Allradler: Wohnmobil-Test
Wenn die Wildnis ruft

Das war der dreckigste Test des Jahres 2018 bei AUTO BILD REISEMOBIL: Vier Fahrzeuge, vier Allradantriebe, ein Offroadpark. Das können Bimobil, Tischer, Terracamper und La Strada.
In Zeiten von City-SUVs und Oberklasse-Kombis mit All-Terrain-Paket hören auch die Reisemobilhersteller immer wieder die Frage nach dem Allradantrieb. Doch wie viel Geländegängigkeit brauchen Camper wirklich? Um diese Frage zu beantworten, haben AUTO BILD REISEMOBIL und AUTO BILD ALLRAD vier bewohnbare Allrader mit unterschiedlichen Konzepten in den Dreck geschickt. Wir zeigen Ihnen, wie sich Expeditionsmobil, Campingbus, Kastenwagen und Pick-up mit Kabine im Gelände und auf der Straße schlagen – und warum weniger manchmal mehr ist. Alle Informationen dazu gibt es in der Bildergalerie.
Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile
Vier Allradler im Wohnmobil-Test

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Wie viel Geländegängigkeit brauchen Camper wirklich? Um diese Frage zu beantworten, haben AUTO BILD REISEMOBIL und AUTO BILD ALLRAD vier bewohnbare Allradler mit unterschiedlichen Konzepten in den Dreck geschickt.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Los geht's mit dem Bimobil EX 412, der auf seinen 6,70 Metern vier Sitz- und drei Schlafplätze unterbringt. Preis: ab 172.000 Euro.
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Das Traummobil eines jeden Weltreisenden! Die große Geländegängigkeit des Iveco-4x4, der extrem robuste Aufbau und eine hohe Autarkie sind wie geschaffen für Abenteuer in den entlegensten Ecken der Welt, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.
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1985 baute die Firma ihr erstes Expeditionsmobil – damals auf dem Mercedes Unimog 404 S. Rund 70 Fernreiseträume erfüllt Bimobil heute pro Jahr. 25 davon fahren auf dem Iveco Daily 4x4.
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So viele Staumöglichkeiten haben wir selten gesehen! Neben der riesigen Heckgarage mit jeweils einer Heck- und Seitenklappe bergen auch der Unterboden und das Fahrerhausdach viel Platz für Equipment.
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Für das Wie-Zuhause-Gefühl auf langen Reisen sorgt der hochwertige, schnörkel- und zeitlose Ausbau mit Naturholz ...
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... und farbenfrohen Stoffen, der für die Ewigkeit gemacht zu sein scheint.
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Hinzu kommen detailverliebte Lösungen wie die Schwerlastauszüge in der Küche ...
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... oder die versenkbare Duscharmatur.
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Auch im Bad bekennt Bimobil Farbe. Das Emaille-Waschbecken sieht schick aus.
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Das Highlight ist jedoch das riesige Ausstellfenster auf der Fahrerseite.
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Für viel Unabhängigkeit sorgen ein 200 Liter fassender Frischwassertank und ein 60-Liter-Gastank. Auf Wunsch verbaut Bimobil auch ein doppeltes Heizsystem mit Gas und Diesel, eine Solaranlage oder eine Trockentrenntoilette.
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So viel Individualisierbarkeit kostet. Mit 208.472 Euro ist unser Testwagen zwar kein Schnäppchen, dafür eine Anschaffung fürs Leben.
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Kommen wir zu den fahrerischen Talenten. Ob marokkanische Wüste, russische Tundra oder kirgisisches Gebirge: Für den Iveco ist schwieriges Gelände kein Problem.
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Ein doppeltes Untersetzungsgetriebe, drei Differenzial sperren, große Räder, viel Bodenfreiheit und der 180 PS starke Diesel machen ihn zum Abenteuermobil. Die robuste Technik übersteht auch wochenlanges Wühlen im Gelände.
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Doch auch auf geteerten Straßen gibt sich der Iveco erstaunlich sanft. Die Lenkung spricht präziser an als erwartet und auch die Fahrstabilität überzeugt. Trotz des schweren Aufbaus gerät der Iveco nicht ins Wanken.
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Urteil: Mehr Offroad geht nicht! Fernreisende sind mit dem EX 412 gut beraten. Geländegängigkeit, Interieur, Qualität, Individualisierbarkeit – alles top und jeden Cent wert! Fahrverhalten Gelände: 5/5 Punkte, Straße: 4/5 Punkte.
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Der La Strada Avanti C Allrad bringt auf 6,36 Metern Länge vier Sitz- und zwei Schlafplätze unter. Die Preisliste startet bei 69.636 Euro. Der Avanti C ist optimal für Leute, die den Kastenwagen-Lifestyle schätzen, ...
