Blitzen? Bitte nicht. Viele Autofahrer versuchen alles, um Temposünden folgenlos zu machen – von fragwürdigen Tipps aus dem Netz bis hin zu angeblichen "Wunderfolien" fürs Kennzeichen. Vor allem auf Social Media tauchen immer wieder sogenannte Anti-Blitz-Sticker auf, die das Nummernschild auf dem Beweisfoto unleserlich machen sollen. Doch was als cleverer Trick verkauft wird, kann am Ende richtig teuer werden!

Anti-Blitz-Aufkleber: der Trick mit der Folie

Sie heißen "Black Magic" oder harmlos "Mückenschutz" und kosten je nach Anbieter mal eben mehrere Hundert Euro: reflektierende Aufkleber, die angeblich dafür sorgen, dass das Kennzeichen auf Blitzerfotos nicht mehr lesbar ist.
Der Gedanke dahinter: Die Folie soll den Blitz so reflektieren, dass nur ein weißer Fleck auf dem Foto zu sehen ist. Klingt nach einem genialen Trick, oder? Ist es aber nicht.
Denn zum einen halten viele der im Netz angebotenen Folien nicht, was sie versprechen. Moderne Blitzertechnik und Bildbearbeitung bekommen die Schilder trotzdem scharf und lesbar – wenn auch mit etwas mehr Aufwand für die Behörden. Und genau das macht die Sache für den Fahrer noch unangenehmer: Denn der Versuch, sich der Strafe zu entziehen, kann die Kosten in den vierstelligen Bereich treiben.

Unleserliches Kennzeichen? Das kann richtig Ärger geben

Schon ein verdrecktes oder verschneites Kennzeichen zieht laut aktuellem Bußgeldkatalog fünf Euro Strafe nach sich. Wer sein Nummernschild aber absichtlich manipuliert, der riskiert weit mehr: Laut Strafgesetzbuch kann das Anbringen von reflektierenden oder verfälschenden Folien als Urkundenfälschung gewertet werden – mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.
Und das gilt nicht nur für Folien: Auch andere kreative Ideen, etwa kippbare Kennzeichenhalterungen oder drehbare Schilder, sind streng verboten.
Blitzermarathon hin oder her: Solche Aufkleber sind keine smarte Abkürzung, sondern eine riskante Dummheit. Zumal viele Fotos trotz Folie trotzdem ausgewertet werden können. Und die rechtlichen Folgen stehen in keinem Verhältnis zum vermeintlichen "Sparpotenzial". Wenn Sie schon Geld ausgeben wollen: Investieren Sie lieber in einen legalen Tempowarner, eine vorausschauende Fahrweise – oder einfach in den Fuß vom Gas. Das ist sicherer, günstiger und schont die Nerven.