Die Deutschen verreisen wieder mehr mit dem Auto. Sie tun das so gern, dass sie mitunter gezwungen sind, mehr Zeit als geplant mit ihrem Wagen zu verbringen: Verzögerungen im Reiseablauf waren in der vergangenen Urlaubssaison leider gang und gäbe. Von Ende Juni bis Mitte September 2010 verzeichnete der ADAC an den zwölf Ferien-Wochenenden 994 Staus. Das ist ein Plus von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – und das, obwohl es rund zehn Prozent weniger Baustellen auf den Fernstraßen gab. Der ADAC hat nachgemessen: Insgesamt summierten sich die im Stau stehenden Autos in diesem Sommer zu einer Blechkolonne von 13.948 Kilometern Länge (2009: 9897Kilometer). Das entspricht in etwa der Distanz Berlin – Peking und zurück. Eine Mitverantwortung an der Stau-Zunahme  – vor allem freitags – gibt der ADAC der Zunahme des Güterfernverkehrs sowie dem Ende der Kurzarbeit in vielen Unternehmen.
Der größte Stau-Garant 2010 war die Strecke A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg mit 175 Staus. Dahinter rangieren die A7 Flensburg – Hamburg – Hannover – Würzburg – Kempten mit 125 und die A1 Lübeck – Hamburg – Bremen – Köln mit 116 gezählten Staus von über zehn Kilometern Länge. Den längsten Stau im Sommer 2010 gab es am Sonntag, dem 29. August, auf der A 8 Salzburg – München zwischen Bad Reichenhall und Bernau mit 45 Kilometern.