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... aber gern eine zusätzliche Portion Sicherheit an Bord haben. Heißt in diesem Fall: Mit dem Allradantrieb bei Regen, Schnee und Eis auf allen Straßen bessere Traktion zu genießen. Ein waschechter Offroader ist er nicht – dafür mangelt's ihm trotz Höherlegung an Bodenfreiheit.
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Hier gibt's viel Platz, nette Details und einen hochwertigen Möbelbau. Was als erstes auffällt: Der Boden bleibt von vorne bis hinten auf einem Niveau. In ihm verbirgt sich eine Menge beheizter Stauraum. Praxistauglich geht's weiter mit einer verschiebbaren Sitzbank, unter der durch eine Aussparung der Wassertank-Ablass leicht erreichbar ist.
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Die Küche bietet fünf stabile Schubladen. Der Dreiflamm-Kocher wird von zwei Elf-Kilo-Gasflaschen versorgt. Toll ist auch die extralange Klapp-Erweiterung, die ordentlich Arbeitsfläche schafft. Hinten rechts neben dem Kühlschrank gibt es eine Schublade, an deren Unterseite eine Kleiderstange hängt.
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Im Küchenblock gibt's zwei Außenschubladen. Die untere dient auch als Tisch.
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Erholsam: Sehr großes, pflegeleichtes Mittelbad mit separater Dusche und viel Ablagefläche.
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Vom Heck aus ist der hintere Teil des Querbetts aufstellbar, um hohes Transportgut zu verstauen. Diese Detailverliebtheit gefällt.
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Vertraut: Das Jumper-Cockpit ergänzen nur Taste und Kontrollleuchte für das Sperrdifferenzial. Und wie fährt er sich nun? Fast wie ein normaler Jumper, nur etwas steifer. Sein vom französischen Experten Dangel zugeliefertes 4x4-System, ...
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... bei dem eine Visco-Kupplung die Anbindung der Hinterachse übernimmt, läuft permanent mit. Ab sofort wird aber eine zuschaltbare Variante verbaut, die auch einen Automatik-Modus hat. Vorteil: Die Antriebskraft verteilt sich bedarfsgerecht und in Abstimmung mit dem ESP auf alle Räder.
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Aus dem Aufbau dringen onroad nur wenig Geräusche. Offroad ändert sich das, etwa durch die Schrankjalousien.
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Urteil: Kompetent beim Wohnen, wendig und mit viel Platz: Das hier ist das SUV unter den Reisemobilen! Sein Allradantrieb dient hauptsächlich als beruhigendes Sicherheits-Plus. Fahrverhalten Gelände: 2/5 Punkte, Straße: 4/5 Punkte.
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Weiter geht es mit dem Terracamper Terock 2.0. Länge: 4,90 Meter, Sitzplätze: drei, Schlafplätze: drei, Preis: ab 46.900 Euro.
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Der Terock ist einer für alles – Hauptsache, es hat was mit Spaß zu tun. Mit dem knallgrünen Kasten heißt das: Spaß beim Einparken in der Stadt, weil er nur geringfügig länger als ein Mittelklasse-Kombi ist. Spaß auf der Autobahn, weil er entspannt (und leise) die 130 km/h macht. Spaß im Gelände, ...
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... weil er 30 Millimeter höher gelegt ist und den bei VW 4Motion genannten semi-permanenten Allradantrieb mitbringt.
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Und schließlich: Spaß beim Campen, weil er so viele aus geklügelte Detaillösungen mitbringt. Fast alles, was ausgewachsene Reisemobile auch haben: zwei Betten, eine Sitzgruppe, eine Küche, sogar eine Dusche. Nur eben etwas anders.
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Der Terock ist etwas für Leute, die begeistert von multifunktionalen Lösungen sind und dafür kleine Umbaumaßnahmen in Kauf nehmen. Allein oder zu zweit unterwegs, beschränkt sich das eigentlich aufs Aufstellen des Schlafdaches.
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Unten im Wohnbereich stehen Kocher, Spüle und Kühlbox in Modulen bereit, auf Wunsch auch ein WC. Alle Möbelmodule (sie sind aus Alu) lassen sich individuell gestalten und werden, leicht herausnehmbar, von einem Schienenboden gesichert. Nur die schmalen Seitenmodule bleiben immer drin. In ihnen ...
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... wohnt die hochwertige Bordtechnik von Votronic.
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Das genial einfache Easy-Use-System ist übers ganze Mobil verteilt.
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Die Dusche wird nur außen benutzt, Warmwasser liefert die Standheizung mit optionalem Elektro-Boiler.
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Zwei Sessel und der Campingtisch reisen in Passformtaschen an der Hecktür mit.
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Das Cockpit ist ergonomisch einwandfrei gestaltet. Viele Assistenzsysteme gibt's optional.
