Regen gleich Spannung, diese Rechnung geht im Motorsport fast immer auf. Erst recht, wenn es nicht beständig nass ist, sondern wechselnde Bedingungen vorherrschen. Beim dritten Lauf des ADAC GT Masters in Zandvoort begann das schon im Qualifying.
Viele Top-Teams, wie etwa die Gesamtführenden Niklas Krütten/Ben Green (BMW), gingen zu spät auf ihre gezeitete Runde, spielten im einsetzenden Regen keine Rolle und mussten sich mit Startplatz 22 begnügen.
Besser machte es Mick Wishofer im Lamborghini Huracán GT3 Evo. Seine Bestzeit auf trockener Strecke toppte niemand und bescherte dem jungen Österreicher (22) seine erste Pole in der Liga der Supersportwagen.
Kurios begann dann auch das Rennen. In der Einführungsrunde flog der im Qualifying zweitplatzierte Oberbayer Jan Marschalkowski (19) mit seinem Mercedes-AMG GT3 beim Versuch, seine Reifen aufzuwärmen, ab. Er landete in der Leitplanke und sorgte für einen Startabbruch.
Der durch einen Regenschauer kurz vor dem Start noch nasse Dünenkurs an der Nordsee trocknete weiter ab. Gut für die Teams, die auf profillosen Slicks in der Start-Aufstellung standen.
Mick Wishofer vor seinem Lamborghini Huracán GT3 Evo.

„Ich habe mir deshalb auch keine Sorgen gemacht, als ich nach dem Re-Start die Führungsposition an Ezequiel Pérez Companc verlor, denn ich wusste, dass er auf Regenreifen gestartet war. Ich war sicher, ihn schnell wieder über zu können.“
Tatsächlich gingen die weichen Regen-Pneus auf der immer trockener werdenden Rennstrecke schon in der zweiten Runde in die Knie und der Mercedes des Teams Madpanda Motorsport wurde weit nach hinten durchgereicht.
Wishofer zeigte dann eine beeindruckende Vorstellung, baute an der Spitze seinen Vorsprung beständig aus und übergab den Lambo beim Pflichtboxenstopp mit mehr als sieben Sekunden Vorsprung an seinen finnischen Teamkollegen Konsta Lappalainen (20).
Der kontrollierte an der Spitze das Tempo, schonte seine Reifen und fuhr nach 37 Runden mit einem Vorsprung von 1,3 Sekunden als Erster über die Ziellinie. Die Audi-Verfolger Dennis Marschall als Zweiter und Norbert Siedler auf Rang drei kamen bis zum Schluss nicht in Schlagdistanz zum Sieger.
Dahinter wurde das Gespann Jusuf Owega und Ricardo Feller (Land-Motorsport-Audi) Vierter. Damit übernahm der Kölner Jusuf Owega erneut die Führung in der Gesamtwertung.
Titelverteidiger Christopher Mies sorgte im zweiten Audi R8 LMS Evo II von Land-Motorsport für einen neuen GT3-Rundenrekord in Zandvoort und landete zusammen mit Tim Zimmermann (25/Langenargen) auf Rang neun.

ADAC GT Masters in Zandvort
Rennen 1 Ergebnis:

1. Wishofer/Lappalainen (Lamborghini)
2. Schramm/Marschall (Audi)
3. Reicher/Siedler (Audi)
4. J. Owega/Feller (Audi)
5. Fittje/Evans (Porsche)
6. Engelhart/Güven (Porsche)
7. Paul/Mapelli (Lamborghini)
8. Rougier/Perera (Lamborghini)
9. Zimmermann/Mies (Audi)
10. Engstler/Niederhauser (Audi)

ADAC GT Masters
Fahrerwertung

1. Jusuf Owega: 70 Punkte
2. Ben Green: 60
2. Niklas Krütten: 60
3. Ayhancan Guven: 60
3. Christian Engelhart: 60

Von

Thomas Arndt