Aston Martin Rapide: Gebrauchtwagen
V12-Limousine mit 150.000 Euro Wertverlust zu verkaufen

Bild: Wagen 12 GmbH
Auf der Suche nach einem familienfreundlichen Auto mit ordentlich Power und dem gewissen Etwas? Natürlich könnte man zu Powerkombis wie dem Audi RS 6 oder Mercedes-AMG E 63 S greifen, auch ein SUV wie der BMW X5 M wäre eine gute Wahl für Leistungshungrige. Doch was, wenn es etwas exotischer sein soll? Wie wäre es stattdessen mit dem Aston Martin Rapide?
Zwischen 2009 und 2020 hatte Aston Martin den viertürigen Rapide in verschiedenen Ausbau- und Leistungsstufen im Programm. Offiziell als Sportlimousine betitelt, ist der Rapide streng genommen eher ein viertüriges Coupé, das mit einem umwerfenden Design und einem betörenden V12 lockt.
Trotz des langen Bauzeitraums von über elf Jahren und mehreren Überarbeitungen war der Rapide aber kein Verkaufsschlager. In Deutschland wurden zwischen 2010 und 2019 gerade mal 375 Exemplare zugelassen. Entsprechend selten ist der Rapide im deutschen Straßenbild anzutreffen.
Basispreis von mehr als 200.000 Euro
Ein Grund für die schleppenden Verkäufe dürfte der exorbitante Neupreis gewesen sein. Bei Markteinführung kostete ein Aston Martin Rapide in Deutschland 180.000 Euro. Über die Jahre stieg der Basispreis sogar auf über 200.000 Euro an.

Trotz einer Länge von 5,02 Meter und einem Radstand von 2,99 Metern bietet der Aston Martin Rapide im Innenraum keine üppigen Platzverhältnisse. Style geht eben vor.
Bild: Wagen 12 GmbH
Wer sich damals für den britischen Mix aus Sportwagen und Limousine entschied, hat hoffentlich einen entsprechenden Wertverlust einkalkuliert. Denn in kaum einer Fahrzeugklasse purzelt der Restwert so extrem wie bei den Luxuslimousinen und -SUV. Schlecht für die Erstbesitzer, gut für vermeintliche "Schnäppchenjäger".
Bestes Beispiel ist der vom Händler "Wagen 12 GmbH" angebotene Aston Martin Rapide in der auffälligen, aber passenden Farbkombination aus dunkelrot und beige. Der Aston wurde erstmals im Juni 2011 zugelassen und hat aktuell rund 98.200 Kilometer auf dem Tacho. Wichtig zu erwähnen ist, dass es sich hierbei um einen US-Import handelt, der jedoch bereits seit sieben Jahren in Deutschland ist und eine deutsche Zulassung besitzt.
Generell gilt, dass US-Importe natürlich etwas preiswerter sind. Laut des Händlers ist der Rapide scheckheftgepflegt und technisch in einem guten Zustand. Lediglich die Bremsen sollten zeitnah erneuert werden, was bei einem Aston Martin niemals ein günstiges Unterfangen ist. Optisch macht der edle Brite ebenfalls einen ordentlichen Eindruck, wobei der Händler ehrlicherweise erwähnt, dass der Rapide in der Vergangenheit bereits nachlackiert wurde. Mittlerweile hat die Frontschürze aber wieder reichlich Steinschläge kassiert. Aber immerhin soll Rost kein Thema sein.

Der großflächige Kühlergrill wurde erst mit dem Rapide S eingeführt, wurde an diesem frühen Exemplar scheinbar nachträglich montiert.
Bild: Wagen 12 GmbH
Und bleiben wir noch kurz an der Front, denn da könnte es zu Verwirrungen kommen. Der große, durchgängige Kühlergrill ohne mittige Strebe wurde offiziell erst im Jahr 2013 mit der Präsentation des Rapide S eingeführt, hier scheint einer der Vorbesitzer wohl eine kleine Modernisierung vorgenommen zu haben. Noch wichtiger als der Look ist aber das, was sich unter der extrem langen Motorhaube versteckt. Alle Rapide wurden nämlich mit dem aus dem DB9 bekannten und in Handarbeit hergestellten V12-Saugmotor ausgeliefert, der oft fälschlicherweise als 6,0-Liter betitelt wird, aber streng genommen 5,9 Liter Hubraum (5935 cm³) besitzt.
V12 mit 477 PS und tollem Sound
In den frühen Rapide-Modellen leistet der Zwölfzylinder 477 PS und 600 Nm, die mittels Sechsgang-Automatik (Transaxle-Bauweise) an die Hinterräder gehen. Das sorgt für eine Beschleunigungszeit von 5,3 Sekunden auf 100 km/h und einen Topspeed von 303 km/h. Der 2013 vorgestellte Rapide S hatte anfänglich 558 PS, ehe 2014 mit der Einführung der neuen Achtgang-Automatik von ZF noch zwei weitere Pferdestärken hinzukamen.
2018 präsentierte Aston Martin dann noch den auf 210 Exemplare limitierten Rapide AMR mit 603 PS, der eine Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h erreichen soll. Aus der geplanten Elektroversion Rapide E wurde letztendlich kein Serienmodell. Neben der reinen Leistung punktet der Rapide aber vor allem mit seinem satten V12-Sound. Etwas, das kein anderes Fahrzeug in dieser Preisklasse bietet.
Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Trotz einer Außenlänge von 5,02 Metern und einem Radstand von 2,99 Metern geht es im Fond sehr eng zu. Und auch das Kofferraumvolumen von 301 Litern ist mickrig für diese Fahrzeugklasse. Dafür konnte der Rapide aber auf der Rennstrecke überzeugen: Im AUTO BILD-Vergleichstest von 2015 trat der Rapide S gegen den Mercedes S 63 AMG (W 222) und den Jaguar XJR an und konnte überraschend sogar den Sieg einfahren.

Wer genau hinschaut, erkennt die Rapide-S-Einstiegsleisten. Auch die wurden scheinbar nachgerüstet.
Bild: Wagen 12 GmbH
43.900 Euro soll der Rapide kosten
Klar, der Aston Martin Rapide ist alles andere als ein Familienauto, aber für den Briten sprechen die elegante Optik, das edle Interieur, der famos klingende V12 – und der Preis! Da schon der Basispreis 2009 bei 180.000 Euro lag, dürfte das hier gezeigte Auto mit Fond-Entertainment, Bang&Olufsen-Soundsystem und vielem mehr an der 200.000-Euro-Marke gekratzt haben. 14 Jahre und knapp 100.000 Kilometer später will der Händler noch 43.900 Euro haben, was diesen Rapide zum aktuell günstigsten Exemplar in Deutschland macht.
Bei aller Versuchung am Ende noch der wichtige Hinweis: In puncto Unterhaltskosten spielt so ein V12-Aston aber weiterhin in der Königsklasse.
Service-Links