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Querfeldein über Stock und Stein: Kein Problem im Terock. Die MT-Reifen rollen geräuschvoll ab, sorgen aber im Gelände für besten Grip. Den brauchen sie auch, ...
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... denn die 340 TDI-Newtonmeter erreichen sie zuverlässig. Dafür sorgt das VW 4Motion-System mit optionalem Sperrdifferenzial an der Hinterachse. Eine elektronische Steuerung verteilt das Drehmoment über eine Lamellenkupplung je nach Bedarf an alle vier Räder.
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Auf griffiger Straße wird nur die Vorderachse angetrieben. Durch die elektronische Steuerung funktionieren immer auch alle Assistenzsysteme. So krabbelt der Terock ...
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... sicher auch die schotterigen Steilhänge des Offroadparks hoch, watet fix durch Schlamm und erfreut dabei mit Übersicht und Wendigkeit.
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Urteil: Im Alltag zur Arbeit, samstags Gartenabfälle wegbringen, danach 'ne Runde ins Gelände und unterm Sternenzelt einschlafen: mit dem Terock geht's. Die Qualität? Erstklassig! Fahrverhalten Gelände: 4/5 Punkte, Straße: 4,5/5 Punkte.
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Den Abschluss macht der Tischer Trail 260 S auf Toyota Hilux Extra Cab, ein robuster Pick-up mit Gelände-Potenzial. Länge: 6,10 Meter, Sitzplätze: vier, Schlafplätze: zwei, Preis: ab 69.079 Euro.
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Die Stärke des Hilux liegt in seiner einfachen, langlebigen Technik. Ob tagelange Fahrten über Schotterpisten oder verunreinigter Kraftstoff – er wird für den weltweiten Einsatz unter schwierigen Bedingungen gebaut.
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Die Kabine von Tischer sorgt für den passenden Wohnkomfort. Und wenn's mal ohne Gepäck ins Gelände gehen oder der Pick-up sein Geld als Transporter verdienen soll, kommt die Kabine wieder runter.
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An Bord hat er alles, was ein gewöhnliches Reisemobil auch hat – nur eben als Absetzkabine. Durch die fast quadratische Form mit dem Alkoven über dem Fahrerhaus entsteht ein großzügiger Grundriss mit mehr Wohnfläche, als von außen erwartet.
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In der großen Sitzgruppe finden auch Gäste Platz und die dimmbaren LED-Leuchten sorgen für gemütliche Stimmung.
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Das schmale Bad lässt sich durch ein einklappbares Waschbecken besser nutzen.
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Die Anzeige für Wasser, Licht und Strom funktioniert wie im Reisemobil.
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Die Trittstufe wird per Hand ausgezogen. Die Luftfederung erhöht den Einstieg.
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Das moderne Cockpit gefällt. Das Navigationssystem leitet zuverlässig um Staus herum.
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Vor allem mit Kabine auf den Schultern ist der Hilux nicht für die Autobahn geschaffen. Nicht nur, dass der 150-PS-Diesel selbst im Powermodus ewig braucht, um Geschwindigkeit aufzubauen, die Kabine schwankt einfach zu sehr, um freiwillig mehr als 120 km/h zu fahren. Schon beim Anfahren geht der Hilux ordentlich in die Knie.
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Auch im Gelände ist die Kabine hinderlich. Der Überhang und die Anhängerkupplung setzen schnell auf. Trotzdem kommt der Hilux souverän durch den Dreck. Und: beides ist abnehmbar. Ohne Gepäck mausert sich der Pick-up dank zuschaltbarem Allrad, Differenzialsperre und Getriebeuntersetzung zum zuverlässigen Offroadbegleiter.
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Urteil: Der Toyota ist ein toller Kompromiss zwischen Arbeitsgerät, Allrader und Reisemobil. Wer mit Kabine ins Gelände will, sollte aber über eine kleinere Variante nachdenken. Fahrverhalten Gelände: 3,5/5 Punkte, Straße: 3,5/5 Punkte.
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Fazit von Jenny Zeume und Alex Failing: Die ehrliche Frage, die sich jeder Reisemobilist vor dem Kauf eines Allradlers stellen sollte: Wie viel Reserve brauche ich? Robuste Allradtechnik ist schwer und kostspielig. So viel Spaß das Bimobil im Gelände bringt; tagelanges Fahren durch unwegsames Terrain passiert Campern in Europa selten. Als Sicherheits-Plus für die nasse Wiese ...
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... tut's auch der La Strada. Einen Abstecher auf albanische Schotterpisten meistert der Toyota mit geschulterter Kabine. Größte Überraschung war für uns der Bulli. Die kompakten Maße und die präzise 4Motion-Technik machen den Terock zum spaßigen Offroader mit Camper-Seele.
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