Michael Ammermüller findet die richtigen Worte: „Wir haben vollstes Verständnis, dass nach der Flutkatastrophe andere Dinge priorisiert werden als das Rennen. Unser Mitgefühl ist im Moment definitiv bei den Opfern in der Region“, sagt der Titelverteidiger und aktuelle Tabellenführer im ADAC GT Masters zur Absage des eigentlich am nächsten Wochenende geplanten fünften Saisonlaufs der Serie auf dem Nürburgring.
Allein, die Eifelrennstrecke wird in diesen Tagen für wichtigere Dinge benötigt. Der Nürburgring liegt im unmittelbaren Einzugsgebiet der von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Region rund um Ahrweiler. Das Fahrerlager ist derzeit Logistikzentrum für die vielen Einsatzkräfte. Polizei, Bundeswehr, THW und viele andere Katastrophenhelfer nutzen den Ring und seine Infrastruktur als zentrales Basislager. Für den Rennzirkus ist da derzeit kein Platz.
Der ADAC hatte sich in den vergangenen Tagen intensiv um eine Ausweichrennstrecke bemüht, in der Kürze der Zeit aber keinen Ersatzaustragungsort finden können. Derzeit versucht der Automobilclub für sein PS-Paket, in dem in diesem Jahr erstmals auch die Deutsche GT-Meisterschaft ausgefahren wird, einen Nachholtermin und -ort zu finden. Wann und wo das sein wird, ist derzeit allerdings noch völlig offen.
Michael Ammermüller und Mathieu Jaminet in ihrem Porsche 911 GT3 R
Ammermüller, der im ADAC GT Masters gemeinsam mit dem Franzosen Mathieu Jaminet einen Porsche 911 GT3 R des Teams SSR Performance pilotiert, macht kein Hehl daraus, dass er am liebsten in der Eifel fahren würde. „Wir hoffen, dass das Rennen zu einem späteren Zeitpunkt am Nürburgring stattfinden kann und wir damit auch die Region unterstützen können. Für uns wäre das Rennen auf dem Nürburgring sicherlich ein Wichtiges, da wir uns nach dem Sieg im letzten Jahr auch für dieses Mal gute Chancen ausgerechnet hatten.“
Nun müssen Ammermüller/Jaminet, die nach einem Ausfall im zweiten Rennen in Zandvoort nur noch sieben Punkte Vorsprung vor dem Duo Maximilian Buhk/Raffaele Marciello (Mercedes-AMG GT3 Evo) haben, ihre Tabellenführung beim Rennwochenende auf dem Lausitzring (10.-12. September) verteidigen. „Dort zählen wir bestimmt nicht zu den Favoriten. Wir werden trotzdem alles tun, unsere Spitzenposition zu verteidigen und wichtige Punkte zu sammeln.“
Und für das unverhoffte freie Wochenende hat der Bayer auch einen Plan. „Ich werde die Zeit nutzen, um mich körperlich für die nächsten Rennen fit zu halten und vor allem viel Zeit mit meiner Familie verbringen.“

Von

Thomas Arndt