 31 km/h drüber ist, muss sogar 260 Euro zahlen, kassiert einen Punkt und darf einen Monat lang nicht fahren.
Auch vermeintliche Kleinigkeiten sind erfasst: vier Monate überfälliger TÜV? Macht 15 Euro. Zu schnelles Heranfahren an eine Vorfahrtsstraße? 10 Euro.
ADAC Bußgeldrechner
Der ADAC-Bußgeldrechner klärt über die Strafen des Bußgeldkatalogs auf.
Bild: ADAC
Wer allerdings eine Ampel ignoriert, die länger als eine Sekunde auf Rot stand, riskiert 360 Euro, zwei Punkte und Fahrverbot – vor allem, wenn es kracht.

Was kostet was? Ein Überblick

Zu schnell unterwegs (innerorts)

  • 21–25 km/h zu schnell: 115 Euro + 1 Punkt
  • 31 km/h oder mehr: 260 Euro + 1 Punkt + 1 Monat Fahrverbot

Rotlichtverstoß

  • Ampel länger als 1 Sekunde Rot + Unfall: 360 Euro + 2 Punkte + 1 Monat Fahrverbot

Rettungsgasse missbraucht oder blockiert

  • 240 Euro + 2 Punkte + 1 Monat Fahrverbot

TÜV überzogen

  • Bis 4 Monate: 15 Euro

Vorfahrt missachtet

  • Zu schnelles Heranfahren an eine Kreuzung: 10 Euro

Digitaler Service mit echtem Anwalt

Praktisch: ADAC-Mitglieder können ihren Bußgeldbescheid direkt über das Tool an eine Vertragsanwältin oder einen Vertragsanwalt schicken – und erhalten eine kostenlose Erstberatung. Die Juristen des Clubs helfen auch bei Unfällen, Ärger mit Bußgeldbescheiden aus dem Ausland oder beim Gebrauchtwagenkauf.
Was viele nicht wissen: Bei acht Punkten in Flensburg ist Schluss – dann ist der Führerschein weg. Eine Rückgabe gibt's nur nach bestandener MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung), frühestens nach sechs Monaten. Immerhin: Punkte verfallen – je nach Vergehen – nach zweieinhalb bis fünf Jahren.
Bereits über eine Million Mal wurde der alte ADAC-Rechner genutzt, der sich nur auf Tempo, Abstand und Ampeln beschränkte. Der neue geht jetzt deutlich weiter. Und zeigt: Vorsicht kostet weniger als Nachsicht. Hier geht es zum ADAC-Bußgeldrechner!