Alpina weigert sich beharrlich, jedem Trend hinterherzuhecheln. Wovon der Kunde profitiert, gehen die Buchloer doch den BMW-Weg von der "Twin Turbo Power" zum "Twin Power Turbo" nicht mit und bleiben stattdessen dem "alten" Doppelmoppel-Aggregat treu. So muss sich der BMW 335i ab sofort mit einem Lader begnügen – während der motorisch eng verwandte Alpina B3 unverändert zwei einsetzt. Darüber hinaus haben die Allgäuer ihren Benziner auf 3er-Basis jetzt um 40 Pferdestärken gestärkt – woher das zusätzliche S im Namen rührt. 400 PS leistet der Reihensechser nun. Und stemmt statt 500 jetzt ein maximales Drehmoment von 540 Newtonmetern. Der Leistungszuwachs resultiert aus einem überarbeiteten Ansaugtrakt, dessen verbreiterte Wege tiefere Atemzüge zulassen.
Alpina B3 S Coupé
Auch in hohen Drehzahlregionen zeigt das Coupé keinerlei Motivationsmängel.
Bild: Lena Barthelmeß
Dank des ebenfalls üppiger ausgelegten Abgasstrangs tritt das Mehr, das vorn hineinströmt, hinten ungehindert wieder aus. Außerdem verbaut Alpina beim S-Modell einen eigenen Katalysator, anstatt wie bisher auf die BMW-Reinigungskraft zu setzen. Schließlich gilt es, das von München kaum mehr eingesetzte Aggregat auf EU 5 zu hieven. Die Mehrleistung macht sich umgehend bemerkbar. Zum einen durch die kernigere Klangkulisse; vor allem beim Ausdrehen jubiliert der Motor freudig, ohne sich dabei jemals im Ton zu vergreifen. Zum anderen durch den deutlich wuchtigeren Antritt. Wer per Kickdown durchstartet, legt die Ohren an – und ist baff, mit welcher Quirligkeit das Triebwerk seinen Job macht. Die Souveränität des Coupés begeistert: Auch in hohen Drehzahlregionen legt es keinerlei Motivationsmängel an den Tag.

Der B3 S enteilt dem Vorgänger

Alpina B3 S Coupé
Zu den bewährten vier Auspuffendrohren gesellt sich ein fein gezeichneter Diffusor
Bild: Lena Barthelmeß
Natürlich soll das abbrennende Feuerwerk gemäß Alpina-Doktrin keinerlei Stress verursachen. Weshalb es das Fahrzeug wie gehabt nur mit Automatikgetriebe gibt. Dem Vorgänger scheint der B3 S gefühlsmäßig in sämtlichen Belangen zu enteilen – was die Messwerte widerspiegeln. Die kommen, in Ermangelung harter Testresultate, direkt vom Hersteller: 0 bis 100 km/h soll 4,7 Sekunden dauern – statt vormals 4,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei beeindruckenden 300 km/h – der normale B3 kapituliert bei 285 km/h. Nur der Verbrauch bleibt unverändert: 9,7 Liter sind ein Wort. Natürlich kostet das neue Modell mehr.

Spaßfaktor Bi-Turbo

Mit 63.300 Euro überbietet es den Vorgänger um 2500 Euro, ein fast 100 PS schwächeres 335i Coupé mit Automatik um 15.000 Euro. Es liegt aber immer noch 3000 Euro unter dem günstigsten BMW M3, den der Alpina beschleunigungstechnisch nicht fürchten muss und dem er in Sachen Endgeschwindigkeit sogar davonfährt. Zudem ist der B3 S im Vergleich zum M3 in deutlich mehr Ausführungen erhältlich: Nicht nur als Coupé, Limousine und Cabrio, sondern auch als Touring. Zudem lassen sich alle Varianten – das Cabrio ausgenommen – mit Allrad kombinieren. Ein verbindendes Element zeichnet natürlich sämtliche Modelle aus: Bi-Turbo.