Autofahrer müssen in diesen Tagen tief durchatmen – spätestens an der Tankstelle. Der Dieselpreis ist regelrecht explodiert, und auch Benzin wird wieder spürbar teurer. Laut ADAC kostet ein Liter Diesel aktuell im Schnitt 1,64 Euro, 7,5 Cent mehr als noch vor drei Wochen. Super E10 liegt bei 1,69 Euro, der Preis kletterte ebenfalls – wenn auch moderater.
Der spontane Preissprung sorgt vielerorts für Ärger und Kopfschütteln, denn: Die Gründe dafür liegen nicht auf der Hand.

Dieselpreis im Höhenflug, doch Rohöl bleibt stabil

Normalerweise folgt der Spritpreis der Entwicklung an den internationalen Ölmärkten. Doch diesmal ist alles anders. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl liegt mit rund 65 US-Dollar kaum höher als in den Wochen zuvor, der Euro hat gegenüber dem US-Dollar sogar leicht zugelegt – Importe sollten also günstiger werden, nicht teurer.
Was also steckt dahinter? Laut Experten dürfte die Heizperiode der entscheidende Faktor sein. Diesel und Heizöl sind chemisch nahezu identisch. Wenn die Temperaturen sinken, steigt die Nachfrage nach Heizöl – und das zieht automatisch den Dieselpreis mit nach oben. Das Problem: Diese Entwicklung trifft Deutschland besonders hart, weil hierzulande immer noch viele mit Heizöl heizen und Diesel-Pkw beliebt sind.

Tanken wie die Profis: So umgehen Sie die Preisfalle

Ganz hilflos sind Autofahrer aber nicht. Mit ein paar simplen Tricks lässt sich die Kostenlawine zumindest abbremsen:
  • Nicht einfach losfahren, sondern vergleichen!
    Tank-Apps wie Clever Tanken (ein Partnerunternehmen der BILD-Gruppe), ADAC Drive oder Mehr Tanken zeigen minutengenau, wo's gerade am günstigsten ist. Selbst innerhalb einer Stadt können die Preise um bis zu zehn Cent pro Liter schwanken.
  • Richtiges Timing zählt!
    Abends tanken lohnt sich – besonders zwischen 20 und 22 Uhr. Morgens und am Wochenende sind die Preise traditionell am höchsten.
  • Autobahn meiden!
    Wer an der nächsten Ausfahrt abbiegt und ein paar Minuten Umweg fährt, spart schnell bis zu 15 Cent pro Liter.
Der Diesel-Schock trifft viele Pendler kalt. Doch wer seine Tankstopps clever plant, kann den Preiswahnsinn zumindest etwas abfedern.