Audi A1: TÜV-Report
Das hat der TÜV beim Audi A1 zu meckern

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Ein Audi auf den Spuren des Mini: Fein, sportlich und exklusiv will der A1 sein. Das gelingt gerade der zweiten Generation – doch beim TÜV ist der A1 nicht immer 1A.
Bild: Audi AG
Worauf Gebrauchtwagenkäufer beim Audi A1 achten sollten? AUTO BILD hat für Sie die wichtigsten Infos aus dem aktuellen TÜV-Report zusammengefasst!
Audi A1 (GB)
- Bauzeit: seit 2018
- Motoren: 95 PS (25 TFSI) bis 207 PS (40 TFSI)
- Preis: ab 13.000 Euro

In der zweiten Generation wuchs die Karosserie um ein paar Zentimeter und ist nun ausschließlich als Fünftürer erhältlich.
Bild: Sven Krieger
Das ist er: Die erwachsene Version von Audis Kleinwagen, denn die zweite Generation bietet mehr Platz und modernere Technik. Es gibt nur noch den Fünftürer, unter der Haube nur noch Benziner. Dafür erschien 2019 der um 35 Millimeter höhergelegte Citycarver (später Allstreet), der mit robusten Anbauteilen das Mini-SUV spielt. Die etwas schmalere Motorenpalette vom 95 starken Dreizylinder bis zum Zweiliter-TFSI mit 207 PS adelt den A1 noch immer zum flotten Spaßgerät. Der Spartipp im Programm heißt 30 TFSI. Der Dreizylinder mit 110 PS verbraucht weniger als sechs Liter und bietet ausreichend Pfeffer.
Das kann er: Fast einen A3 ersetzen, denn der Innenraum bietet genug Platz für vier Personen. Und das in schicker Umgebung, nach dem Motto: Kleider machen Kleinwagen. Wer schön fahren will, muss leiden können, denn Antrieb wie Fahrwerk des A1 arbeiten durchweg kernig. Das gilt vor allem für den Citycarver, der trotz seines robusten Auftritts keinen Allradantrieb, dafür aber unkomfortable Sporträder hat. Der Kofferraum ist gewachsen auf 335 Liter, bei umgelegter Rückbank 1090 Liter.
Das macht Ärger: Zwei Rückrufe betrafen Einspritzung und hintere Gurtschlösser. Und: Das Doppelkupplungsgetriebe zickt mitunter.
Audi A1 (8X)
- Bauzeit: 2010 bis 2018
- Motoren: 82 PS (1.0 TFSI) bis 256 PS (A1 quattro)
- Preis: ab 4500 Euro

Der A1 der ersten Baureihe wurde vielfach als fünftüriger Sportback bestellt, daher ist das Angebot groß.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Das ist er: Ein feinerer VW Polo oder Seat Ibiza – alle drei nutzen die gleiche Technik. Audi lehnt das Design an den größeren A3 an, hält mit knapp vier Meter Länge dennoch ein cityfreundliches Format ein. Der A1 startete zunächst ausschließlich als Dreitürer, der fünftürige, etwas breitere Sportback hatte erst 2012 Premiere.
Das kann er: Der Idee vom praktischen Kleinwagen mehr Pfiff und Chic geben. Extras wie Sportfahrwerk, größere Räder und Zweifarbenlack verführen zu besserer Ausstattung. Mehr Platz als ein Polo hat er nicht, dafür mehr Leistung bis hin zur Topversion 2.0 TFSI quattro mit 256 PS. Die wenigsten der auf dem Gebrauchtmarkt angebotenen A1 sind Diesel, der Dreizylinder mit 90 PS schafft im Verbrauch eine Drei vorm Komma.
Das macht Ärger: Beim Motortyp EA 111 schwächelt die Steuerkette im 1.2 TFSI und 1.4 TFSI. Ein Rückruf des Sportback betraf Airbag und Gurtstraffer. Ärger macht auch das Doppelkupplungsgetriebe, das beim Anfahren oder Gangwechsel ruckelt. Ein Softwareupdate oder Ölwechsel helfen manchmal, oft muss eine neue Kupplung her.
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Beide A1-Baureihen zeigen eine solide Langlebigkeit. Nur die Achsfedern und Dämpfer an elf- und zwölfjährigen A1 sowie die Lenkgelenke der ersten Modelle der neuen Baureihe sind etwas häufiger defekt als im Schnitt. Rost kommt nicht vor.
Licht
Ein leuchtendes Vorbild sind die niedrigen Fehlerquoten in diesem Kapitel. Egal ob erste oder zweite Baureihe, ob Beleuchtung vorn, hinten, Abblendlicht oder Blinker – der A1 schneidet besser ab als der HU-Schnitt. Am ehesten ist das Abblendlicht der älteren Jahrgänge zu checken.
Bremsen
Die Bremsen des A1 sind grundsätzlich gut. Ausnahme: Die Bremsscheiben sollte man genauer inspizieren. An allen Modelljahren fällt diese Baugruppe negativ auf, die Beanstandungen sind in den frühen Jahrgängen doppelt so hoch wie im HU-Schnitt. Eine Kinderkrankheit des jüngeren A1 ist die Fußbremse, die relativ oft nicht einwandfrei funktioniert.
Umwelt
Der ältere 8X weist erhöhte Mängelquoten bei der Abgasanlage auf, beim Ölverlust liegen die älteren Jahrgänge ab 10 Jahren über dem Schnitt.
Mängeleinteilung
Alter | Laufleistung in km | ohne Mängel | geringe Mängel | erhebliche Mängel | verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 32.000 (Ø 45.000) | 93,5 (Ø 89,4) | 1,5 (Ø 4,0) | 5,1 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 51.000 (Ø 65.000) | 84,1 (Ø 84,7) | 2,3 (Ø 5,3) | 13,5 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 72.000 (Ø 88.000) | 82,2 (Ø 78,8) | 5,1 (Ø 7,6) | 12,7 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 93.000 (Ø 112.000) | 78,1 (Ø 71,7) | 6,3 (Ø 10,0) | 15,6 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 113.000 (Ø 131.000) | 70,6 (Ø 64,7) | 9,6 (Ø 12,4) | 19,7 (Ø 22,9) | 0,1 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 134.000 (Ø 150.000) | 60,8 (Ø 56,0) | 14,7 (Ø 15,5) | 24,4 (Ø 28,4) | 0,1 (Ø 0,1) |
Fazit
Der A1 will der besondere Kleine sein: In puncto Design, Motorisierung und Fahrspaß kann er es mit dem Mini aufnehmen. Bei diesem Anspruch fallen die vom TÜV offengelegten Schwachpunkte besonders ins Auge: Defekte Bremsscheiben sind ein konstruktiver Mangel, der ebenso ins Geld geht wie defekte Auspuffanlagen der älteren Exemplare. Ärgerlich, denn der Audi ist schließlich teuer genug.
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