Dethleffs Alpa A 7820-2 im Test
Dieser Luxus-Alkoven ist ein Raumwunder auf vier Rädern

Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
- Martin Häußermann
Zugegeben, ich war anfangs skeptisch, denn das Konzept erschien mir widersprüchlich. Als Dethleffs den Alpa vorstellte, teilte ich die landläufige Meinung, Alkovenmobile seien eher etwas für Familien, die schon ein wenig aufs Geld schauen müssen. Paare mit höherem Budget hingegen entschieden sich fast immer für einen luxuriösen Integrierten. Das ist mehrheitlich gesehen auch so. Aber es gibt eben auch allein reisende Paare mit hohem Komfortanspruch, die gerne Alkoven fahren.
Ein solches meldete sich vor knapp 15 Jahren bei Dethleffs mit diesem Wunsch – und im Jahr 2011 rollte der erste Alpa vor. Der Typname ist übrigens tatsächlich die Kurzform für die Kundengruppe "allein reisende Paare". Zunächst baute Dethleffs wunschgemäß ein Alkovenmobil in verschiedenen Grundrissvarianten, später kamen dann noch Integrierte mit vergleichbaren Grundrissen hinzu.
Luxus-Alkovenmobil mit einem Fiat-Ducato-Triebkopf
Der Dethleffs Alpa A 7820-2 ist ein Luxus-Alkovenmobil mit einem Fiat-Ducato-Triebkopf plus AL-KO-Tiefrahmen mit Tandemachse. Derselbe Grundriss ist auch als Integrierter zu haben. Außerdem gibt es mit dem Grundriss 6820-2 eine kurze Alternative mit zwei Achsen – ebenfalls als Alkoven oder Integrierter. Aus der Alpa-Idee ist also inzwischen eine komplette Baureihe geworden. Strich zwei steht übrigens für die zweite Generation des jeweiligen Grundrisses.

Der Alpa A 7820-2 ist ein XXL-Alkoven mit drei Achsen. Der Tote-Winkel-Aufkleber ist in Frankreich Pflicht.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
Die Baureihe wurde zum Start in die aktuelle Saison einem Facelift unterzogen, wobei dies in erster Linie optischer Natur ist. So wurde die Beklebung an den neuen Stil des Hauses angepasst. Keilförmiges schwarzes Dekor an den Seitenwänden lässt den 3,37 Meter hohen Wagen zumindest optisch weniger wuchtig wirken. Dieses Dekor wird am Heck aufgenommen, das unten von einer eleganten Schürze abgeschlossen wird. Die nimmt die Heckleuchten mit durchgehendem rotem Reflektorband auf.
An den Grundrissen ändert sich nichts. Der A 7820-2 besticht nach wie vor durch ein überragendes Raumgefühl – ein Tanzsaal auf Rädern, der von einer großzügigen Rundsitzgruppe abgeschlossen wird. Die Stehhöhe beträgt beachtliche 2,09 Meter. Da stoßen sich auch lange Menschen kaum den Kopf an. Für weiteren Komfort sorgen ein großzügiger Sanitärraum sowie eine separate Dusche. Geschlafen wird in zwei längs angeordneten Einzelbetten im Alkoven, die beide 80 Zentimeter breit und 1,95 m sowie 2,05 m lang sind.

Der Alpa bietet eine große, offene Küche und Komfort fast wie zu Hause.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
Zusätzlich ließe sich auch die Sitzgruppe zu einem großen Bett umbauen, wenn beispielsweise mal die Enkelkinder mitreisen sollten. Die müssten dann allerdings weit hinten in der Sitzgruppe gegen die Fahrtrichtung Platz nehmen. Diese Möglichkeit ist nicht serienmäßig und muss für rund 1800 Euro hinzugebucht werden. Das würde zwar das Alpa-Konzept ein Stück weit kompromittieren, doch manche Käufer wollen eben auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Neu ist in diesem Jahr – nicht nur beim Alpa – das Lichtkonzept "Light Moments", das indirekte Beleuchtung im ganzen Fahrzeug bietet.
Das hat der Alpa A 7820-2 an Bord
Unser Testwagen tritt mit üppiger Sonderausstattung an. Die im Konfigurator gesetzten 17 Kreuzchen – inklusive der bereits erwähnten Gurtsitzbank und der indirekten Beleuchtung – summieren sich auf rund 28.000 Euro. Teuerste Einzelposition ist das Dual Battery System mit 8159 Euro. Das bietet eine Kapazität von satten 336 Ah und erhöht die Unabhängigkeit vom Landstrom erheblich.

Die eingeschränkte Kopffreiheit in den Alkovenbetten kann eine Herausforderung darstellen.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
Wollte man diese noch erhöhen, könnte man noch Solarpanels aufs Dach packen lassen. Dort sitzt eine mächtige Dachklimaanlage (2400 Euro), die aber auch gebraucht wird, wenn man im Sommer rund 30 Kubikmeter umbauten Raum herunterkühlen will. Und wenn man schon eine Luxus-Lounge auf Rädern hat, spart man auch nicht am Entertainment. Die automatische Sat-Anlage plus Flachbildschirm summiert sich auf rund 5000 Euro, für den Naviceiver im Cockpit inklusive Apple Car-Play werden nochmals rund 2000 Euro fällig.
Überraschend unkompliziert. Der Alpa wird ausschließlich mit der Ducato-Topmotorisierung inklusive Achtgang-Wandlerautomatik geliefert. Damit wird der Fünftonner zwar nicht gleich zum Sportgerät, wie sportive Beklebung und Heckdiffusor signalisieren, souveränes Fortkommen ist aber gewährleistet. Wobei die konzeptbedingten Eigenschaften eines schweren Fronttrieblers nicht verschwiegen werden sollen.

An Stauraum mangelt es im Alpa A 7820-2 wahrlich nicht.
Bild: Bernd Hanselmann / AUTO BILD
Viel mehr Gelände als losen Schotter würden wir dem Alpa nicht zumuten wollen. Nasse Wiesen oder gar verschneite Bergstraßen bringen ihn schnell an die Traktionsgrenzen. Wintercamper sollten daher nie ohne Ketten losfahren. Wenden und Rangieren funktionieren aber reibungslos. Hierbei helfen Servolenkung und die optionale – für uns unverzichtbare – Rückfahrkamera erheblich weiter.
Service-Links